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Dynamo Dresden gegen Hannover: Widersprüche nach Vorfällen rund um das Pokal-Spiel

Dynamo Dresden gegen Hannover: Widersprüche nach Vorfällen rund um das Pokal-Spiel

Nach den Vorfällen rund um das DFB-Pokal-Spiel zwischen Hannover 96 und der SG Dynamo Dresden ergeben sich laut den Fans der Schwarz-Gelben zahlreiche Widersprüche.

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Dynamo-Fans umgehen die Einlasskontrollen - über die Zahl derjenigen wird gestritten.

Quelle: dpa

Während beispielsweise die niedersächsische Polizei von Gewalt und Ausschreitungen spricht, weisen zahlreiche Darstellungen der Fans dies zurück.  

Fest steht: Auf einem Marsch von rund 1400 Fans zum Stadion zündeten die Dynamos Unmengen von bengalischen Feuern. Laut Polizei wurden Beamte aus der Menge heraus mit Pyrotechnik und Flaschenwürfen angegriffen, bestätigte ein Sprecher noch einmal auf Nachfrage von DNN-Online. Es kam zu mehreren Festnahmen wegen Körperverletzung, 18 Personen wurden bis Spielende in Gewahrsam genommen. Die Berichte, nach denen es Ausschreitungen und Gewalt gegeben hätte, weisen viele Fans aber strikt von sich.  

Vor allem aber um den Einlass am Stadion gibt es weitere widersprüchliche Aussagen. Laut Polizei überrannten rund 300 Anhänger am Eingang Südwest die Ketten aus Ordnern, überstiegen dabei Zäune und kletterten über die Kassenhäuschen. Fans hingegen sprechen von weniger als 50 Personen und kritisieren zugleich das Vorgehen der Ordner, die nicht auf den Ansturm der großen Fanmenge vorbereitet gewesen seien. Die Polizei Hannover bleibt auf Nachfrage von DNN-Online jedoch bei der Zahl von rund 300 Dresdnern, die in zwei Wellen die Kette der Ordner durchbrochen hätten. Parallel hatten zudem Fans von Hannover 96 vor Spielbeginn ihren Fanblock gestürmt und dabei den Sicherheitsdienst überrannt.  

Wie ein Polizeisprecher sagte, werde aktuell geprüft, was man hätte besser machen können. So seien beispielsweise nicht alle verfügbaren Eingänge offen gewesen. Die Prüfung und Aufarbeitung werde jedoch eine Weile dauern. Man nehme aber auch die vielen Hinweise von Dresdner Fans ernst. Deren E-Mails sollen in den kommenden Wochen allesamt auch beantwortet werden.  

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Dynamo Dresden unterliegt Hannover 96 im Elfmeterschießen um den Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals. Am Rande des Spiels kam es zu Tumulten.

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Unstrittig ist, dass im Stadion beide Seiten Pyrotechnik zündeten, was vor allem für die Dresdner ein entsprechendes Nachspiel haben dürfte. Denn fast genau ein Jahr nach den Ausschreitungen von Dortmund spielt Dynamo unter Bewährung. Der DFB-Kontrollausschuss kündigte am Donnerstag bereits Ermittlungen an. Ob Dynamo erneut um die schon 2011 angedrohte Pokal-Sperre herum kommt, ist unsicher. Der Platzsturm von 200 Fans, die eigentlich nur ihre Spieler nach der bitteren Elfmeter-Niederlage trösten wollten, bildete so den unfreiwilligen Schlusspunkt der Negativschlagzeilen an diesem Abend.  

Entsprechend entsetzt reagierte auch Dynamo in einer schriftlichen Stellungnahme. „Es war ein Abend, der nicht nur der Zweitliga-Mannschaft, sondern dem gesamten Verein neue positive Kraft hätte geben sollen und können. Es beschämt und empört uns, dass es rund um die Partie auch wieder Vorkommnisse gab, die diesen positiven Eindruck spürbar trüben“, heißt es. „Diese liegen zuerst in der Verantwortung derer, die aggressiv auftreten, dabei Einlässe stürmen, geltende Regeln im Stadionbereich massiv brechen oder die Begrenzungen zum Innenraum überwinden. Dass letzteres in Hannover offensichtlich in harmloser Absicht geschah und schnell wieder vorbei war, ist dabei unerheblich“, teilte der Verein mit.

Die Vorkommnisse würden die vielen tausend friedlichen Fans einmal mehr diskreditieren. Die Arbeit des Clubs für den Erhalt der Fankultur werde erneut zurückgeworfen. Dynamo kündigte eine umfassende Stellungnahme für den DFB an. Diese werde aber auch Punkte enthalten, für die laut Verein die Fans nichts können. „Verantwortung für Vorfälle der gestern erlebten Art tragen aber auch diejenigen, die sie nicht verhindern“, hieß es unter Verweis auf Ordnungsdienst und Polizeieinsatz. Der Verein wies darauf hin, dass er sich eine stärkere Einbeziehung in die Vorbereitung auf das Sicherheitsspiel gewünscht hätte. „Dynamo Dresden hat schon am gestrigen Abend begonnen, die Ursachen und Abläufe zu analysieren, aufzuarbeiten und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen“, heißt es weiter.

sl / dpa

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