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Dynamo Dresden: Trainer Loose kämpft weiter um Maik Kegel

Dynamo Dresden: Trainer Loose kämpft weiter um Maik Kegel

Trainer Ralf Loose hatte es vor dem Spiel angedeutet: Maik Kegel habe im Training den Test als Rechtsaußen mit dem Prädikat "ordentlich" bestanden.

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Sein Comeback nach monatelanger Spielpause ist geglückt: Maik Kegel bot beim 1:0-Sieg in Aachen eine starke Leistung. Mit überraschenden Ideen belebte er das Angriffsspiel und leitete das Tor ein.

Quelle: Dehlis

Aachen/Dresden . Von Jochen Leimert

Aachen/Dresden (DNN). Trainer Ralf Loose hatte es vor dem Spiel angedeutet: Maik Kegel habe im Training den Test als Rechtsaußen mit dem Prädikat "ordentlich" bestanden. Mit Clemens Walch, einem etatmäßigen Außenbahnspieler, sei er in Aachen als Alternative zum gesperrten Robert Koch denkbar. Dass Loose ihn beim 1:0-Sieg auf dem Tivoli tatsächlich auf dem rechten Flügel einsetzte, rief dennoch Erstaunen hervor. Selbst bei Kegel: "Für mich war es natürlich auch überraschend. Beim Training habe ich schon ein Leibchen bekommen und dachte mir: Was läuft hier schief?"

Als Mann, der an der Seitenlinie auf und ab sprintet, konnte man sich Kegel kaum vorstellen. Wie Koch, der unermüdlich nach vorn und hinten arbeitet, spielte Kegel vor 18 572 Zuschauern auch nicht. Defensiv offenbarte er Reserven, aber mit seinen teils genialen Pässen in die Spitze glich der 22-Jährige seine Defizite mehr als aus. "Ich habe es nicht oft gespielt, aber ich habe es schon gespielt", erzählte Kegel nach der Partie. In der "Zweiten" habe er sich schon mal auf Rechts ausprobieren dürfen und "auch in der Auswahl". Loose habe ihn gefragt, ob er sich die Rolle zutraue. Er habe es bejaht.

Der Coach hatte wenig Bedenken, dass Kegel mit der Position an sich nicht zurechtkommen könnte. Ihn rechts zu bringen, sei kein großes Risiko gewesen: "Es war deshalb vielleicht mutig, weil er ja nur letzte Woche trainiert hat und davor zwei Wochen angeschlagen, verletzt war, wie es in der Vergangenheit eigentlich häufiger der Fall war", so Loose. Er habe sich eher gefragt: "Wie lange reicht die Kraft?" Kegel habe die Sorgen aber zerstreut: "Er hat sich im Training gut präsentiert - besser als Walch." Kegel zum ersten Punktspieleinsatz seit dem 18. Dezember (2:2 in Rostock) verholfen zu haben, bereute der Coach keine Sekunde: "Maik hat das taktisch sehr gut gemacht, hat sich an die Anweisungen gehalten, die ich ihm gegeben habe." Während Kapitän Cristian Fiel Kegel am Freitagabend überschwänglich lobte ("Er hat heute gezeigt, dass er ein überragender Fußballer ist."), dosierte Loose sein Lob sparsamer, damit es Kegel nicht zu Kopf steigt. "Er hat mal ordentlich gespielt - nicht mehr." Kegel, dem der Ruf eines schlampigen Genies anhaftet, müsse solch eine Einstellung "dauerhaft" zeigen und "Zückerchen, die die Motivation des Spielers erhöhen sollen, positiv nutzen". Letzteres sei "nach einem hervorragenden Trainingslager, einer hervorragenden Vorbereitung, wo ich ihn sogar häufiger in die Stammformation gesetzt habe", nicht mehr der Fall gewesen. "Mit Abschluss der Vorbereitung hat er - aus welchen Gründen auch immer - rapide nachgelassen. Das hat ihn dort den Stammplatz gekostet", blickte Loose länger zurück.

Dass er Kegel ausgerechnet nach einer schwachen Halbzeit mit der "Zweiten" beim 3:2 in Piesteritz ("Mein Co-Trainer hat mir gesagt, dass er ihn schon nach 20 Minuten hätte auswechseln müssen.") zum Profi-Comeback verhalf, begründete Loose auch damit, dass er nicht nachtragend sei: "Das habe ich auch bei Sascha Pfeffer gezeigt, das ist bei Maik so und gilt eigentlich für jeden." Ein schlechter Einsatz in der "Zweiten" sei normalerweise kein Grund, ihn bei der Ersten einzusetzen, "aber er hat im Training eine klare Reaktion gezeigt".

Kegels ablehnende Haltung zu Dynamos stark leistungsbezogenem Angebot auf Vertragsverlängerung versuchte der Trainer noch einmal aufzuweichen: "Wenn Maik weiter eine positive Entwicklung nehmen will, empfange ich ihn mit offenen Armen." Am Freitagabend wollte Kegel noch nichts dazu sagen, sein Berater Hartmut Schade aber meinte gestern nach einem Telefonat mit seinem Schützling: "Ein Wechsel würde ihm sehr schwer fallen. Er ist Dresdner mit Leib und Seele." Schade hofft, dass heute noch einmal ein Gespräch mit Dynamos Sportchef Steffen Menze zustande kommt: "Die Situation hat sich nach dem Spiel ein bisschen geändert. Jetzt schauen wir mal, ob da eventuell noch einmal etwas Bewegung reinkommt." Dynamo müsse auf Kegel zukommen, andere Interessenten für ihn - nicht nur den Chemnitzer FC - gebe es. Schade gab zu bedenken: "Die nächsten zwei Jahre sind entscheidend für seine Laufbahn." Cristian Fiel hofft, dass Kegels Karriere bei Dynamo explodiert: "Vielleicht tut sich noch was. Ich würde mich freuen - er ist ein Granaten-Kicker."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.04.2012

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