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Dynamo-Fans zwischen Verärgerung und Verständnis

Dynamo-Fans zwischen Verärgerung und Verständnis

Dynamos Ankündigung, beim Auswärtsspiel in St. Pauli am 27. November auf die Inanspruchnahme des Gästefanblocks zu verzichten, stieß bei den Anhängern nicht auf Begeisterung.

Dresden .

Von JOCHEN LEIMERT

Dennoch zeigten Vertreter von Fanclubs einer DNN-Blitzumfrage zufolge Verständnis für die unpopuläre Maßnahme, mit der die Vereinsführung ein Zeichen gegen die anhaltenden Ausschreitungen bei Auswärtsspielen setzen möchte.

Peggy Pachel vom Freitaler Fanclub FTL Dynamo e.V. sagte: "Irgendwie muss auf die Vorfälle von Dortmund reagiert werden. Da sind wir uns alle einig. Dass es nun ausgerechnet das Pauli-Spiel betrifft, ist natürlich nicht schön. Begeistert ist bei uns keiner - zumal Pauli für Stimmung bekannt ist. Das hätte Spaß gemacht, dorthin zu fahren. Ich war schon mal dort. Leider trifft es nun auch Fans, die nichts für die Randale können." Die Freitalerin, die mit in Dortmund weilte, wünscht sich Polizisten in Zivil im Zuschauerbereich, um Chaoten aus dem Verkehr zu ziehen.

Jörg Liebscher, Kassenwart der Heidenauer Hamsterbande, meinte zum Thema: "Ich finde die Maßnahme richtig, aber ich wünsche mir, dass auch die bestraft werden, die in Dortmund nicht richtig kontrolliert und ihre Arbeit nicht gemacht haben."

Danny de Schultz, Vorsitzender vom Dynamo-Fußballclub Meißen e.V., war selbst in Dortmund und bemerkte: "Ich kann die Maßnahme von Dynamo nachvollziehen, aber sie wird das Problem nicht lösen. Sie drückt eine gewisse Hilflosigkeit aus, aber der Verein hat wenig Chancen, gegen solche Sachen etwas zu unternehmen. Was soll er machen, wenn auswärts wie in Dortmund kaum oder gar nicht kontrolliert wird? Ich finde Volker Oppitz' Maßnahme, dem DFB ein wenig entgegen zu kommen, okay, aber es kann nicht die Norm sein." Der Meißner Fan begrüßt die Idee, dem für das Fehlverhalten seiner mitgereisten Anhänger mithaftenden Gästeverein das Hausrecht für den Gästeblock zu übergeben: "Unsere Leute wissen nämlich mit Sicherheit, wer dort nicht hingehört. Die in Dortmund können das gar nicht wissen."

Heiko Hübner, Chef des Fanclubs Nordfront Dynamo (Fans aus dem Raum Cloppenburg, Ammerland und Oldenburg), bedauerte auf der NFD-Homepage den Ausschluss der Dynamo-Fans in Hamburg: "Das ist für uns eine Hammerentscheidung. Das Spiel gegen St. Pauli ist ja quasi ein Heimspiel für die Nord-Dynamos, dem man das ganze Jahr schon entgegengefiebert hat." Aber, so Hübner weiter, "wir werden damit leben müssen". Er kündigte an: "Nach dem nun wahrscheinlichen Ausfall der Auswärtsfahrt gegen Pauli konzentrieren wir uns auf die Clubfahrt zum Spiel gegen Wismut Aue."

Beim Fanprojekt Dresden e.V. blieb es erstaunlich ruhig. Projektleiter Torsten Rudolph vermutet: "Als Fan will man sich über die Maßnahme aufregen, man findet aber selbst so viele Antworten, dass der Verein ein legitimes Mittel gewählt hat. Sicher wird es wieder viele Unbeteiligte treffen, sicher ist in Dortmund vieles schief gegangen, aber insgesamt ist das jetzt vielleicht auch mal ein Wachrüttler."

Dynamo testet am 8. November (18 Uhr) in Wilsdruff gegen die dort heimische SG Motor (Kreisliga).

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.11.2011

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