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Dynamo Dresden beendet Kooperation mit Fortuna Rähnitz

Dynamo Dresden beendet Kooperation mit Fortuna Rähnitz

Der Hype um die Frauenfußball-WM ist vorbei, der Alltag bei den Fußballerinnen wieder eingekehrt. Und nicht nur die Nationalmannschaft um Bundestrainerin Silvia Neid musste erkennen, dass nicht immer alle Träume reifen.

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Stolz lässt sich Fortuna-Spielerin Anke Güldner 2009 von einer Mitspielerin im Glücksgas-Stadion im Dynamo-Look fotografieren. Die damals geweckten Hoffnungen erfüllten sich aber nicht: Fortuna und Dynamo gehen wieder getrennte Wege.

Quelle: Frank Dehlis

Dresden . Von Jochen Leimert und GÜNTHER Frank

Auch beim Dresdner Regionalligisten 1. FFC Fortuna Rähnitz muss man sich darauf einstellen, dass der Aufstieg in höhere Sphären länger dauern könnte, als man noch vor gut zwei Jahren glaubte. Am 27. August 2009 ging man mit großen Hoffnungen eine Kooperationsvereinbarung mit Dynamo Dresden ein. Das Endziel hieß: Frauen-Bundesliga in Elbflorenz. Mit Leben erfüllt werden konnte die Kooperation aber kaum, die Dynamo-Mitglieder lehnten nun am vergangenen Sonnabend auch noch eine Verlängerung der bis zum 30. November 2011 befristeten Zusammenarbeit ab.

Geschäftsführer Volker Oppitz und Präsident Andreas Ritter wollten das Projekt nicht sterben lassen und befürworteten eine Fortführung. Oppitz reichte den Antrag selbst ein und nannte die Idee trotz Anlaufschwierigkeiten "eine gute Sache". Doch bei den Mitgliedern fand er wenig Gehör. Mehrere Redner auf der Versammlung in der Margon-Arena argumentierten: Dynamo werde nur als Multiplikator benutzt, habe aber selbst nichts davon. Einen Verein im Verein wolle man nicht. Und wenn man mit dem Dynamo-Logo auf dem Trikot aufsteigen wolle, dann möge der 1. FFC der SGD doch bitteschön beitreten. Dynamo habe auch kein Geld zu verschenken, das Gerangel um die Belegung von Trainingsplätzen im Ostragehege sei jetzt schon groß genug.

Letztlich stimmten von 366 Dynamo-Mitgliedern, die am Samstagnachmittag noch zugegen waren, 242 gegen eine Fortführung der Kooperation. Nur 53 waren dafür, 71 enthielten sich. Andreas Ritter bedauerte die Entscheidung, weil sie als Votum gegen den Frauenfußball verstanden werden könnte, "direkt überrascht hat sie mich aber nicht. Das Thema Verein im Verein ist ein kompliziertes. Da gibt es auch ein Rechtsgutachten, das beim Ehrenrat liegt". Ehrenrat Klemens Rasel, ein Anwalt, sah durch die inzwischen abgewählte Kooperation gar Dynamos Status als gemeinnütziger Verein bedroht. Ritter, der sich gestern Abend mit Diana Schantin und Michael Winkler zur Konstituierung des neuen Präsidiums traf, verwies darauf, dass es Fortunas Spielerinnen bei einem klaren Bekenntnis zu Dynamo viel leichter hätten: "Dann könnten wir eine Satzungsänderung machen und hätten eine Abteilung Frauenfußball." Nur ein Dachverband für andere Klubs zu sein, "wäre aber nicht im Sinne des Vereins", so Ritter.

In Rähnitz stieß die Nachricht auf wenig Begeisterung. Mannschaftsleiter Janko Seifert bedauerte die Trennung. Nach der 2:3-Pokalschlappe in Aue meinte er traurig: "Das war unsere zweite Niederlage an diesem Wochenende." Sven Lehmann, 2. Vorsitzender, war "weder überrascht noch enttäuscht. Wir können die Entscheidung nur hinnehmen und hegen keinen Groll." Die Kooperation habe niemandem weh getan und auch nichts gekostet. "Wir haben die zweieinhalb Jahre genutzt, die Marke Fortuna aufzubauen und haben einen kleinen Vorsprung erreicht. Vielleicht können wir sogar unseren Sponsorenpool erweitern." Die Dynamo-Mitglieder seien wahrscheinlich nur "dürftig informiert worden und befürchteten finanzielle Belastungen".

"Wir spielen weiter in den schwarz-gelben Stadtfarben", erklärt Janko Seifert. "Und das Dynamo-Logo bleibt bis zum Saisonende auf dem Ärmel, das können wir ja nicht einfach rausschneiden."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.11.2011

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