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Dynamo Dresden kämpft gegen Pokal-Sperre und um seinen guten Ruf

Dynamo Dresden kämpft gegen Pokal-Sperre und um seinen guten Ruf

Dresden. Die Verantwortlichen von Dynamo Dresden kämpfen in Frankfurt gegen den Ausschluss vom DFB-Pokal für die kommende Saison.

Seit etwa 12.40 Uhr verhandelt das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) unter dem Vorsitz von Götz Ehlers über die Berufung von Dynamo Dresden und Borussia Dortmund gegen das Urteil vom November. Ein Urteil wird für den frühen Abend erwartet.

Wegen der Fan-Ausschreitungen beim Zweitrundenmatch im August soll Dynamo für ein Jahr vom Pokal ausgeschlossen werden, Dortmund soll eine Geldstrafe von 8000 Euro zahlen. Doch beide Vereine sind mit ihrem Strafmaß nicht einverstanden.

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Der Verein wehrt sich gegen den Pokalausschluss juristisch.

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Dynamo kämpft nicht nur gegen die Strafe, sondern vor allem um den in den vergangenen zwei Jahren aufgebauten Ruf. „Es sind ernste Dinge vorgefallen. Wir wissen, dass es eine Strafe gibt", sagte Präsident Andreas Ritter im Vorfeld der Verhandlung. Allerdings empfindet der Verein das Urteil als ungerecht. Denn es treffe den Verein und alle Fans.

Dabei habe das Gericht in erster Instanz sogar befunden, dass sich Dynamo in der Vorbereitung des Spiels als auch hinterher vorbildlich verhalten habe. Eine „bestmögliche Entwicklung" habe der DFB dem Club bescheinigt, sagt Dynamos Anwalt Christoph Schickardt. Das Urteil werfe den Club nun zurück. Schließlich sei der Pokal ein gewichtiger Wettbewerb mit großer Historie. „Da schlägt das Herz des Fußballs", meint der Sportjurist, der nach eigenen Angaben seit vielen Jahren Dynamo-Mitglied ist.

Das Problem sei, dass die Fehler nicht von Dynamo gemacht worden seien. Schickardt spricht von einsatztaktischen Fehlern der Polizei, welche die Situation nicht im Griff hatte. „Dafür müssen wir nun den Kopf hinhalten." Schickardt ist deswegen nicht dafür, alle Dynamo-Fans und den Verein pauschal zu bestrafen, sondern gezielt vorzugehen. Man müsse Grenzen aufzeigen und Problemfans die helfende Hand reichen. Werde die nicht ergriffen, plädiere er dafür, solche Leute gezielt auszusperren.

Auch Thorsten Rudolph, der Leiter des Dynamo-Fanprojektes, hofft, dass die Strafe noch einmal überdacht wird. Nötig sei eine Selbstregulierung innerhalb der Fanszene. Diese diskutiere die Vorfälle kontrovers. Rudolph sagt aber auch, dass nur ein faires Urteil weiterhelfe, und in der Fanszene zum nächsten Schritt führe.

Wie ein gerechtes Urteil aussehen kann, wollte sich die Vereinsführung im Vorfeld nicht entlocken lassen. Präsident Ritter wünschte sich ein „Urteil mit Perspektive", das dem Verein Entwicklungschancen lasse.

Dabei steht nicht fest, ob ein Zuschauerausschluss oder eine Geldstrafe wirklich eine mildere Strafe wären. Zwar hat Dynamo in dieser Saison dank des fast ausverkauften Heimspiels und der Live-Übertragung der Partie in Dortmund mehr als 500.000 Euro eingenommen. Kommende Saison müssten die Dresdner in der ersten Hauptrunde aber auswärts antreten. Flöge Dynamo Dresden dann bei einem unterklassigen Gegner vor wenigen Tausend Zuschauern überraschend raus, könnte sich die Pokalsperre im Nachhinein als eigentlich ganz mildes Urteil entpuppen.

Stephan Lohse

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