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Dynamo Dresden sucht neuen Namenssponsor für sein Stadion

Dynamo Dresden sucht neuen Namenssponsor für sein Stadion

Einem Teil der Fans passte der neue Name zwar nicht, doch die Erleichterung bei Dynamo, der Stadt, der Stadion-Projektgesellschaft und dem Vermarkter Sportfive war groß, als im Dezember 2010 das Namensrecht am neuen Dresdner Fußballtempel nach Jahren vergeblicher Mühen endlich an die Goldgas SL GmbH verkauft werden konnte.

Dresden .

Von Jochen Leimert

Dresden (DNN). Einem Teil der Fans passte der neue Name zwar nicht, doch die Erleichterung bei Dynamo, der Stadt, der Stadion-Projektgesellschaft und dem Vermarkter Sportfive war groß, als im Dezember 2010 das Namensrecht am neuen Dresdner Fußballtempel nach Jahren vergeblicher Mühen endlich an die Goldgas SL GmbH verkauft werden konnte. Die damals in Nürnberg ansässige Firma bewarb seither eines ihrer Tochterunternehmen mit dem Glücksgas-Stadion. Bis 2015 sollte der Vertrag mit dem Energieversorger laufen, laut dem pro Jahr geschätzt rund 300 000 Euro nach Dresden fließen. Viel Geld, das die neuen Eigentümer von Goldgas inzwischen lieber sparen würden. Im Februar 2012 erwarb ein Finanzinvestor die Gesellschaft und dessen Interesse am Werbeobjekt Glücksgas-Stadion tendiert inzwischen gegen null.

Der erst 2006 gegründete Gasversorger Goldgas SL GmbH beliefert rund 175 000 Privat- und Geschäftskunden in Deutschland mit Erdgas und setzte bis zu seinem Verkauf an die Luxemburger Fondsgesellschaft BluO stark auf Sportsponsoring, um seine Marken bekannter zu machen. So tragen die Handball-Nationalmannschaft und die Bundesliga-Handballer der Rhein-Neckar-Löwen sowie Fußball-Regionalligist 1. FC Lok Leipzig den Schriftzug Goldgas auf ihren Trikots. Doch die goldenen Zeiten scheinen zumindest im Fußball-Osten vorbei. Nachdem Lok-Präsident Michael Notzon, bis Februar einer der geschäftsführenden Gesellschafter von Goldgas, seine Anteile verkauft hat, fließen statt wie in den ersten beiden Jahren statt 300 000 Euro nur noch 100 000 Euro an die Leipziger Kicker. Vereinbart hatte Notzon aus unternehmerischer Vorsicht für das dritte Jahr zwar von vornherein nur jene 100 000 Euro, "doch das Ziel war natürlich im dritten Jahr, wenn alles gut läuft, das Engagement in Leipzig entsprechend wieder zu erhöhen, doch das kann ich nun nicht mehr, weil ich nicht mehr Gesellschafter oder Geschäftsführer bei Goldgas bin und der neue Eigentümer es auch nicht mehr erhöhen will, weil er nicht so sehr auf Sportsponsoring setzt." Obwohl Lok aufstieg, zahlt Goldgas nur noch das Minimum. Und 2013 ist wohl Schluss. Ähnlich müsse man die Situation auch in Dresden sehen, wo es auch um Sportsponsoring gehe, glaubt Notzon. Er hoffe und gehe zwar grundsätzlich davon aus, dass Goldgas seine vertraglichen Pflichten erfüllt, aber er vermutet, dass sich der Finanzinvestor bemüht, aus langfristigen Verträgen wie dem mit den Dresdnern herauszukommen. Das Unternehmen selbst reagierte auf eine DNN-Anfrage nicht.

Bei der Stadion Dresden Projektgesellschaft, welche die 32 000 Zuschauer fassende Arena an der Lennéstraße betreibt, hielt man sich zu dem Thema ebenfalls bedeckt. Stadionmanager Hans-Jörg Otto teilte lediglich mit, dass es keine Außenstände seitens des Namensgebers gebe und meinte ansonsten: "Wir werden uns dazu nicht weiter äußern." Klar ist derweil, dass der Energieversorger nur noch das Nötigste tut und selbst auf die Wahrnehmung vereinbarter Werberechte in Dresden verzichtet. Das Logo mit dem fröhlichen Schornsteinfegerlein sucht man inzwischen im Stadion, im Dynamo-Programmheft oder auf der SGD-Homepage vergebens. Es heißt sogar inzwischen, Goldgas wolle den Markennamen Glücksgas aufgeben.

Dynamo und seine Partner von der Projektgesellschaft und von Sportfive wissen seit Sommer von der neuen Situation: "Die entsprechende, aus Vereinssicht positive, Übereinkunft wurde im Juli getroffen", bestätigte SGD-Pressesprecher Enrico Bach. Goldgas zahle aber weiter, das Namensrecht bleibe bestehen. "Wir haben ein über die Saison hinaus gültiges Vertragsverhältnis mit dem derzeitigen Namensgeber und keinen Handlungsdruck", bekräftigte Bach. Aus sicherer Quelle erfuhren die DNN jedoch, dass die Suche nach einem neuen Namenssponsor längst läuft. Schon deshalb missfiel Dynamo die reißerische Berichterstattung vor dem Spiel in Köln, denn mit Schlagzeilen über die "Faust des Ostens" wird man keinen potenten Geldgeber im Westen finden. Dort sitzen aber nunmal die großen Firmen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.10.2012

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