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Dynamo Dresden kämpft Tabellenführer Hertha BSC nieder und siegt dank Eigentor

Dynamo Dresden kämpft Tabellenführer Hertha BSC nieder und siegt dank Eigentor

Welch ein Fußball-Nachmittag in Elbflorenz: Sonnenschein, milde sieben Grad, ein proppevolles Haus - und ein Spiel, das die 29.174 im Stadion anwesenden Fans so schnell nicht vergessen werden! Mit einer ungeahnten Energieleistung hat Dynamo Dresden am Sonnabend Zweitliga-Tabellenführer Hertha BSC die erste Niederlage seit dem zweiten Spieltag beigebracht und sich mit dem vierten Heimsieg erstmals seit Monaten aus der Abstiegszone befreit.

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Dynamo Dresden hat 1:0 gegen Hertha BSC gewonnen.

Quelle: dpa

Das 1:0 (1:0) klingt zwar knapp, doch der Triumph des Außenseiters über die beste Mannschaft der 2. Bundesliga war völlig verdient und er hätte sogar noch höher ausfallen müssen. Selbst Hertha-Coach Jos Luhukay gratulierte den Schwarz-Gelben: "Glückwunsch an Dynamo! Ich denke, dass Dynamo heute verdient gewonnen hat und über sich hinausgewachsen ist." Dresdens Coach Peter Pacult bedankte sich für die fairen Worte bei seinem Kollegen und vor allem auch bei seiner Truppe, die 92 Minuten wirklich alles aus sich herausgeholt hatte: "Man muss der Mannschaft ein Riesenkompliment für diesen Fight machen. Wir haben um jeden Zentimeter auf dem Platz gekämpft und auch versucht, Fußball zu spielen. Das ist uns teilweise auch sehr gut gelungen. Wir haben die Lücken gefunden, hätten mit etwas Glück das eine oder andere Tor nachlegen können."

 

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Berlins Torwart Thomas Kraft schaut nachdenklich, während im Hintergrund die Dresdner Spieler über den Treffer zum 1:0 jubeln.

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Dabei fing die denkwürdige Partie, die von der Atmosphäre her absolut bundesligareif war, alles andere als optimal für die Gastgeber an, denn fünf Minuten vor dem Anpfiff hatte Luhukay mit Spielmacher Ronny und Marcel Ndjeng noch zwei Stammkräfte aus der Mannschaft nehmen müssen, weil sie beim Aufwärmen muskuläre Probleme bekommen hatten. So musste Pacult umstellen, die Zuordnung insbesondere bei Freistößen neu abklären.

Und dann - Hertha hatte den besseren Start, begann sein gewohntes Pressing aufzuziehen - musste auch noch Vujadin Savic verletzt runter. Pacult brachte in der 10. Minute überraschend Cristian Fiel statt Bjarne Thoelke und schickte Anthony Losilla in die Innenverteidigung, wo der Franzose fortan ein ganz starkes Spiel machte.

Nach gut 20 Minuten übernahm Dynamo mehr und mehr die Initiative, doch Lynel Kitambala (22.) und Mickael Poté (27.) verpassten die ersten Torgelegenheiten. Als Hertha nach einem Freistoß durch Innenverteidiger John Anthony Brooks zum Abschluss kam, aber Poté den Schuss noch blocken konnte (36.), war Dynamo wieder am Zug und der Ball lag plötzlich auf der anderen Seite im Netz: Fiel hatte einen weiten Freistoß getreten, Poté und Pierre-Michel Lasogga gingen zum Kopfball hoch und die Kugel schlug hinter der Torlinie ein. Poté, der den Ball mit dem Hinterkopf berührt hatte, wurde schon für sein erstes Tor seit 1085 Minuten gefeiert, doch Schiedsrichter Michael Weiner aus Giesen gab den Treffer auf dem Spielberichtsbogen als Eigentor Lasoggas an.

 

Kitambala hätte dann noch vor der Pause erhöhen können, scheiterte aber an Hertha-Keeper Thomas Kraft (40.). Kurz nach dem Seitenwechsel gewann der ehemalige Bayern-Torhüter auch das nächste Duell mit dem Franko-Kongolesen (47.), bevor Kitambala ihn bei einem Abschlag blockte und so per Bogenlampe fast das 2:0 erzielt hätte (50.). Dynamos Winter-Neuzugang Tobias Kempe ballerte zehn Minuten später aus 14 Metern über das Tor, ein Kitambala-Kopfball strich knapp vorbei (63.), während die Herthaner nichts zustande brachten. Sie wurden in den Zweikämpfen immer wieder von den bissigen Dresdnern abgekocht.

In der 69. Minute kam dann doch noch Ronny ins Spiel, der Brasilianer brachte auch sofort Gefahr, als er einen weiten Ball auf Änis Ben-Hatira spielte, der vor dem sonst bärenstarken Florian Jungwirth am kurzen Pfosten vorbei schoss (71.). "Hertha, wir hören nichts!", sangen da die Dresdner Fans schon siegesgewiss, während die Berliner Anhänger zunehmend Frust schoben. Immerhin zündeten sie nicht noch einmal so massiv Pyrotechnik wie zu Spielbeginn, als eine blaue Rauchwolke das halbe Stadion vernebelte.

 

Zwei Minuten Nachspielzeit gab Referee Weiner noch, doch auch die überstanden die Dresdner Profis unbeschadet. Als Brooks Ronnys letzten Eckball nicht im Dynamo-Gehäuse unterbrachte, pfiff Weiner unter dem grenzenlosen Jubel der schwarz-gelben Fangemeinde ab. Spieler und Betreuer umarmten sich selig, die drei Punkte waren endlich im Sack.

"So muss es sein, jeder hat sich reingehauen", freute sich Rechtsverteidiger Jungwirth über diesen starken Auftritt, der der Mannschaft viel Selbstvertrauen für das Sachsenderby am nächsten Sonntag in Aue geben wird. "Wenn man die beste Mannschaft der Liga schlägt, dann ist das was Tolles, darüber können wir uns freuen", sagte auch Routinier Fiel. Der Spanier betonte allerdings, dass Dynamo durch den Sieg beileibe nicht aller Sorgen ledig sei: "In der Tabelle hat sich nicht so viel geändert, dass wir sagen müssen: Super, das war jetzt ein Riesenschritt!" Noch immer ist es verdammt eng im Rennen um den Klassenerhalt, aber ein beeindruckendes Zeichen an die Konkurrenz war der Erfolg allemal. In Aue wird man sich jetzt noch mehr Sorgen machen.

 

Dynamo: Kirsten - Jungwirth, Brégerie, Savic (10. Fiel), Schuppan - Losilla, Solga - Kempe, Ouali - Poté (89. Fort), Kitambala (66. Müller)

Jochen Leimert

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