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Dynamo geht in 100 Sekunden K.o.

Dynamo geht in 100 Sekunden K.o.

Lange sah es nicht danach aus, doch am Ende feierten im "Freudenhaus der Liga" nur die Stammgäste. Nach 92 umkämpften Minuten verließen die weinigen Touristen aus Hamburgs Partnerstadt Dresden das Millerntor mit hängenden Köpfen: Beim FC St.

Hamburg .

Von Jochen Leimert

Pauli verlor Dynamo vor 24113 Zuschauern mit 1:3 (0:0).

Nach der dritten Niederlage in Folge war die Stimmung bei den Schwarz-Gelben auf dem Nullpunkt, denn zum zweiten Mal nacheinander konnten sie eine 1:0-Führung nicht in Zählbares ummünzen. Mit der Einsatzbereitschaft seiner Profis war Dynamo-Trainer Ralf Loose durchaus zufrieden, schränkte aber ein: "Unsere Möglichkeiten haben wir leider nicht so genutzt, wie man sich das vorstellt." Der ehemalige St. Pauli-Kapitän Filip Trojan ärgerte sich: "Wir haben mehr Torschüsse gehabt als in den letzten fünf Auswärtsspielen zusammen."

Schon in der ersten Halbzeit hätte Looses Mannschaft, die ohne den erkrankten Torjäger Mickael Poté und den verletzten Kapitän Cristian Fiel auskommen musste, in Führung gehen können. Die Hamburger spielten zu pomadig, zu ideenlos gegen eine gut organisierte Gästetruppe, die anfangs kaum in Gefahr geriet. Zwei Fernschüsse von Max Kruse (9.) und Fabian Boll (19.) sowie ein Freistoß von Dennis Daube (41.), die allesamt vorbei gingen, waren alles, was der Bundesliga-Absteiger zu bieten hatte.

"Wir haben es nicht verstanden, Dynamos Abwehrriegel zu kacken", gab St. Paulis Geschäftsführer Helmut Schulte zu. Hans-Jürgen Boysen, Trainer des nächsten Dynamo-Gegners FSV Frankfurt, kommentierte auf der Tribüne: "Dynamo hat die Räume gut verengt." Und der Aufsteiger besaß auch die klareren Chancen, als Robert Koch nach einem Freistoß von Trojan freistehend an die Latte köpfte (27.) und Zlatko Dedic sein Solo mit einem Schuss knapp neben den Pfosten abschloss (37.).

St. Pauli kam mit mehr Schwung aus der Kabine. Trainer André Schubert hatte mit Deniz Naki einen frischen Stürmer eingewechselt, das wirkte. Dennoch fiel zuerst das Tor für den Tabellenzehnten aus Sachsen: Dedic schickte bei einem Konter Pavel Fort auf die Reise, und der Tscheche zog vor dem herausstürmenden Philipp Tschauner ab. Den abgefälschten Ball drückte Dedic noch über die Linie - wo er auch so gelandet wäre (66.). Fort ließ sich trotzdem feiern. Einige Dutzend Dynamo-Fans auf der Haupttribüne sprangen von den Sitzen und riefen: "Auswärtssieg, Auswärtssieg!" Ihre Freude währte aber nur kurz, denn der baumlange Boll köpfte nur sechs Minuten später zum 1:1 ein (72.). Und als Naki nur 100 Sekunden danach flach ins rechte Eck traf (73.), bebte das im Umbau befindliche Millerntor-Stadion.

Die Dresdner Elf versuchte noch einmal alles: Dedic verpasste Kochs Flanke nur um Haaresbreite (75.), Cheikh Gueye kam vor der Torlinie nicht mehr an Kochs Kopfball-Vorlage heran (82.). Mehrere Schussversuche brachten nicht den gewünschten Erfolg. Stattdessen machte der eingewechselte Marius Ebbers bei einem Konter alles klar (85.). Ralf Loose ärgerte sich über die verpasste Chance auf einen Zähler, vergaß aber nicht: "Man muss anerkennen, dass St. Pauli eine Mannschaft ist, die Aufstiegsambitionen und eine Bank hat. Sie können nachlegen, Leute für verschiedene Situationen bringen. Das war heute sicherlich ausschlaggebend. Zum Glück spielt man aber nicht jede Woche gegen St. Pauli."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.11.2011

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