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Dynamo Dresden gegen Sandhausen: Joker Müller sticht gleich doppelt

Dynamo Dresden gegen Sandhausen: Joker Müller sticht gleich doppelt

"Dass uns dieser Bub den Arsch rettet, ist wunderbar", feixte Linksverteidiger Sebastian Schuppan. "Da geht einem das Herz auf", strahlte Präsident Andreas Ritter.

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Das war schon der zweite Streich: Mit seinem zweiten Tor im zweiten Punktspiel für die Dynamo-Profis machte Tobias Müller alles klar.

Quelle: Frank Dehlis

"Er hat gestern beim Kniffel so viel Glück gehabt, da konnte er heute nur ein Tor machen", schmunzelte Torwart Benjamin Kirsten. Dass Tobias Müller aber sogar zwei schießen und Dynamo nach sieben sieglosen Spielen endlich den dritten Heimerfolg bescheren würde, das hatte nicht einmal Müllers Würfel-Spezi Kirsten für möglich gehalten. Doch der 19-Jährige, bei seinem Debüt gegen Duisburg noch glücklos, erwischte beim 3:1 (1:0) im "Sechs-Punkte-Spiel" gegen Sandhausen eine Sternstunde. Sein Doppelschlag in der 71. und 75. Minute hält Dynamo im Rennen um den Klassenerhalt und sicherte den Schwarz-Gelben die Rückkehr auf den Relegationsplatz.

Über das, was da passiert war, durfte der mitten in den Abiturprüfungen steckende Jungspund aber nicht öffentlich sprechen. Trainer Peter Pacult verbot ihm das Bad in der Medienmeute. "Er soll sich in Ruhe entwickeln", begründete Pacult seine Anordnung. Schon 2001 habe er das bei 1860 München mit Benjamin Lauth ähnlich gehandhabt, um ihn zu schützen: "Es gibt genügend Negativbeispiele, wo Spieler in der Bundesliga erschienen sind und Tore gemacht haben - und dann hast du nie wieder was gehört." Müller müsse in der Schule schon genügend Fragen beantworten, das reiche.

Und so ganz allein war der gebürtige Königshainer, der im vergangenen Sommer aus der A-Jugend aufrückte, aber erst in den Türkei-Trainingslagern mächtig punkten konnte, auch nicht verantwortlich für das ersehnte Lebenszeichen im Abstiegskampf. Die ganze Mannschaft stemmte sich gegen den keineswegs schlechten Aufsteiger, der vor Wochenfrist noch den FC St. Pauli mit 4:1 geputzt hatte.

Rasch baute Dynamo Druck auf, der pfeilschnelle Idir Ouali machte über die linke Seite mächtig Betrieb. Nachdem Sandhausens Innenverteidiger Marco Pischorn nach einem Freistoß per Kopf das Dynamo-Tor verfehlt hatte, klingelte es auf der anderen Seite. Nach Zuspiel von David Solga bereitete Ouali das 1:0 vor, das der nach langer Verletzungspause überraschend in die Startelf gerutschte Lynel Kitambala mit einem Linksschuss in die Tormitte besorgte (7.). Überglücklich stürmte der Franko-Kongolese zur Bank, wollte die halbe Welt umarmen.

Auch ein frühes 2:0 war locker drin, doch der trickreiche Ouali offenbarte wie so oft in dieser Saison, dass er kein Knipser ist. Sein tolles Solo schloss der Franko-Algerier mit einem Schuss ab, den SVS-Keeper Daniel Ischdonat noch zur Ecke lenken konnte (12.), wenig später verzog Ouali (19.). So zufrieden wie Pacult mit dem Start war, so sehr missfiel ihm die Schwächephase danach, als Dynamo die Kontrolle verlor. "Wir sind auch nicht gut aus der Halbzeit rausgekommen, da waren wir zu passiv", resümierte der Wiener später. Prompt kassierte man den Ausgleich: Solga und Vujadin Savic verloren den Ball an Frank Löning, dessen Pass Andrew Wooten mit einem Schuss unter die Latte verwertete (57.).

Nun packte Dynamo die Angst erst richtig. "Ich kann gar nicht sagen, was ich nach dem 1:1 gedacht habe", nahm Schuppan ohne Pacultsche Anordnung lieber ein Blatt vor den Mund. Mit dem Doppelwechsel in der 68. Minute aber kam die Erlösung. Erst setzte Müller bei einer Ecke konsequent nach, als Mickaël Poté an Ischdonat scheiterte, dann schoss er an den Pfosten, lief beherzt durch und schob den Abpraller ins Netz. Ein Traum für den jungen Dachs. "Er hat das heute für uns in die richtige Richtung geschoben - gerade in der Phase, wo wir ein bisschen durchgehangen haben", freute sich Sportchef Steffen Menze. Dass der mit einem Pfeifkonzert empfangene Schiedsrichter Peter Gagelmann noch Marcel Kandziora Rot für ein Foul an Savic zeigte (78.), spielte kaum noch eine Rolle. Nachdem Müller alles klar gemacht hatte, pfiff der Bremer nach exakt 90 Minuten ab - ohne Dynamo auch nur eine Karte gezeigt zu haben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.02.2013

Jochen Leimert

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