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Dynamo Dresden möchte sich mit bewährtem und neuem Personal weiter in der 2. Liga etablieren

Dynamo Dresden möchte sich mit bewährtem und neuem Personal weiter in der 2. Liga etablieren

45 Punkte, 50:52 Tore, 9. Platz - so lautet das Abschneiden von Aufsteiger Dynamo am Saisonende in der 2. Bundesliga. Ein klasse Ergebnis, das kaum einer den Schwarz-Gelben zugetraut hätte - nicht einmal Sportchef Steffen Menze und Trainer Ralf Loose, die einen Tag nach dem 1:1 beim FSV Frankfurt Bilanz zogen und über Zukunftspläne sprachen, während die Spieler ihren Urlaub antraten oder sich ganz verabschiedeten.

Dresden .

Von Jochen Leimert

Dresden (DNN). 45 Punkte, 50:52 Tore, 9. Platz - so lautet das Abschneiden von Aufsteiger Dynamo am Saisonende in der 2. Bundesliga. Ein klasse Ergebnis, das kaum einer den Schwarz-Gelben zugetraut hätte - nicht einmal Sportchef Steffen Menze und Trainer Ralf Loose, die einen Tag nach dem 1:1 beim FSV Frankfurt Bilanz zogen und über Zukunftspläne sprachen, während die Spieler ihren Urlaub antraten oder sich ganz verabschiedeten.

Neuaufbau geglückt

"Nach dem fulminanten Aufstieg, den wir alle noch präsent haben, war es schwierig, eine Truppe zusammenzustellen, die den finanziellen Möglichkeiten gerecht wurde und in der Lage war, in der 2. Liga zu bleiben. Da waren wir alle ein bisschen skeptisch. Deswegen ist es hoch zu bewerten, dass es reibungslos funktioniert hat", sagt Loose zufrieden. Charakterstarke Spieler, die anderswo keine Chance mehr hatten, hätten die Herausforderung Dynamo angenommen. Loose: "Bestes Beispiel ist Dedic, der in Bochum fünfter Stürmer war, keine Rolle mehr gespielt hat und noch nicht mal zu den Testspielen eingesetzt worden ist. Bei uns wurde er zum Torjäger." 13 Tore hätte er dem Slowenen gar nicht zugetraut: "Er sollte eigentlich nur die Hälfte schießen." Schwer sei es gewesen, sich nach dem Aufstieg von Spielern zu trennen, "mit denen man sich Stunden zuvor noch in den Armen gelegen hat". Im Interesse des Vereins sei das aber nötig gewesen, so Loose. Dass man bei den Neuverpflichtungen Geduld bewies, habe sich ausgezahlt.

Schlüsselspieler gehen voran

"Jeder Spieler hat eine wichtige Rolle im Team eingenommen", sagt Loose, "die erste Elf ist oft nur so gut wie die zweite, die den Druck hoch hält und den Konkurrenzkampf entfacht." Alexander Schnetzler, der Bankkönig, habe von ihm ein Extralob erhalten, weil er seine Rolle klaglos akzeptiert und für gute Stimmung gesorgt habe. Neben den Torjägern Dedic und Poté, die sich über die Saison Respekt bei den Gegnern erarbeiteten, den "Eckpfeilern" Gueye und Brégerie sowie den Tschechen Trojan und Fort hätten auch Aufstiegshelden wie Fiel, Solga, Jungwirth, Koch oder Schuppan überzeugt. Oldie Fiel habe bewiesen, dass er noch immer Zweitliga-Reife und Führungsqualitäten besitzt, auch die Jüngeren hätten die Erwartungen erfüllt: "Für mich war klar, dass man in der 2. Liga auf sie setzen muss, weil sie in ihr eine große Herausforderung sehen und sich beweisen wollen. Das haben sie in großen Teilen der Saison gut gemacht."

Weitere Abgänge stehen fest

Neben Dedic (zurück nach Bochum), Kegel (Chemnitz), Eilhoff, Müller (beide Ziel unbekannt) werden nun auch Hesl, Heller, Schnetzler und Walch Dynamo verlassen. Möckel hat noch Vertrag, laut Menze aber "keine Perspektive mehr". Im Fall des von Hertha BSC ausgeliehenen Knoll seien momentan keine Gespräche möglich. Bei Subasic stehen noch Verhandlungen an, momentan sei seine Weiterverpflichtung noch zu teuer, während eine erneute Ausleihe von Savic mit Bordeaux noch diese Woche perfekt gemacht werden soll. "Von unserer Seite ist alles klar", sagte Menze dazu. Noch offen ist der Fall Pfeffer. Trotz der vielen Abgänge mag Menze den anstehenden Umbruch nicht mit dem des Vorjahres vergleichen: "Wir haben ein gestandenes Korsett auf dem Platz." Man trenne sich vornehmlich von Spielern der zweiten Reihe. Ein normaler Vorgang.

Zugänge für die neue Saison

Auf der Torwartposition soll ein erfahrener Mann verpflichtet werden, der dem Platzhirsch Kirsten Konkurrenz machen soll. Loose: "Es geht darum, jemanden zu holen, der die Nummer eins werden kann." Eine Rückkehr von Ex-Dynamo Tom Starke (1899 Hoffenheim) nennt Menze allerdings "völlig unrealistisch". Die Neuverpflichtung bekomme aber keinesfalls eine Stammplatzgarantie, betonte Loose. Kirsten habe seine Chance genutzt, anfängliche Zweifel an seiner Zweitliga-Reife beseitigt, "er ist aber auch in einer Phase der Saison ins Tor gekommen, wo die Mannschaft gefestigter war". Mit Marek Große aus der A-Jugend soll ein Talent an den Profibereich herangeführt werden. In Sachen Feldspieler sind die Testkandidaten Köz (Bayern) und Besic (HSV) weiter im Rennen. Gut möglich, dass noch diese Woche eine Neuverpflichtung perfekt gemacht wird, so Menze. Der im letzten Jahr schon umworbene Stürmer Rangelow (noch von Dortmund an Cottbus ausgeliehen) sei derzeit weniger im Fokus: "Da gibt es überhaupt keine Ansatzpunkte im Moment."

Ziele für die Serie 2012/13

"Unser ganz klares Ziel ist es, an unsere Leistung von diesem Jahr anzuknüpfen. Ich bin der Meinung, es wird nicht einfacher", sagt der Sportliche Leiter. "Es geht darum, die Liga zu halten", sagt Loose, ohne sich näher positionieren zu wollen. Vieles hänge davon ab, welche Spieler sich für Dynamo entscheiden. Die lebenswerte Stadt, die Fans und das schöne Stadion könnten fehlendes "Kleingeld" nur bedingt aufwiegen. Menze: "Wir können einen gewissen Abschlag kompensieren. Die emotionale Schiene hilft uns, aber nur bis zu einem gewissen Punkt." Außer um Verstärkung bemüht sich der Klub auch um bessere Trainingsbedingungen. Laut Menze will Dynamo ein längeres Nutzungsrecht für die Plätze im Großen Garten erwirken, um Drainage und Bewässerungsanlage einbauen zu können. Kosten: 60- bis 80 000 Euro.

Radio-Tipp: Sebastian Schuppan plaudert heute zwischen 15 und 16 Uhr bei MDR 1 Radio Sachsen über die Saison.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.05.2012

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