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Dynamo Dresdens Neuzugang Christoph Menz muss gegen Union Berlin gegen viele alte Kumpels ran

Dynamo Dresdens Neuzugang Christoph Menz muss gegen Union Berlin gegen viele alte Kumpels ran

An das kommende Punktspiel am Freitagabend (18.30 Uhr, Glücksgas-Stadion) hat Christoph Menz oft gedacht, seit der Rahmenterminplan durch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) bekanntgegeben wurde.

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Keine Angst vor großen Namen: Dynamo-Neuzugang Christoph Menz (l.) kann austeilen, wenn es nötig ist. Vor einer Woche bekam HSV-Nationalspieler Dennis Aogo zu spüren, dass man an dem gebürtigen Magdeburger nur schwer vorbeikommt.

Quelle: Robert Michael

Dass der langjährige Mittelfeldspieler von Union Berlin schon so kurz nach seinem Wechsel zu Dynamo Dresden wieder auf seine alten Kameraden treffen würde, damit hatte der 24-Jährige nicht unbedingt gerechnet. "Klar ist das ein besonderes Spiel für mich", gibt er zu und erklärt offen: "Von Union als Verein wollte ich nicht weg."

Seit 2000 stand der gebürtige Magdeburger bei den "Eisernen" unter Vertrag, diente sich in der Wuhlheide von der D-Jugend bis ins Profiteam hoch. 85 Zweitliga-Einsätze bestritt er für die Rot-Weißen, doch Trainer Uwe Neuhaus plante zuletzt nicht mehr mit ihm. Für ihn war Menz nicht mehr als ein Ergänzungsspieler, an den großen Durchbruch des Eigengewächses glaubte er wohl nicht mehr. Spätestens Ende März war klar, dass Menz keinen neuen Vertrag bekommen würde. Also schaute und hörte sich "Heiko", wie ihn alte Freunde seit Kindertagen rufen, um. Als nach dem letzten Aufeinandertreffen zwischen Union und Dynamo am 12. April (0:0) publik wurde, dass er mit den Dresdnern verhandelt, reagierte Neuhaus sauer und nahm Menz aus dem Kader. Beim letzten Heimspiel am 12. Mai wurde der Blondschopf in Zivil verabschiedet, obwohl er gern noch einmal vor den begeisterungsfähigen Fans gespielt hätte. Es war ein schmerzlicher Tag, an den sich Menz nur ungern erinnert.

Obwohl er mit Neuhaus nicht mehr klarkam, pflegt er bis heute freundschaftliche Kontakte zu ehemaligen Mitspielern. Mit Unions Kapitän Torsten Mattuschka ist er noch immer dicke Tinte. Beide spielten nicht nur oft Seite an Seite auf dem Rasen, sondern "wir haben auch oft zu Hause miteinander an der Playstation gezockt". Auch da habe sein Kumpel gezeigt, dass er über besonderes Spielverständnis verfügt. Und ausgerechnet gegen diesen Mattuschka, der bei Union Heldenstatus genießt, könnte Menz am Freitagabend zum Einsatz kommen.

Sechs Jahre lang kickten sie gemeinsam, nun müssen sie sich wahrscheinlich 90 Minuten lang bekämpfen. "Ich weiß, wie er spielt und wie er zu stoppen ist", sagt Menz. Dass sich Union noch einmal mit einer Manndeckung gegen den Spielmacher, wie sie beim letzten Duell Denis Streker (inzwischen zurück nach Hoffenheim) erfolgreich praktizierte, aus dem Rhythmus bringen lässt, hält er nicht für ausgeschlossen. Ihr Spiel anders aufzuziehen, sei für die Unioner schwierig, weiß Menz: ",Tusche' ist schon sehr wichtig." Auf jeden Fall müsse Dynamo die Räume im zentralen Mittelfeld zumachen.

Wie der kommende, altbekannte Gegner aktuell drauf ist, das hat der Dynamo-Neuling genau studiert. Mit einem anderen, Thorsten Schulz nämlich, hat er sich am Montag das mühevolle 2:1 der Köpenicker im DFB-Pokal in Regensburg am Fernseher angeschaut. "Sie sind sicher nicht so in die Saison gestartet, wie sie sich das erhofft haben, aber das war schon oft so", meint Menz.

Nach einer 1:2-Niederlage zum Auftakt gegen Bochum und dem 1:1-Unentschieden bei Aufsteiger Bielefeld stehen die Berliner am Freitag schon mehr unter Druck als die Gastgeber. Denn die Erwartungen im Berliner Osten sind weitaus höher als bei den Schwarz-Gelben - die Fans träumen mehr denn je vom Aufstieg. Das neue Stadion, der Etat (rund 20 Millionen Euro) und die Neuverpflichtungen können sich sehen lassen. So kamen unter anderem Benjamin Köhler aus Kaiserslautern, Mario Eggimann aus Hannover, Sören Brandy aus Duisburg, Damir Kreilach aus Rijeka und Martin Dausch aus Aalen.

"Es ist eine Mannschaft, die sehr gut verstärkt wurde", glaubt Christoph Menz, der seinem langjährigen Verein mit etwas Glück und mehr Konstanz als in den letzten Jahren den Sprung in die Eliteliga zutraut. Für ihn ist aber auch klar: "Wir werden Union am Freitag nichts schenken, wir wollen selber gewinnen." Das müssen auch jene Kumpels aus Berlin akzeptieren, für die er extra zehn Karten organisieren musste. Rechtzeitig zum Ostklassiker scheint Menz auch gut in Form. Sein 1:0-Führungstor im Flutspiel gegen den HSV (Endstand 4:0) gab ihm neuen Auftrieb.

Vielleicht trifft der von Neuhaus Verschmähte auch gegen Union, für das er in all seinen Profijahren noch kein einziges Punktspieltor erzielen konnte. Es wäre eine große Genugtuung für den 1,85 Meter langen Defensiv-Allrounder, der speziell dem Ex-Trainer gern zeigen würde, dass er zu Unrecht an der Alten Försterei aussortiert wurde. Ansonsten wird er sich den "Eisernen" weiter verbunden fühlen, denn 13 Jahre an der Spree lassen sich nicht einfach so auslöschen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.08.2013

Jochen Leimert

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