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Dynamo Dresden will Ausschluss aus dem DFB-Pokal nicht akzeptieren - Strafmaß sei „extrem überzogen“

Dynamo Dresden will Ausschluss aus dem DFB-Pokal nicht akzeptieren - Strafmaß sei „extrem überzogen“

Dresden/Frankfurt. Dynamo Dresden will sich mit allen zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln gegen einen Ausschluss aus dem DFB-Pokal für die kommende Saison wehren.

Diesen forderte am Mittwoch der DFB-Kontrollausschuss nach den Vorfällen beim Zweitrunden-Pokalspiel der Dynamos bei Borussia Dortmund am 25. Oktober. „Wir empfinden es als extrem überzogen. Wir haben den Eindruck, der DFB stand unter dem Druck, ein Exempel an einem Club zu statuieren", sagte Dynamo-Geschäftsführer Volker Oppitz am Mittwoch.

Der namhafte und auf Sportrecht spezialisierte Anwalt Christoph Schickhardt wird den Verein juristisch vertreten. „Auch er empfindet das Strafmaß als unangemessen", bemerkte Dynamo-Geschäftsführer Volker Oppitz. „Unserer Meinung nach hat die mediale Wahrnehmung den Druck erhöht, eine harte Strafe auszusprechen. Wir werden alles tun, um diese Strafe noch zu verhindern", kündigte Oppitz an.

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Der Verein wehrt sich gegen den Pokalausschluss juristisch.

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Die Fans der Dresdner hatten im Stadion und live vor 6 Millionen Fernsehzuschauern ein wahres „Feuerwerk" an Pyrotechnik abgebrannt. Zahlreiche bengalische Feuer brannten und flogen teilweise aufs Spielfeld, Böller wurden dutzendfach gezündet, die Partie musste drei Mal unterbrochen werden. Einige der mehr als 10.000 Gästefans hatten zudem im Stadion gewütet. Werbebanden, 200 Schalensitze, Toiletten und Imbissstände wurden zerstört, der BVB sprach von rund 150.000 Euro Schaden. Laut Polizei lieferten sich Dresdner Fans zudem vor und nach dem Spiel heftige Auseinandersetzungen mit den Beamten. Insgesamt wurden 17 Personen verletzt und 15 Menschen vorläufig festgenommen.

Allerdings gab es auch in fast allen anderen Stadien der zweiten Pokal-Hauptrunde Pyrotechnik auf den Rängen, auch bei der Partie Frankfurt gegen Kaiserslautern gab es heftige Randale - ein Pokalausschluss wird bisher aber nur gegen Dynamo gefordert.

„Ich habe den Eindruck, dass man ein ungeliebtes Kind in die Verbannung schickt, dann zur Tagesordnung übergeht und denkt, dass das Problem damit gelöst ist", sagte Dynamo-Präsident Andreas Ritter. Die vergangenen Tage hätten gezeigt, dass Gewalt kein alleiniges Problem von Dynamo Dresden ist. In einem persönlichen Brief will er DFB-Präsident Theo Zwanziger vor einem endgültigen Urteil um ein persönliches Gespräch bitten. „Wir sind völlig geschockt und entsetzt. Wir können dieses Strafmaß überhaupt nicht nachvollziehen."

Die Sperre für den Pokal würde für Dynamo einen herben finanziellen Verlust bedeuten. Allein für das Spiel in Dortmund kassierten die Sachsen dank der Live-Übertragung im ZDF rund 482.000 Euro. Die Garantieprämien in der 1.Runde beliefen sich in dieser Saison auf rund 110.000 Euro, in der 2. Runde auf rund 270.000 Euro. Käme Dynamo Dresden über die 2. Runde hinaus, stünden dem Verein weitere Gelder in Höhe von 505.000 Euro zu. Bei einer Live-Übertragung locken noch höhere Summen.

Der Kontrollausschuss hatte dem Zweitligisten bereits nach den schwerwiegenden Vorkommnissen beim Relegationsspiel in Osnabrück am 24. Mai härtere Sanktionen für den Fall eines erneuten gravierenden Fehlverhaltens seiner Fans angedroht. Für den deutschen Meister Borussia Dortmund wurde vom Kontrollausschuss eine Geldstrafe von 10.000 Euro gefordert, weil Dresdner Fans riesige Mengen an Pyrotechnik ins Stadion gebracht hatten.

Auch beim BVB reagierte man mit Unverständnis. „Uns liegt noch nichts Offizielles vor. Aber ich weiß nicht, wo unser Fehlverhalten liegen soll. Unsere Ordnungskräfte haben sofort reagiert und noch das Beste aus der schwierigen Situation gemacht", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

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dbr / sl/ dpa

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