Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Google+
Dynamo Dresdens Kapitän Cristian Fiel: "Ich will nur noch nach Hause"

Dynamo Dresdens Kapitän Cristian Fiel: "Ich will nur noch nach Hause"

Cristian Fiel hätte sich nie träumen lassen, dass er in die dritte Liga muss. Warum er den Schritt dennoch nicht bereut hat und warum er jetzt nach Hause will, erklärte der Dynamo-Kapitän im Gespräch mit den DNN.

Lara .

Lara (DNN). Cristian Fiel hätte sich nie träumen lassen, dass er in die dritte Liga muss. Warum er den Schritt dennoch nicht bereut hat und warum er jetzt nach Hause will, erklärte der Dynamo-Kapitän im Gespräch mit den DNN.

Frage: Herr Fiel, ist der Lagerkoller im Hotel "Miracle" schon angekommen?

Cristian Fiel: Ganz ehrlich: Ich will jetzt nur noch nach Hause. Der Mittwoch ist ein Tag, an dem es wirklich schwer fällt, auf den Platz zu gehen und den Spaß hervorzukramen. Aber in der Vorbereitung ist das so, und wir haben nicht mehr viele Tage zu überstehen.

Die Mannschaft kriecht förmlich auf dem Zahnfleisch, weil der Coach keine Gnade kennt?

Die Intensität des Trainings ist sehr hoch und drei Einheiten am Tag hinterlassen ihre Spuren. Am Abend sind wir froh, wenn es auf die Massageliege geht oder wir in Sauna und Schwimmbad regenerieren können. Generell glaube ich aber nicht, dass noch viele Schleifer als Trainer am Werk sind. Mittlerweile ist eigentlich immer der Ball im Spiel. Und wir wissen genau, dass alles, was wir uns hier erarbeiten, nach der Pause enorm helfen wird.

Bei so viel Anstrengung kommt wohl keiner auf die Idee, abends mal nicht den Weg ins Bett zu finden...

22.30 Uhr sollten wir auf den Zimmern sein. Man hätte hier vielleicht die Möglichkeit auszubüchsen, aber wer nicht verstanden hat, worum es hier geht, dem ist nicht mehr zu helfen. Wir alle kämpfen für den Klassenerhalt, da wird keiner um 23 Uhr in Antalya in der Bar sitzen und das Leben genießen.

Sie sind nun eineinhalb Jahre bei Dynamo. Haben Sie die Entscheidung jemals bereut?

Ich wollte eigentlich meine Karriere beenden, ohne in der dritten Liga gespielt zu haben. Im Nachhinein war es aber genau die richtige Entscheidung. Als "Maucke" (Matthias Maucksch, Anm. d. Red) und mein Berater damals das Interesse seitens Dynamo vermittelten, habe ich nicht gesagt: Super, da wollte ich schon immer hin. Aber "Maucke" hat sich brutal um mich bemüht. Ich bin gekommen, als wirklich keiner daran geglaubt hat, dass der Aufstieg möglich ist. Und nun spielen wir zweite Liga. Ich habe in der Zeit Momente erlebt, die man nicht vergisst. Ich bin mit offenen Armen empfangen worden und habe hier eine Wertschätzung erfahren, die man nicht überall erlebt. Meine Familie und ich fühlen uns pudelwohl.

Was sind Ihre Ziele in der nahen Zukunft?

Als Erstes steht der Klassenerhalt auf dem Zettel. Wenn alle klar im Kopf sind, können wir es schaffen. Die, die aber denken, dass man diese Saison nicht so viele Punkte benötigt, um die Klasse zu halten und dass der Abstand nach unten schon groß genug ist, werden ihre blaues Wunder erleben. Wenn aber alle klar im Kopf bleiben, dann kann die Rückrunde nicht so gefährlich werden, dass wir noch mal unten hineinrutschen.

Die Mannschaft ist nun ein halbes Jahr zusammen. Wie sehen Sie ihre Entwicklung?

Es passt wirklich gut zusammen, und die Straße, auf der wir sind, ist in Ordnung. Spielerisch und taktisch kann man sich natürlich immer weiterentwickeln. Das Trainingslager ist eine gute Grundlage, aber wir müssen weiter hart an uns arbeiten und dürfen keine Punkte leichtfertig verschenken.

Sie teilen ein Zimmer mit Gerrit Müller. Wie sehr freut Sie sein Comeback?

Es freut mich erst einmal sehr, dass er wieder da ist. Für ihn ist es super. Ich war zwar nicht so lange verletzt wie er, aber uns beiden tun die Testspiele hier gut, um Spielpraxis zu bekommen.

Mit Fürth, Union Berlin und Paderborn warten ab dem 3. Februar gleich harte Gegner. Wie bewerten Sie das Programm?

Der Auftakt ist nicht einfach, aber auch andere Mannschaften müssen gegen die Teams von oben spielen. Wir müssen hochkonzentriert arbeiten und auf uns gucken. Wir wissen, dass es kein Spaziergang wird. Andere Mannschaften haben im Winter gute Leute geholt.

Wie fit sind Sie selbst nach Ihren langwierigen Wadenproblemen?

Das Thema Waden ist - Gott sei Dank - abgeschlossen. Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass ich bisher alle Einheiten ohne Probleme mitmachen konnte. Unsere Physiotherapeuten leisten eine unglaublich harte und tolle Arbeit.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.01.2012

Interview: Tina Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr