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Dynamo Dresden – der Saisonrückblick: Die Fans

Dynamo Dresden – der Saisonrückblick: Die Fans

Die Zweitliga-Saison 2011/12 ist Geschichte. Lediglich in zwei Relegationsduellen werden noch zwei Teams für die nächste Spielzeit ermittelt. Für Dynamo Dresden verlief die Saison mehr als erfolgreich: Der Abstiegskandidat schließt das Jahr souverän auf Rang neun ab – besser als selbst von vielen Fans erhofft.

Es wird Zeit zurückzublicken. Im dritten Teil beschäftigen wir uns mit den Fans…

Wer an Dynamo Dresden denkt, der kommt an den Fans nicht vorbei. Diese präsentierten in der abgelaufenen Saison viel Licht, aber leider auch jede Menge Schatten.

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Äger zum Finale: In Frankfurt sorgten Dynamo-Fans noch einmal für Negativschlagzeilen.

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Volles Stadion garantiert

Mehr als 24.000 Zuschauer strömten durchschnittlich zu den 17 Heimspielen. Insgesamt kamen mehr als 400.000 Fans, sechs Mal meldete Dynamo „ausverkauft“. Hinter Düsseldorf und Frankfurt, die beide über ein viel größeres Stadion verfügen, bedeutet das den dritten Rang in der Zuschauertabelle. Hinzu kommt, dass Dynamos Fans als reiselustig gelten und Dynamo überall in der Republik Fanclubs hat. Regelmäßig ist der Gästeblock prall gefüllt. Das Auswärtsspiel bei 1860 München, bei dem mehr als 10.000 Fans ihr Team nach Bayern begleiteten, wird vielen Mitgereisten als Highlight in Erinnerung bleiben.

Mit einer neuen Blockfahne, zahlreichen aufwändigen Choreografien und lautstarker Unterstützung sind die Fans regelmäßig der „zwölfte Mann“, so mancher Gegner reagiert schon einmal beeindruckt, wenn der K-Block anhebt und das ganze Stadion sein Team nach vorn brüllt.

Fans sorgen für Ärger

An manchen Tagen sorgen die Fans aber auch für Kopfzerbrechen im Verein. Nachdem Dynamo bereits in der Vorsaison sechs Mal vom DFB-Sportgericht bestraft wurde, musste der Verein gleich zu Beginn der Saison wegen Böllerwürfen und Pyrotechnik bei den Spielen in Fürth, Ingolstadt und Duisburg sowie antisemitischen Gesängen beim Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt insgesamt 27.000 Euro zahlen.

Der Tiefpunkt folgte dann in Dortmund: Eigentlich sollte das Pokalspiel beim Deutschen Meister ein Highlight werden. Mehr als 10.000 Fans waren nach Dortmund gereist, ein Teil davon benahm sich aber kräftig daneben. Live im Fernsehen sorgten die Dresdner Fans für drei Spielunterbrechungen, zündeten regelmäßig Pyrotechnik, warfen diese zum Teil auf den Platz und randalierten im Stadion – der BVB meldete schließlich mehr als 150.000 Euro Schaden – und Dynamo musste mit einem gigantischen Imageverlust klarkommen. Der Verein stand bundesweit als Heimstätte der Fangewalt am Pranger.

Aus der Strafe wird ein Event

Es war die dunkelste Stunde der Saison. Erst in der Berufungsverhandlung konnte Dynamo einen Ausschluss aus dem DFB-Pokal abwehren. Zudem zeigten die Fans wenig Einsicht – Der DFB und die Presse wurden als eigentlich Schuldige ausgemacht, die Vereinsoberen für ihr Handeln kritisiert und zum Teil ausgepfiffen.

Doch die letztliche Strafe, ein Geisterspiel sowie ein leerer Gästeblock in Frankfurt brachten dann wieder zum Vorschein, dass die Dynamo-Fans meist doch für ihren Verein leben. Sie kauften fast 35.000 Geistertickets und verwandelten das Geisterspiel gegen Ingolstadt in ein Event, das selbst langjährige Dynamo-Fans so wohl noch nie erlebt hatten.

Lerneffekt in der Fanszene

Das Wichtigste aber: Nach dem Desaster von Dortmund blieb es bei allen anschließenden Dynamo-Spielen friedlich. Erst beim Saisonfinale beim FSV Frankfurt sorgten die Dresdner durch einen Platzsturm und einen demolierten Gästeblock noch einmal für ein paar Negativschlagzeilen. Zudem investierte der Verein einen Teil der Geisterticket-Einnahmen wieder in seine Fans. Ein zweiter Fanbetreuer wurde eingestellt, mehrere Preise ausgelobt und die Bedingungen für die Arbeit der friedlichen Fans verbessert. Auch das Dynamo-Fanprojekt genießt hohe Wertschätzung.

Gute Arbeit muss fortgesetzt werden

Es bleibt zu hoffen, dass die Fans sich in der kommenden Saison noch öfter von ihrer positiven Seite zeigen. Der DFB hat klargemacht, dass das finale Urteil nach den Dortmund-Vorfällen der allerletzte Warnschuss war. Beim nächsten Vorfall drohen Dynamo existenzbedrohende Strafen. Bereits in dieser Saison durfte Dynamo weder zum FC St. Pauli, noch zu Hansa Rostock und Eintracht Frankfurt Gästefans mitnehmen. Doch mit ein wenig Glück hat das Umdenken eingesetzt.

An guten Tagen sind Dynamos Fans definitiv Erstligareif. Wichtig wäre, dass sie dies künftig an allen Spieltagen zeigen.

In den ersten beiden Teilen haben wir uns mit dem Saisonverlauf und der Mannschaft beschäftigt. In Teil vier geht es am Samstag um die Vereinsführung.

sl

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