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Dynamo Dresdens Stammtorwart Kirsten vor einem besonderen Spiel

Dynamo Dresdens Stammtorwart Kirsten vor einem besonderen Spiel

"Jede Serie kann auch mal reißen", stellt Benjamin Kirsten trocken fest. Und wenn eine schwarze endet, dann ist der Schlussmann von Dynamo Dresden zufrieden.

Dresden .

Von Jochen Leimert

Dresden (DNN). "Jede Serie kann auch mal reißen", stellt Benjamin Kirsten trocken fest. Und wenn eine schwarze endet, dann ist der Schlussmann von Dynamo Dresden zufrieden. Nachdem es ihm und der Mannschaft beim 3:1-Erfolg gegen Aue gelungen ist, im vierten Anlauf den ersten Heimsieg der Saison einzufahren, würde der 25-Jährige heute Abend (20.15 Uhr/Sport1 live) beim 1. FC Köln am liebsten zwei weitere Negativserien durchkreuzen. Denn noch immer wartet Dynamo auf den ersten Sieg in einem Montagsspiel und auch auf das erste Zu-Null in dieser Saison.

Ein Erfolgserlebnis in Köln hätte für Kirsten ohnehin besonderen Wert, weil er zwar in Riesa geboren ist, aber seine Jugendjahre im Rheinland verbracht hat. In der Nähe von Köln ging der Filius des in der Domstadt gefürchteten Leverkusener Torjägers Ulf Kirsten in die Realschule, später dann auf die Sport-Eliteschule in Leverkusen. In der Realschule fand er sich oft als einziger Bayer-Fan inmitten von FC-Anhängern wieder, im Nachwuchs der Werkself war es gegen die Kölner Junioren auch nicht immer einfach: "Ich kann mich an ein böses 0:4 im Pokal erinnern, das war schwer für mich." Auf der rechtsrheinischen Sport-Eliteschule musste er zwar nicht mit FC-Talenten pauken, aber natürlich kannte man sich. "Es war eine gesunde Rivalität, das machte die Derbys aber auch aus. Diese Spiele hatten ein besonderes Flair."

Für Kirsten ist das heutige Spiel schon deshalb kein gewöhnliches: "Wenn man so lange in Leverkusen gespielt hat wie ich, dann ist es uninteressant, mit welchem Verein du da hinfährst, weil es noch das ist, was es früher war." Selbst Vater Ulf lässt die Vergangenheit nicht los: "Ich habe die letzte Woche viel Kontakt mit ihm gehabt, weil er sehr nervös ist. Es ist auch für ihn ein besonderes Spiel." Der Senior wird dem Junior heute bei dessen erstem Profieinsatz gegen Köln live im Stadion die Daumen drücken und hofft, dass die örtliche Boulevardpresse keine alten Geschichten neu aufbrüht. Benjamin müht sich derweil um Gelassenheit: "Ich kann mit der Situation umgehen. Ich glaube, dass mein Vater mehr damit zu tun hat."

Hohe Ziele hat der Junior aber allemal: Was es ihm bedeutet, erstmals in dieser Saison ohne Gegentor auszukommen, das konnte jeder erahnen, der ihn beim Auer Anschlusstreffer durch Jakub Sylvestr fluchen sah: Als der Slowake mit der Pike traf und alle Dynamos noch einmal zum Zittern brachte, riss sich Kirsten die Schirmmütze vom Schädel und feuerte sie wütend auf den Rasen. "Zu null zu spielen, das ist für jeden Torwart der Anspruch", stellt Dynamos Stammkeeper klar. Nichtsdestotrotz bemüht er sich auch hier um Lockerheit: "Man kann es nicht erzwingen. Jeder schaut jetzt natürlich darauf, aber man sollte den Mannschaftserfolg in den Vordergrund stellen. Man kann auch ein Gegentor kriegen und trotzdem wie wir gegen Aue gewinnen und ein gutes Spiel machen."

Nur ungern würde er sich aber von seinem alten Gegenspieler Adil Chihi, einem Kölner Eigengewächs, oder von Ex-Dynamo Thomas Bröker einen einschenken lassen. ",Bröki' ist ein Supertyp, aber er hat letztes Jahr mit Düsseldorf schon ein schönes Tor gegen mich gemacht. Das reicht." Und so sehr sich Kirsten darüber freuen würde, wenn hinten die Null steht, "das Spiel haben wir damit auch noch nicht gewonnen".

Felix Brych (37/München) pfeift heute.

Erst 1500 Tickets wurden an Dynamo-Fans verkauft; die Tageskasse für Gästefans an der Tribüne Nordost öffnet um 17.45 Uhr.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.10.2012

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