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Dynamo Dresden bejubelt den Punkt in Köln nicht, kann aber gut damit leben

Dynamo Dresden bejubelt den Punkt in Köln nicht, kann aber gut damit leben

Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Mit diesem rationalen Eingeständnis trotteten die Dynamo-Profis nach dem 1:1 beim Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln in die Kabine.

Köln/Dresden .

Köln/Dresden (DNN). Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Mit diesem rationalen Eingeständnis trotteten die Dynamo-Profis nach dem 1:1 beim Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln in die Kabine. Abgekämpft und noch immer etwas enttäuscht, dass sie das vielleicht vorentscheidende 2:0 verpasst und spät noch den Ausgleich kassiert hatten, fiel ihnen die Freude über den ersten Punkt in einem Montagsspiel der 2. Fußball-Bundesliga mitunter schwer. "Der Beigeschmack ist noch da", ließ Mittelfeldspieler Cristian Fiel erst Emotionen, dann aber den Kopf sprechen: "Allzu viele Mannschaften werden hier keinen Punkt holen."

Trainer Ralf Loose hätte es natürlich auch gern gesehen, wenn Mickael Potés fünftem Saisontor (31.) wenig später das dritte von Idir Ouali gefolgt wäre: "Unser Konzept ist lange Zeit sehr gut aufgegangen, wir sind Mitte der ersten Halbzeit in Führung gegangen und hatten dann die hundertprozentige Chance, auf 2:0 zu erhöhen, doch das wäre vielleicht des Guten etwas zu viel gewesen." Weil sich Ouali aber verzettelte, wurde gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Kölner und bei zunehmend aufgeweichtem Boden noch einmal eine gewaltige Kraftanstrengung nötig. "Da war allen klar: Das werden verdammt harte 45 Minuten für uns", erinnerte sich Loose an die Stimmung in der Halbzeitpause.

Der Dortmunder sprach von einem verdienten Ausgleich für Köln, das Dynamo nach dem Seitenwechsel kaum noch Luft zum Atmen gelassen hatte und durch den von Mainz 05 ausgeliehenen Nigerianer Anthony Ujah zum Erfolg gekommen war (77.). "Wir haben es leider in der zweiten Halbzeit nicht hinbekommen, ähnliche Konter zu fahren wie in der ersten, dennoch freuen wir uns über den Punkt", sagte Loose.

Obwohl seine Mannschaft auch im neunten Spiel nicht ohne Gegentor ausgekommen und ein Sieg nicht undenkbar war, sah er viel Positives: "Wir haben kämpferisch an die Leistung gegen Aue angeknüpft. Wir waren taktisch gut organisiert, haben auch die hoch stehenden Außenverteidiger kontrollieren können und auch über die Seiten die Konter gefahren." Zudem habe sich die Elf nach dem Ausgleich richtig verhalten und in der heißen Endphase alte Fehler aus dem Vorjahr nicht wiederholt: "Da haben die Jungs gemerkt: Wir müssen den Punkt mitnehmen!" Letzte Saison hatte man auf St. Pauli (1:3) oder in Düsseldorf (1:2) noch Zähler durch zu riskantes Spiel in den letzten Minuten verschenkt.

Torhüter Benjamin Kirsten freute sich über das Ergebnis - nicht nur, weil ihn die Kölner mit vielen Pfiffen empfangen hatten und er seinen alten Bekannten Adil Chihi und Thomas Bröker das Tor verbaut hatte: "Das ist überhaupt kein Punktverlust für uns. Wenn wir vor der Saison gesagt hätten, dass wir beim FC einen Punkt mitnehmen, hätten alle in die Hände geklatscht." Filip Trojan wollte dem vergebenen 2:0 auch nicht mehr lange nachtrauern: "Wir haben alles gegeben, richtig gut defensiv gearbeitet. Ich glaube, besser konnten wir in der ersten Halbzeit nicht spielen. Ein geiler Punkt, den nehmen wir mit. Er war verdient. Kompliment an die Mannschaft!"

Ralf Hauptmann, sechs Jahre lang Dynamo-, dann acht Jahre lang bis 2001 Kölner Profi, war nach dem Spiel ebenfalls zufrieden: "Ich kann mit dem Ergebnis gut leben." Vor dem Anpfiff hatte der Leiter der Dynamo-Fußballschule am Stadion-Mikro gestanden, dass sein Herz noch in beide Richtungen schlägt. Ein Punkt für beide Klubs war da aber nicht sein Wunsch gewesen: "Besser wäre: Jeder gewinnt ein Spiel, dann haben am Ende beide drei."

Anders als von Kölner Medien befürchtet, gab es am Montag kaum Ärger rund um das Spiel, das 1640 Dynamo-Fans vor Ort verfolgten. "Herausragende Stimmung im Stadion von beiden Fanlagern, über 40 000 Zuschauer am Montagabend - Fußballerherz, was wünschst du dir mehr?", fragte FC-Trainer Holger Stanislawski. Vor dem Spiel jagten Kölner Dresdner Fans in drei Fällen Fanartikel ab, Vermummte attackierten einen Dresdner Kleinbus und zertrümmerten die Scheiben. Elf SGD-Fans wurden leicht verletzt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.10.2012

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