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Dynamo dreht gegen St. Pauli 0:2-Rückstand in 3:2-Sieg um

Dynamo dreht gegen St. Pauli 0:2-Rückstand in 3:2-Sieg um

"So sehen Sieger aus!", schallte es aus den Stadionlautsprechern und die Fans brüllten mit. Unten auf dem Rasen lagen sich die Spieler erleichtert in den Armen.

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Der Dresdner Filip Trojan (l) trifft per Fallrückzieher zum 1:2 gegen St. Pauli.

Quelle: Thomas Eisenhuth

Gerade eben hatte Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer aus Herne die dreiminütige Nachspielzeit abgepfiffen und Dynamo Dresden war endlich am Ziel: Mit einer unglaublichen Energieleistung hatten die Schwarz-Gelben vor 29.193 Zuschauern im ausverkauften Glücksgas-Stadion einen 0:2-Rückstand aufgeholt und noch in einen 3:2 (0:0)-Triumph verwandelt. Der fünfte Heimsieg der Saison verschaffte den Männern von Trainer Peter Pacult dringend benötigte Luft im Abstiegskampf, erstmals seit vielen Wochen stehen sie in der Zweitliga-Tabelle wieder einmal "über dem Strich". Sie überholten den VfL Bochum, der nach dem 0:3 gegen Aue hinter die Dresdner auf Rang 16 zurückfiel.

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Der Dresdner Filip Trojan (l) trifft per Fallrückzieher zum 1:2.

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"Wir sind heute sicher nicht so gut in die Partie gekommen wie in den vergangenen Spielen", sagte Pacult nach der unerwartet torreichen Begegnung, "aber in der Halbzeit hat die Mannschaft sehr gut reagiert - sie hat sich das erste Mal selber motiviert. Sie hat gesagt: Diese Partie verlieren wir nicht!" Dass die Mannschaft, die trotz Anlaufschwierigkeiten und einer guten Leistung der Hamburger einige Möglichkeiten in der ersten Halbzeit (Lattenkopfball von Fort/19., Schuss von Koch/gehalten/22.) gehabt hatte, nach dem Seitenwechsel eiskalt erwischt werden würde, konnte da niemand ahnen. Doch ein Hamburger Doppelschlag brachte die Schwarz-Gelben unverhofft weit auf die Verliererstraße. Nach Florian Mohrs Kopfballtor im Anschluss an einen Bartels-Freistoß (50.) und Daniel Ginczeks Kontertor (53.) hätte es keinen gewundert, wären die Dresdner moralisch in sich zusammengesackt. Doch die Truppe bewies eine fantastische Moral und revanchierte sich noch sensationell für das 2:3 im Hinspiel, als sie am Millerntor innerhalb weniger Minuten einen 2:0-Vorsprung vergeigt hatte.

Ausgerechnet der Ex-Paulianer Filip Trojan war es, der die sterbenden Hoffnungen der Mitspieler und der Zuschauer neu belebte. Nach einer Traumkombination über Sebastian Schuppan, Idir Ouali und den eingewechselten Tobias Müller gelang dem kleinen Tschechen per Fallrückzieher der Anschlusstreffer (63.). "Wir waren mausetot nach dem 2:0", gab Trojan später zu, doch sein Tor war der Auftakt zur großen Aufholjagd. "Wir haben die letzte halbe Stunde unglaublich gefightet. Wir haben es uns verdient, endlich mal zu gewinnen", so der Mittelfeldspieler, dem sein bestes Saisonspiel und sein erstes Saisontor glückte.

Als dann ein Freistoß des eingewechselten Cristian Fiel das 2:2 einleitete, das der auch sonst überragende Anthony Losilla im Nachsetzen gegen St. Paulis Keeper Philipp Tschauner erzielte (67.), setzte Dynamo alles auf eine Karte. Und in der 77. Minute wurde das Aufbäumen nochmals belohnt: Fiel setzte einen Freistoß aus 18 Metern an die Latte, der Hamburger Christopher Avevor bekam die abprallende Kugel nicht weit genug weg, sodass Schuppan sie im Nachsetzen versenken konnte. Ein bisschen Glück war auch dabei, denn der Schuss wurde noch leicht abgefälscht. "Was mir da durch den Kopf gegangen ist, das kann man nicht beschreiben. Für so etwas spielt man Fußball, für so etwas gehen die Leute ins Stadion", war Schuppan überglücklich.

Einmal mussten die Dresdner Fans noch zittern, als Florian Jungwirth ein Rückpass misslang, doch Benjamin Kirsten war rechtzeitig da, um Hamburgs Stürmer Ginczek die "Pille" noch vom Fuß zu pflücken (88.). Danach wurde jeder Ball, den die Dresdner ins Seiten-Aus abwehrten, bejubelt. Der Schlusspfiff ließ alle Dämme brechen. Und jeder SGD-Fan ging mit einem guten Gefühl nach Hause, im Wissen: Dynamo Dresden lebt noch! Rechtzeitig zum Beginn der Jubiläumswoche zum 60-jährigen Bestehen der Marke hat sich der Verein eindrucksvoll im Abstiegskampf zurückgemeldet. So kann die Truppe am kommenden Freitag auch mit Zuversicht zum Ostderby bei Union Berlin reisen. Ein Punkt an der Alten Försterei - und die Geburtstagsparty wäre perfekt.

Dynamo spielte mit: Kirsten - Jungwirth, Brégerie, Losilla, Schuppan - Solga (56. Fiel), Streker (56. Müller) - Koch (90. Kitambala), Ouali - Fort.

Jochen Leimert

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