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Dynamo Dresdens Fans wurden in der DDR systematisch überwacht - Dresdner Historiker stellt Studie vor

Dynamo Dresdens Fans wurden in der DDR systematisch überwacht - Dresdner Historiker stellt Studie vor

Der DDR-Staatsapparat hat die Fanszene von Dynamo Dresden in den 1980er-Jahren massiv überwacht, aber kein wirksames Mittel gegen Gewaltexzesse und rechtsextreme Tendenzen gefunden.

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Über die staatliche Überwachung von Dynamo-Fans in der DDR-Zeit referierte am Montagabend der Dresdner Historiker Kai Schurig im Stadtarchiv.

Quelle: Stefan Schramm

Zu diesem Schluss kam der Dresdner Historiker Kai Schurig am Montagabend in einem Vortrag im Stadtarchiv der sächsischen Landeshauptstadt. Darin stellte der 32-Jährige vor etwa 70 Zuhörern seine 2012 verfasste Masterarbeit vor.

Die historische Betrachtung widmet sich dem Thema des staatlichen Einflusses auf die SGD-Anhänger insbesondere in den 1980er-Jahren, als es einen deutlichen Anstieg von Fankrawallen und gewalttätigen Auseinandersetzungen gab. Während zu deren Eindämmung in der Bundesrepublik Stadionverbote verhängt und spezielle bauliche Maßnahmen in den Arenen ergriffen wurden, setzten die Machthaber im Osten Deutschlands auf die Stasi.

Besonders die schwarz-gelben Fanclubs, von denen es zum Ende der DDR immerhin 82 gab, unterlagen strengen Reglements. Sie durften sich keine englisch klingenden Namen geben, ihre Mitglieder wurden namentlich erfasst. Ein IM saß ab 1984 als Fanbetreuer auf einer Schlüsselposition.

Galten die Dynamofans Anfang der 1980er-Jahre noch als insgesamt unauffällig, waren sie spätestens 1988 als "erhebliche Verursacher von Störungen der öffentlichen Ordnung und Sicherheit" beim MfS aktenkundig. "Ein Grund für das Schreiben dieser Arbeit war, einmal aufzuzeigen, wohin repressive Maßnahmen führen können", sagte Kai Schurig im Blick auf aktuelle Entwicklungen im deutschen Fußball. Für seine Analyse hatte der Historiker umfangreiche Dokumente staatlicher Organe ausgewertet und Interviews mit Zeitzeugen geführt.

Stefan Schramm

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