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Dynamo Dresdens Trainer Pacult über das Trainingslager: "Vor uns liegt noch viel Arbeit!"

Dynamo Dresdens Trainer Pacult über das Trainingslager: "Vor uns liegt noch viel Arbeit!"

Dynamo Dresden hat in den vergangenen anderthalb Wochen ein Trainingslager bei Antalya in der Türkei absolviert. Tina Hofmann sprach mit Trainer Peter Pacult, der eine erste Bilanz zieht.

Lara.

Frage: Herr Pacult, wie fällt Ihr erstes Fazit aus?

Peter Pacult: Es war ein gutes Trainingslager. Was wir uns vorgenommen haben, konnten wir erfüllen. Wir hatten einen sehr guten Trainingsplatz, das war das Wichtigste. Man hat aber in den zehn Tagen und auch in den Testspielen gesehen, dass noch viel Arbeit vor uns liegt. Deswegen dürfen wir nicht in Euphorie ausbrechen, wir haben in allen Bereichen noch genug zu tun.

Am Montag gelang Ihnen der Transfer von Tobias Kempe. Wie zufrieden sind Sie?

Er ist ein Spieler, der in der Vergangenheit schon bewiesen hat, dass er weiter sein könnte, als er jetzt ist. Ich gehe davon aus, dass er der Spieler ist, den wir im Offensivbereich brauchen. Er ist ein Junger. Ich bin überzeugt davon, dass wir den richtigen Griff gemacht haben.

Konnten Sie in Sachen Stammelf neue wichtige Erkenntnisse gewinnen?

Einige Positionen sind momentan von meinem Gefühl her besetzt, andere unbesetzt. Mit einigen Spielern kann ich fix rechnen, bei einigen muss ich noch schauen, was für uns die beste Lösung sein wird. Es ist zu früh zu sagen, mit der oder dieser Formation gehe ich ins Spiel. Die Zeit hat noch nicht ausgereicht, damit ich schon einen richtigen Stamm gefunden habe.

Bei Ihrem Amtsantritt drehte sich fast alles um das Thema Kommunikation zwischen Ihnen und dem Team. Wie läuft es bisher?

Für mich hat sich hier eine große Frage aufgetan. Als ich als Trainer bestellt wurde, wurde immer wieder nachgehakt, wie die Spieler den Trainer verstehen. Es hat aber noch keiner gefragt, wie verstehen sich die Spieler untereinander. Das sollten wir mal hinterfragen, ob die überhaupt richtig miteinander kommunizieren. Da sehe ich einen großen Minuspunkt. Daran müssen wir arbeiten. Es gibt da Dinge, die mir nicht gefallen.

Sie haben in den vergangenen zehn Tagen hart trainiert, aber auch oft den Spaß mit reingebracht. Wie wichtig ist das?

Ich tue mich mit dem Wort Spaß als Trainer immer etwas schwer. Heute musst du Psychologe und ein Spaß-Trainer sein. Ich denke, dass eher die Spieler einen Spaß-Beruf ausüben und ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Wenn ein Spieler den Spaß nicht selbst mitbringt, macht er etwas falsch. Wenn ich so einen tollen Beruf habe, muss ich immer gut drauf sein, egal ob es warm oder kalt ist. Es gibt auch Sportler anderer Sportarten, die im Freien arbeiten und ihre Leistung bringen müssen. Johan Cruyff hat früher gesagt, dass er nicht da ist, um die Mannschaft zu bespaßen. Hier geht es um Leistung und das ist das Allerwichtigste.

In den Testspielen haben Sie allen drei Torhütern fast die gleichen Spielanteile verschafft. Gibt es auf dieser Position eine Tendenz?

Da habe ich mich noch nicht entschieden. Natürlich gibt es eine leichte Tendenz, aber es ist alles noch in der Schwebe. Es könnte nicht ausgeschlossen sein, dass ich auf dieser Position noch handle.

Wo sehen Sie nach der Verpflichtung von Tobias Kempe noch Handlungsbedarf?

Nicht nur in der Offensive geht noch etwas, es gibt genauso Baustellen hinten. Natürlich könnte uns auf jeder Position ein Spieler weiterhelfen, der aus einem guten Bereich kommt und in einer ordentlichen körperlichen Verfassung ist. Aber man merkt, dass es nicht so einfach ist. Steffen Menze und ich telefonieren permanent, aber wie man bei den zwei Probespielern gesehen hat, ist es schwierig. Man weiß, dass bis zum 31. Januar noch ein bisschen Zeit ist. Die Frage ist, ob man bei einem Bundesligisten noch etwas erreichen kann, ob es da jemanden gibt, der noch jemanden abgeben möchte. Die Frage ist auch immer, ob der Spieler dann bereit ist, in die zweite Liga zu gehen. Da laufen Gespräche, auch für diese Spieler ist es nicht einfach, nicht zu wissen, wo ihr Weg hingeht. Da muss man Geduld haben und die Nerven bewahren, es kann sein, dass das alles kurzfristig passiert. Es muss nicht bedeuten, dass derjenige gleich gegen Duisburg spielt, vielleicht auch erst die Woche darauf.

Gibt es schon eine Entscheidung bezüglich der Spieler, die eventuell gehen müssen oder in die zweite Mannschaft versetzte werden?

Mit Steffen Menze habe ich jeden Abend zusammengesessen und gewisse Diskussionen geführt. Man hat gesehen, dass ein Training mit 24 Feldspielern nicht sinnvoll ist, weil du dann oft in den ganzen Spielformen und dem System an sich zu viele Fehler drin hast. Man muss jetzt vom Gefühl her schauen, was man aus der Situation am besten machen kann. Dann werden wir sehen, ob wir so bleiben oder der eine oder andere noch eine Veränderung erlebt. Das ist alles noch völlig offen, aber ich möchte nicht zu lange warten, denn wenn die Trainingsqualität darunter leidet, dann muss ich mir meine Gedanken machen und handeln.

Wie zufrieden sind Sie mit den Testspielauftritten Ihrer Mannschaft?

Für die Spieler waren die taktischen Vorgaben mit dem Pressing und schon vorn zu attackieren eine große Umstellung. Es war noch eine gewisse Unordnung drin, und ihnen das einzubläuen wird noch ein paar Wochen dauern, das geht nicht von heute auf morgen. Man sieht, dass viele Spieler taktisch noch nicht so diszipliniert spielen, wie ich es vom System her verlange. Da herrscht noch sehr viel Unruhe im Spiel, vor allem bezüglich der Positionswechsel. Es muss eine Grundordnung herrschen und die vermisse ich im Moment. Das muss man erst einmal in die Spieler reinkriegen, dass sie auf dem Platz nicht rumrennen, wo und wie sie wollen. Die Ergebnisse waren ok und das war auch wichtig. Zählen wird es aber, wenn es um Punkte geht, und da kommt eine andere Belastung und nervliche Situation auf die Jungs zu.

In den Testspielen ließen Sie die Kapitänsbinde wandern, oft trugen sie David Solga oder Cristian Fiel. Zeichnet sich eine Entscheidung bereits ab?

Die Kapitänsschleifen ist noch völlig offen.

Duisburg hat die gesamte Zeit neben Ihnen trainiert und wird nun auch bis kommende Woche in Lara bleiben. Ein Problem?

Nein, wir haben sie nicht explizit beobachten lassen. Bei ihnen ist nicht so ein großer Umbruch wie bei uns. Es ist eine eingespielte Mannschaft. Das Spiel ist noch weit weg und wichtig ist, dass wir in Schwung kommen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.01.2013

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