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Dynamo Dresdens Sebastian Schuppan: "Wir müssen uns in allen Bereichen verbessern"

Dynamo Dresdens Sebastian Schuppan: "Wir müssen uns in allen Bereichen verbessern"

Dass Dynamo Dresden mit nur drei Siegen aus 17 Spielen nicht auf einem Abstiegsplatz steht, mutet an wie ein kleines Wunder.

Dresden.

Von Jochen Leimert

Dresden. Dass Dynamo Dresden mit nur drei Siegen aus 17 Spielen nicht auf einem Abstiegsplatz steht, mutet an wie ein kleines Wunder. Lediglich 15 Punkte hat der mit über 14 094 Mitgliedern (Stand 26.11.) größte ostdeutsche Sportverein in der Hinrunde der 2. Fußball-Bundesliga eingesammelt, drei Zähler weniger als vor einem Jahr. Ohne eine deutliche Leistungssteigerung in der am Sonnabend gegen den VfL Bochum beginnenden Rückrunde ist der Klassenerhalt akut in Gefahr. Den ersehnten Ligaverbleib noch einmal so frühzeitig wie im vergangenen Frühjahr zu feiern, daran glaubt längst niemand mehr. Nicht nur für Trainer Ralf Loose ist klar: "Das ist ein Überlebenskampf, der bis zum letzten Spieltag dauern kann. Das wissen wir doch alle." Er sagt: "Wir müssen brutal hart um jeden Punktgewinn kämpfen."

Für den sicheren Ligaverbleib, also Platz 15, reichten vergangene Saison 35 Punkte. Mit einer ähnlich dürftigen Vorstellung wie in den letzten 17 Spielen würde Dynamo in der Addition der Punkte diese Marke klar verfehlen, geschweige denn jene 38 Zähler, die in der Saison 2009/10 dem FSV Frankfurt reichten, um gerade noch "über dem Strich" zu bleiben. Hansa Rostock hatte sich damals mit 36 Punkten auf den Relegationsplatz gerettet, um dann doch noch mit zwei Niederlagen gegen Ingolstadt abzusteigen. 2006, als es noch vier direkte Absteiger in die Regionalligen gab, waren selbst 41 Punkte zu wenig für Dynamo, um die zweithöchste deutsche Spielklasse zu behaupten.

Glaubt man Interimskapitän Sebastian Schuppan, sind sich die Spieler der dramatischen Situation bewusst. "Wir können natürlich nicht zufrieden sein mit der Punktausbeute. Wir haben uns zum Schluss stabilisiert, das war ein bisschen spät, aber man kann sich die Sachen nicht so aussuchen. Wir müssen jetzt das Beste daraus machen", sagt Schuppan. Um anders als in der Saison 2005/06 das verflixte zweite Jahr im Bundesliga-Unterhaus zu überstehen, sieht der Linksverteidiger nur einen Weg: "Wir müssen uns in allen Bereichen verbessern."

Gleich am Sonnabend gegen den VfL Bochum, einen direkten Kontrahenten, müssen die Schwarz-Gelben damit anfangen. Gegen den ein Punkt schlechter auf dem Relegationsrang 16 stehenden Ruhrpottklub muss endlich der dritte Heimsieg her. Acht Punkte auf eigenem Platz sind sehr wenig, wenngleich Dynamo bisher nur acht Spiele im Glücksgas-Stadion absolviert und somit in der Rückserie noch eines mehr hat. Trotzdem hängt Dynamo bei der Heimbilanz dem Vorjahresergebnis hinterher: Bei damals neun Heimspielen gelangen bis zum 17. Spieltag zwölf Punkte.

Zulegen muss Looses Team vor allem in Sachen Torgefahr. Zwar wurde viel über die teils eklatanten Abwehrschwächen diskutiert, doch zuletzt stand hinten zweimal die Null. Dafür klappt es aber nun vorn nicht mehr. Im Vergleich zur Hinrunde der Saison 2011/12 hat Dynamo sogar sechs Tore weniger kassiert, aber dafür gleich elf weniger geschossen. Mickael Poté hat seit dem 28. Oktober nicht mehr getroffen, braucht mehr denn je einen Sturmpartner, der den immensen Verlust durch den unvermeidlichen Abgang von Zlatko Dedic wenigstens ansatzweise abfedert. Mit Christoph Hemlein (21/VfB Stuttgart II) ist ein Stürmer als Neuzugang in der Winterpause im Gespräch, wenngleich Loose gestern abwiegelte: "Ich habe im Moment überhaupt gar keine Zeit, mich um Fragen, was Transfers angeht, zu kümmern. Ich stecke viel zu sehr im Tagesgeschäft."

Das steht derzeit ganz unter dem Eindruck der Kartenflut, die ständiges Improvisieren nach sich zieht. Anthony Losilla wurde gestern für seine Rote Karte in Regensburg (0:0) für zwei Spiele gesperrt. Klar ist: Sechs Platzverweise kann sich Dynamo in der Rückrunde nicht noch einmal leisten: "Wir müssen so immer wieder wichtige Leute ersetzen", ärgert sich Loose, "können nicht immer wieder in Unterzahl spielen." Und wie soll sich ein Lynel Kitambala oder sonstwer vorn festspielen, wenn er wiederholt von Kollegen verschuldeten taktischen Zwängen geopfert werden muss?

Überlebenswichtig ist, dass Dynamo weiter gegen die anderen Abstiegskandidaten punktet. Das gelang in der Hinrunde bis auf das Auftaktspiel in Bochum (1:2). Gegen alle anderen Teams ab Rang 13 abwärts blieb Dynamo ungeschlagen, gewann gegen Aue und in Duisburg (jeweils 3:1). Gut ist: Bis auf Aue erwartet Dynamo nun alle Kellerkinder daheim. Dass sich der Kreis der Abstiegskandidaten noch einmal ausweitet, glaubt Loose nicht: "Mannschaften wie Paderborn, wie Aalen, die man dazu gezählt hat oder wo man gedacht hat, die könnten Probleme kriegen, haben überraschend gut gepunktet und können nur bei einer starken Negativserie in Gefahr kommen."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.12.2012

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