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Dynamo-Fans kommen extra nach Dresden, um Karten für den Gästeblock in Aue zu kaufen

Dynamo-Fans kommen extra nach Dresden, um Karten für den Gästeblock in Aue zu kaufen

Der Verein hatte andere Pläne, aber nun werden doch 2700 Fans von Dynamo Dresden am 10. März den Gästeblock im Erzgebirgsstadion bevölkern. Trotz des nach den Krawallen in Kaiserslautern von den Dynamo-Gremien beschlossenen Verzichts auf die Auswärtskarten-Kontingente für das Sachsenderby sowie für die Partien in Braunschweig (28. März) und bei Union (14. April) wird es zumindest in Aue lautstarke Unterstützung für die SGD-Profis geben.

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Für zwölf Euro das Stück wurden die Karten gestern im Refresh Store im Elbepark verkauft.

Quelle: Frank Dehlis

Die nun im Auftrag des FC Erzgebirge in Dresden angebotenen Karten gingen gestern zügig über den Ladentisch. Bereits eine Stunde früher als geplant, um 9 Uhr, startete der Verkauf im Refresh Store im Elbepark. Zwei Stunden vor Ladenschluss waren nur noch 100 Karten übrig.

Das von Dynamo-Sponsor Dirk Richter (Dress & Co) betriebene Textilgeschäft öffnete früher als sonst, weil bereits etliche Fans im Obergeschoss des Einkaufszentrums warteten. Von drei Ordnern bewacht, drängten sich die Fans an die Kasse, wo die Tickets ohne Mengenbeschränkung und Erfassung von persönlichen Daten abgegeben wurden.

Zum Teil nahmen die Anhänger weite Anfahrten auf sich. Marco (29) war aus Chemnitz angereist, um für sich und seine Kumpels sieben Karten für je elf Euro plus je einen Euro Vorverkaufsgebühr zu erstehen. "Ich habe die Karten aus dem gleichen Grund geholt wie alle hier - ich will die Mannschaft unterstützen und nicht den Verein in den Hintern treten." Der Zerspanungsmechaniker meinte zudem: "Aue braucht das Geld, da ist noch einem anderen Ostverein geholfen."

Steffen Grau (49) war mit seinem Neffen aus Ortrand angerückt. Beide kauften vier Karten und lehnen den freiwilligen Fanverzicht Dynamos ab. Der Verein werde für die Krawalle schon genug bestraft, sagen sie. Grau, von Beruf Maler, ärgerte diese Maßnahme: "Es ist schlimm, dass wir normale Fans mit kriminalisiert werden. Ich fahre seit 40 Jahren zu Dynamo, finde die Aktion mit dem Sonderverkauf klasse."

Christian Schöppe (22) nannte diese Lösung "eine interessante Idee, sonst hätten die Leute bei so einem Derby keine Chance gehabt, dabei zu sein". Der Abwassertechniker aus Dresden, der in Freiberg arbeitet und zwei Karten kaufte, war noch nie bei einem Auswärtsspiel: "Ich wollte schon letztes Jahr nach Aue. Dann ging es nicht, jetzt hätte es beinahe wieder nicht geklappt." Er hofft, dass das Sicherheitskonzept der Polizei greift. Die Beamten hatten es begrüßt, den Gästeblock für Dresdner Fans zu öffnen.

Dynamo-Präsident Andreas Ritter hofft, dass am 10. März alles ruhig bleibt. Der Verein lehne aber jede Verantwortung ab, falls doch etwas passiert. Ritter ärgerte das Vorgehen der Auer, die erst nur ganze 1500 Karten abgeben wollten, nach dem Fanverzicht dann eine satte Entschädigung über 15 000 Euro forderten, obwohl die angebotenen 1500 Karten nur 13 500 Euro gekostet hätten. "Das hat noch mal für völliges Unverständnis bei uns gesorgt", so Ritter. Er habe sich sehr gewundert, dass dann doch 2700 Karten an den Privatmann Richter gingen, als man eine Entschädigung ablehnte. Ritter betonte: "Der Verkauf dieser Karten hat nichts mit Dynamo Dresden zu tun."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.02.2013

Jochen Leimert

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