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Dynamo Dresdens Neuer Losilla: Abräumer und Vollstrecker

Dynamo Dresdens Neuer Losilla: Abräumer und Vollstrecker

Mit aufgeschlossenem Blick und stets einem Lachen auf den Lippen kommt Anthony Losilla nach den Trainingseinheiten aus der Kabine.

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Anthony Losilla jubelt nach seinem Tor zum 2:0 bei Dynamos 3:1-Auswärtssieg in Duisburg.

Quelle: Frank Dehlis

Dresden . Von Tina Hofmann

Autogramm- und Fotowünsche erfüllt er mit Freude und einer Engelsgeduld. Charmant ist er aber nur außerhalb des Platzes, denn während der 90 Minuten schlüpft der Franzose für Dynamo auf der Sechser-Position in die Abräumer-Rolle. Mit fairer Aggressivität soll er den Gegner vom eigenen Sechzehner fern halten. Doch nicht nur seine defensiven Qualitäten machen ihn momentan für Trainer Ralf Loose und die Mannschaft so wertvoll, sondern auch sein Offensivdrang. "Das lag mir schon immer. Natürlich darf zunächst nichts hinten anbrennen, aber mir gefällt es, wenn ich mich auch in das Spiel nach vorn einschalten kann", beschreibt der 26-Jährige seine Vorlieben. In Duisburg und Sandhausen traf der Mann mit den schwarzen Haaren in die Maschen, gegen Kaiserslautern spielte er den entscheidenden Pass auf den Torschützen Mickael Poté. "Ohne die Unterstützung der Mannschaft und dem Vertrauen des Trainers wäre diese Leistung nicht möglich", lobt Losilla sein Umfeld.

Dass der Franzose seine Stärken derart entfalten kann, liegt vor allem an der heimatlichen Atmosphäre, die Loose und der Sportliche Leiter Steffen Menze dank der Verpflichtung sechs weiterer französischsprachiger Spieler geschaffen haben. "Die Integration ist mir unheimlich leicht gefallen. Romain Brégerie hat mir viel gezeigt und erklärt. Ich könnte mir nur schwer vorstellen, hier als alleiniger Franzose in der Stadt zu sein. Allerdings wäre es mit dem Deutsch lernen dann sicher einfacher", gibt der Defensivspieler zu. Seit gestern lernen er, Idir Ouali und Lynel Kitambala mit einer Lehrerin die deutsche Sprache.

Die familiäre Atmosphäre ist dem in Firminy geborenen Fußballer vor allem wichtig, weil seine schwangere Freundin Lauriane nicht bei ihm sein kann. "Das ist hart. Ich würde gern öfter bei ihr sein und den Babybauch wachsen sehen, aber sie möchte zu Hause in Frankreich entbinden. Danach wird sie mit unserem Sohn nach Dresden kommen", verrät Losilla, dass das Kinderzimmer nun also blau angemalt werden kann. Lauriane lebt in der Nähe von Cannes, wo ihr Freund von 2006 bis 2008 spielte. Neben dem Vertrauen auf dem Platz ist der Franzose aber vor allem froh, dass er in Ralf Loose einen derart verständnisvollen Trainer an seiner Seite hat. "Er hat mir schon mehrfach erlaubt, ein, zwei Tage bei ihr zu verbringen. Vor allem dann, wenn wichtige Untersuchungen anstehen. Wenn es Anfang Dezember dann soweit ist, darf ich auch zu ihr", berichtet er mit einem strahlenden Lachen voller Vorfreude.

Bis dahin will der vollstreckende Abräumer aber weiter Punkte mit Dynamo sammeln und dafür sorgen, dass sich das Team bald dem gesicherten Mittelfeld anschließen kann. "Wir haben noch keine Druck, sondern Vertrauen in uns. Viele wichtige Spieler waren verletzt, wir konnten nicht so viel miteinander trainieren. Es wird besser werden", verspricht der Franzose. Dass er wie jeder ehrgeizige Fußballer davon träumt, einmal höherklassig zu spielen, daraus macht der kein Geheimnis. Die deutsche, aber auch die französische und spanische erst Liga findet er interessant, wohlwissend, dass es dafür noch nicht reicht. "Ich bewundere Real Madrid, aber da werde ich nie spielen", lacht er. Am deutschen Fußball gefällt ihm das Spektakuläre, die Aggressivität und Schnelligkeit.

Wenn Dynamo die Klasse hält, müssen sich die Anhänger keine Sorgen machen, dass der Franzose noch vor seinem auslaufenden Vertrag im Juni 2014 abwandert. "Wenn meine kleine Familie im Dezember hierher kommt, wollen wir sicher nicht gleich wieder umziehen", sagt Losilla. Mit konsequentem Defensivspiel und weiteren Toren will er selbst dafür sorgen, dass Dresden auch weiterhin auf der Fußballlandkarte der zweiten Liga erhalten bleibt.

Tobias Müller, Lynel Kitambala (beide muskuläre Probleme) sowie Toni Leistner (Infekt) fehlten gestern neben den verletzten Cheikh Gueye und Bjarne Thoelke beim Training.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.09.2012

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