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Dynamo Dresdens Fitmacher: hristian Canestrini ist nicht nur Vorturner

Dynamo Dresdens Fitmacher: hristian Canestrini ist nicht nur Vorturner

Er lacht gern, doch wenn Christian Canestrini arbeitet, dann hochkonzentriert. Plötzlich schnappt sich der Tiroler einen Ball und schießt ihn an den Zaun. Sein Schützling Lynel Kitambala hat eine Übung nur halbherzig ausgeführt.

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Christian Canestrini (l.) bei der Arbeit mit Lynel Kitambala.

Quelle: Frank Dehlis

"Wenn wir es nicht genau machen, können wir es auch weglassen", schimpft Canestrini. Als Kitambala gehorcht, lobt ihn der Tiroler. Er klatscht in die Hände und schreit laut: "Super machst du das, klasse!"

Canestrini ist bei Dynamo nicht nur Fitnesscoach, sondern auch Motivator. Das hat seinen guten Grund. "Es spielt sich alles im Kopf ab. Die Jungs müssen eine Geist-Muskel-Beziehung aufbauen. Gestern kam ein Spieler zu mir und meinte, dass es hart ist, was mir machen, aber dass es sich nachher so geil anfühlt", berichtet er. Seine braunen Augen funkeln zufrieden.

Jeden Morgen bittet der gebürtige Innsbrucker in einen separaten Raum im Hotel, wo die Spieler mit ihm arbeiten. Dabei ist Canestrini keiner, der nur Anweisungen gibt. "Das Wichtigste an der Arbeit ist die Ehrlichkeit. Nur wenn ich den Jungs mit einer Leichtigkeit die Übungen selbst zeigen kann, nehmen sie es mir ab, bin ich authentisch und habe Respekt", erklärt der 50-Jährige, der kein Gramm Fett zuviel mit sich herumträgt.

Den Ist-Zustand der Mannschaft schätzt er als nicht schlecht ein, aber auch nicht optimal. Bei der Dosierung des Trainings gibt Canestrini Hinweise, die Entscheidungen trifft aber der Chefcoach. Auf die Frage, ob er dem Trainer sagt, wenn eine Pause nötig ist, gibt es eine Antwort, die schmunzeln lässt: "So kannst du das einem Peter Pacult nicht sagen, nicht einmal ich. Er muss schließlich am Ende seinen Kopf dafür hinhalten. Er ist im positiven Sinne einer der alten Schule, aber auch er entwickelt sich weiter und weiß, wann er mal rausnehmen muss."

Bis jetzt hat Canestrini es in noch keinem Verein erlebt, dass ihm in Sachen Fitness ein Spieler etwas vorgemacht hat. Wenn es soweit sein sollte, will er aufhören: "Aber acht Jahre gebe ich mir schon noch. Ich gehe selbst laufen und mache Gymnastik und ein bisschen Krafttraining", beschreibt er sein eigenes Programm. Von intensivem Gewichtstemmen hält er ohnehin nichts. "In Leipzig haben sie auch viel mit der Langhantel trainiert, dann hatten viele Spieler Entzündungen an der Patellasehnenspitze", blickt er zurück. Seit elf Jahren begleitet er Pacult als Fitnesscoach und war 2001 bei 1860 München der Vorreiter in dieser Branche. Zuvor hat der ehemalige Eishockey-Spieler als Personal Trainer gearbeitet.

Vor allem den Kontakt zu Menschen schätzt er an seiner Arbeit. Für "Otto Normalverbraucher" hat er drei wichtige Tipps für eine gesunde Lebensweise: "Gesund ernähren mit Obst, Gemüse und ein bisschen hellem Fleisch. Man muss keine Körner essen und ich greife auch mal gern zu Pommes, aber ich sage immer Gebrauch und nicht Missbrauch. Daneben ist Schlaf das Allerwichtigste, weil es Regeneration für Körper und Geist ist. Bei den Belastungen und dem Druck in der heutigen Zeit sollten Menschen mit Schlafstörungen etwas tun. Und bewegen muss man sich natürlich."

Zum perfekten Glück fehlen ihm derzeit nur seine Frau Anja und die 16 Monate junge Tochter Laura, die in Leipzig zur Welt kam. "Es macht mich so glücklich, dass ich das noch einmal erleben darf, aber im Moment bin ich traurig, die beiden fehlen mir, ich bin ohne sie nur ein halber Mensch", erklärt Canestrini. Deshalb sollen die beiden so schnell wie möglich nach Dresden kommen. Bis dahin will er die Mannschaft und Kitambala weiter auf Vordermann bringen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.01.2013

Tina Hofmann, Lara

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