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Dynamo Dresden feiert Fußballfest gegen den FC Bayern München

Dynamo Dresden feiert Fußballfest gegen den FC Bayern München

Die SG Dynamo Dresden hat gegen den FC Bayern ein Fußballfest gefeiert und dabei einen riesigen Schritt in Richtung Schuldenfreiheit gemacht. Vor ausverkauftem Haus verlor Dynamo am Montagabend vor 30.730 Zuschauern zwar mit 1:3 gegen den deutschen Meister, hatte aber trotzdem allen Grund zum Feiern.

Ein „ganz großes Dankeschön an die Bayern“ hatte SGD-Präsident Andreas Ritter schon vor dem Spiel übermittelt. Dank Vermittlung von Jens Jeremies und Matthias Sammer kam der Top-Verein ohne Gage nach Dresden, und das während der bereits laufenden Saison. Am Mittag waren die Bayern mit zahlreichen Stars und Weltmeistern an Bord in Dresden gelandet, nach dem Spiel ging es direkt zurück zum Flughafen und ab nach Hause.

Bayern-Trainer Pep Guardiola hatte neben dem verletzten Franck Ribery nur Robert Lewandowski und Manuel Neuer daheim gelassen, und so standen Arjen Robben, Philipp Lahm, Dante und Mario Götze in der Startelf. Abgesehen von Nachwuchsspieler Fabian Benko hatte Guardiola also keinesfalls eine Reserve auf den Dresdner Rasen geschickt.

Auf dem Feld waren die Bayern nicht zu Geschenken aufgelegt. Nach neun Minuten traf Robben den Pfosten, eine Minute später schlenzte Hojbjerg das Leder knapp über das Tor. Danach war auf der anderen Seite plötzlich Niklas Kreuzer frei durch, seinen Schuss konnte Sven Ulreich gerade so zur Ecke abwehren.

Es ging munter weiter: In der 15. Minute musste Wiegers erst einen Lupfer des durchgebrochenen Robben entschärfen und auch direkt danach hellwach sein, als Robben die anschließende Ecke direkt verwandeln wollte. Zwei Minuten später war es dann soweit: Hojbjerg bediente wieder Robben, der dieses Mal eiskalt ins lange Eck abschloss.

Nach dem 1:0 ließen es die Bayern ruhiger angehen und Dynamo wurde mutiger. Die Gäste wurden teils schon im eigenen Strafraum unter Druck gesetzt. Andrich schoss nach 23 Minuten knapp vorbei, in der 8. Minute zeigte der FCB noch einmal seine Klasse, als Götze nach Doppelpass mit Robben zum Schuss kam, Wiegers parierte. Je länger die Halbzeit dauerte, desto aktiver wurden die Hausherren. Nach 37 Minuten hätte Niklas Landgraf im Strafraum frei schießen können, entschied sich aber zum Fehlpass, auch Andrich kam noch zum Abschluss, und das, obwohl die Bayern hinten weiter humorlos darauf bedacht waren, sich nicht von den Dresdnern ärgern zu lassen.

Die Bayern wechselten zur Pause, brachten Ex-Dynamo Tom Starke im Tor und Vidal, Müller sowie Nachwuchsspieler Patrick Weihrauch für Robben, Lahm und Benko. Und die neuen machten sofort Druck. In der 48. fing die Bayern-Offensive in der Dynamo-Hälfte den Ball ab, zu viert ging s gegen zwei Verteidiger, Vidal traf per Lupfer.

In der 54. Minute hatten die Fans dann auf der anderen Seite den Torschrei auf den Lippen, doch der herausgeeilte Tom Starke konnte einen völlig misslungenen Rückpass grade noch von der Linie kratzen. Denn die Dresdner reagierten keinesfalls geknickt, sondern spielten weiter gut mit – und wurden von ihren Fans unterstützt, die längst wussten: „Wir sind besser als der HSV“. Auch die nächste Szene gehörte Dynamo: In der 61. Minute kam Tim Väyrynen nach starker Flanke frei zum Kopfball, Starke, der von den Dynamo- wie von den Bayern-Fans laut gefeiert wurde, rettete aber glänzend.

Jetzt schalteten die Gäste wieder einen Gang hoch: Thomas Müllers Schuss konnte Wiegers in der 66. Minute stark parieren, Benatias Kopfball zischte am Pfosten vorbei. In der 74. Minute war es soweit: Nach schöner Bayern-Kombination stand Bernat allein vor Wiegers und schoss zum 3:0 ein. Müller hätte weiter erhöhen können, schoss aber sechs Minuten später nach Alaba-Hereingabe knapp vorbei.

Und dann durfte Dynamo doch noch jubeln. Nach einem Wiegers-Abschlag bedrängte Aias Aosmann Xabi Alonso bei der Ballannahme, die Kugel gelangte zu Pascal Testroet, der zum umjubelten 1:3 ansetzte. Im Gegenzug parierte Wiegers noch einmal stark gegen Müller, dann war Schluss und die Dynamos konnten feiern.

Wichtiger als das Ergebnis dürfte für die Dresdner aber der Kontostand sein. Zahlreiche Dienstleister arbeiteten für das Spiel gratis, auch Sondertrikot und Spieltagsschal sollten für Bares sorgen. Die Initiative Schuldentilgung der Dynamo-Fans übergab ebenfalls 130.000 Euro, so dass für das große Ziel des Abends – die Tilgung des Kölmel-Darlehens, ein stattlicher siebenstelliger Betrag zusammengekommen sein dürfte.

Stephan Lohse

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