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Dynamo-Fans machen ihrem Unmut Luft

Dynamo-Fans machen ihrem Unmut Luft

Es war nicht nur das Ergebnis, das der Vereinsspitze von Dynamo Dresden am Montagabend Bauchschmerzen bereitete. Dass bis Sonntag um Mitternacht bei weitem nicht alle der ohnehin nur 13 000 für Dynamo-Fans vom DFB freigebenen Karten für das Spiel gegen den attraktiven Gegner 1860 München verkauft werden konnten, schmerzte die Verantwortlichen zusätzlich.

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Andreas Ritter

Dresden . Dresden (DNN/JOL). Es war nicht nur das Ergebnis, das der Vereinsspitze von Dynamo Dresden am Montagabend Bauchschmerzen bereitete. Dass bis Sonntag um Mitternacht bei weitem nicht alle der ohnehin nur 13 000 für Dynamo-Fans vom DFB freigebenen Karten für das Spiel gegen den attraktiven Gegner 1860 München verkauft werden konnten, schmerzte die Verantwortlichen zusätzlich. "Die Zuschauerzahl war enttäuschend", räumte Sportchef Steffen Menze nach dem 2:2 vor nur 9772 Besuchern im Glücksgas-Stadion ein.

Da hatten Dynamo-Geschäftsführer Christian Müller und Aufsichtsratschef Thomas Bohn vor dem Sportgericht in Frankfurt/Main noch um eine Abmilderung des Urteils gekämpft und immerhin noch 3000 Karten mehr als zunächst erlaubt herausgeholt - und dann das. Zwar führte Präsident Andreas Ritter im MDR-Sachsenspiegel schon vor dem Spiel mehrere Gründe für den nach den letzten Tagen schon erwartet schlechten Besuch an, verwies auf Urlaubszeit, Liveübertragung und den von den Fans traditionell ungeliebten Montagabendtermin, doch der Vereinschef aus Freital stellte auch klar: "Es ist eine Tatsache, dass Fangruppen personalisierte Tickets ablehnen."

Der laut DFB-Urteil verfügte Abgriff von Daten, der eine bessere Zugangskontrolle ins Stadion und eine leichtere Verfolgung von dort begangenen Straftaten ermöglichen soll, stieß bei vielen Anhängern auf großen Widerstand. Die Parolen im Stadion waren eindeutig und richteten sich gegen die Sportgerichtsbarkeit des DFB, die zum wiederholten Male eine Zuschauerbeschränkung gegen Dynamo verhängt hatte, weil sich im letzten Heimspiel gegen 1860 und beim FSV Frankfurt einige "Fans" daneben benommen hatten. Der "Bonzen-DFB" wurde hart angegriffen, ihm der Wille zum Dialog mit den Fans abgesprochen. "Mal wieder das alte Lied - statt Dialog herrscht Krieg!", prangte auf einem Banner.

Auch das für diesen Montagabend verhängte Verbot von Stehplätzen empörte die Fans. Auf einem Transparent war zu lesen: "Fußball ohne Stehplätze ist wie Liebe ohne Sex!" Die Bastler eines anderen mutmaßten, dass Stehplatzbereiche dem Verband grundsätzlich ein Dorn im Auge seien. Sie schrieben: "Der K-Block mit Leidenschaft und Herz stört den DFB-Kommerz."

Die Mannschaft freute sich freilich über jeden Fan, der trotz der DFB-Maßnahmen gekommen war. "10 000 waren nur da, aber es war beeindruckend, wie sie uns unterstützt haben. Ich hoffe, dass in Zukunft auch die anderen wieder reindürfen", sagte Trainer Ralf Loose.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.08.2012

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