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Dynamo begleitet Reinhard Häfner auf die letzte Reise

Trauerfeier für Dynamo-Idol Dynamo begleitet Reinhard Häfner auf die letzte Reise

Unter großer Anteilnahme hat die Familie von Reinhard Häfner am Freitagnachmittag Abschied vom verstorbenen Dynamo-Ehrenspielführer genommen. Rund 200 Weggefährten und Bewunderer des am 24. Oktober einem schweren Krebsleiden erlegenen Olympiasiegers von 1976 waren zum Friedhof nach Dresden-Tolkewitz gekommen.

Klaus Sammer (l.) und Siegmar Wätzlich waren wie fast alle Dynamo-Größen gekommen, um Reinhard Häfner die letzte Ehre zu erweisen.
 

Quelle: Dehli-News/A. Müller

Dresden.  Unter großer Anteilnahme von ehemaligen Mitspielern, Freunden und Bekannten hat die Familie von Reinhard Häfner am Freitagnachmittag Abschied vom verstorbenen Dynamo-Ehrenspielführer genommen. Rund 200 Weggefährten und Bewunderer des am 24. Oktober einem schweren Krebsleiden erlegenen Olympiasiegers von 1976 waren zum Friedhof nach Dresden-Tolkewitz gekommen, um dem im Alter von 64 Jahren gestorbenen Ex-Nationalspieler ebenfalls die letzte Ehre zu erweisen.

In der Feierhalle blieb kein Platz frei, etliche Gäste verfolgten im Stehen die Trauerreden von Häfners Kindern Romy und Martin sowie die Worte von Dynamos Sport-Geschäftsführer Ralf Minge und von MDR-Radio-Reporter Gert Zimmermann. Nach dem „Ave Maria“ verabschiedete sich zunächst Häfners Tochter mit einer ergreifenden Rede von ihrem Vater. „Ich habe meinen Stern verloren, Vati war mein Stern“, sagte sie unter Tränen. Sie bedankte sich bei ihrem Vater für die wundervolle Kindheit, die sie und ihr Bruder durchleben durften. Für seinen Lebensmut auch in jenen Tagen, an denen es ihm schlecht gegangen war. „Ich werde deine wunderbaren blauen Augen vermissen“, wiederholte sie mehrmals. Beeindruckt zeigte sie sich von der Unterstützung des Vereins, der bei der Organisation der Feier geholfen hatte. Sie dankte den zahllosen Dresdner Fans, die Häfner immer getragen hätten und die spontan über 11 000 Euro für das Begräbnis gespendet hatten.

Nach Klängen von Simon and Garfunkel („The Boxer“) trat Häfners ehemaliger Mitspieler Ralf Minge ans Pult und erinnerte daran, dass Häfner zu jener Generation gehörte, die den Verein groß gemacht habe. „In dieser Generation gehörte er zu den herausragenden Spielern“, betonte Minge, dem das Abschiednehmen ebenfalls sichtlich schwerfiel.

Nach dem Erklingen von „The Sound of Silence“ in der Originalfassung erklärte Gert Zimmermann, wie ihm Häfner einst als Hotelgast im Newa zum Einstieg in den Journalismus verholfen hatte. Zudem ahmte der frühere Kellner und Schallplatten-Unterhalter die Reportage von Häfners Tor im olympischen Finale von Montreal nach. Dessen Treffer zum 3:1-Finalsieg gegen Polen allein habe Häfner in der Erinnerung der Nachwelt unsterblich gemacht. Nach „Let it be“ von den Beatles sagte Martin Häfner seinem Vater mit brüchiger Stimme Lebewohl. „Behaltet ihn in Erinnerung!“, forderte der Sohn des Dynamo-Idols die Anwesenden auf, von denen viele vor der überfüllten Feierhalle den nach außen übertragenen Worten der Redner zuhörten.

Fast alle Dynamo-Größen waren gekommen und hatten sich vor Beginn der anderthalbstündigen Veranstaltung ins Kondolenzbuch eingetragen. Außer ihnen waren auch die Jenaer Peter Ducke und Lothar Kurbjuweit sowie Ex-Auswahltrainer Bernd Stange angereist. Der bekannte DDR-Fernsehjournalist Gottfried Weise („Fußball-Panorama“, „Sport aktuell“) hatte ebenfalls Zeit gefunden. Christoph Franke überbrachte einen Kranz vom Chemnitzer FC, wo er Häfner einst als Trainer abgelöst hatte.

Sogar Dynamos Ex-Präsident Wolf-Rüdiger Ziegenbalg war extra aus Berlin nach Dresden geeilt, um Häfner das letzte Geleit zu geben. Er hatte Häfner nach dem Bundesligaaufstieg völlig überraschend entlassen und den lebensfrohen Sonneberger damit in Depressionen gestürzt. „Es war damals keine leichte Entscheidung“, sagte Ziegenbalg. Ihm war anzusehen, dass er sie heute bereut.

Von Jochen Leimert

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