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Dynamo-Dresden-Torwart Benny Kirsten im Interview: Eine glatte Eins

Dynamo-Dresden-Torwart Benny Kirsten im Interview: Eine glatte Eins

Frage: Sie haben gestern ihren Vertrag bis 2015 verlängert. Benjamin Kirsten: Ich bin jetzt im fünften Dynamo-Jahr. Hier ist mein Zuhause, mein Kind ist hier geboren, meine Frau stammt von hier.

Frage: Sie haben gestern ihren Vertrag bis 2015 verlängert. Was bedeutet Dynamo für Sie, wie sehen Ihre weiteren Ziele mit dem Verein aus?

Benjamin Kirsten: Ich bin jetzt im fünften Dynamo-Jahr. Hier ist mein Zuhause, mein Kind ist hier geboren, meine Frau stammt von hier. Es ist für mich etwas Besonderes, in diesem Verein zu spielen, und ich hoffe, dass ich noch viele gute Momente haben werde. Man weiß, dass eine Karriere nicht endlos ist, es kann immer viel passieren. Ich bin stolz, Teil der Mannschaft und des Vereins zu sein. Mit dem Aufstieg in die 2. Liga haben wir eine gute Basis für die Zukunft gelegt.

Sie hatten zu Beginn der vergangenen Saison mit einer Schambein-Verletzung zu kämpfen, fielen viele Monate aus und mussten ihren Stammplatz hergeben. Wie haben Sie die schwere Zeit überstanden?

Am meisten hat mir meine Frau Sarah geholfen, weil sie den Alltag miterlebt und gesehen hat, wie niedergeschlagen ich war. Auch später, als ich wieder im Training stand, gab es hier und da Rückschläge, was nach einer solchen Verletzung völlig normal ist. Es war immer ein Hoch und Runter. Ich bin froh, dass ich jetzt mit der Schambeinentzündung abgeschlossen habe, mir das keine Probleme mehr bereitet. In der Zeit habe ich sehr viel Neues über den Umgang mit meinem Körper gelernt, das kommt mir nun zugute. Ansonsten haben mich viele Freunde und Bekannte unterstützt. Es ist immer gut zu wissen, dass man Menschen hat, auf die man sich verlassen kann.

Es gab damals viel Wirbel, weil Sie gerade erst den Vertrag verlängert hatten und Trainer Ralf Loose von Ihrer Verletzung überrascht schien. Wie haben Sie die Situation gesehen?

Ich habe während der Vorbereitung versucht, die Verletzung noch einzudämmen, aber ich habe es nicht geschafft. Ich musste dann die schwere Entscheidung treffen, mich erst einmal in die Reha zu begeben. Das war eine sehr harte Zeit, aber jede einzelne Stunde hat sich gelohnt. Im Nachhinein habe ich alles richtig gemacht, was das angeht.

Nur wenige Wochen nach-dem sie wieder in das Trai- ning eingestiegen waren, gaben Sie am 17. Februar in Paderborn ihr Zweitliga-Debüt. Zunächst profitierten Sie von der Verletzung von Wolfgang Hesl, den Stammplatz konnten Sie dann aber behaupten. Eine rasante Entwicklung!?

Das Spiel in Paderborn war etwas Besonderes für mich. Dass ich aufgrund der Verletzung eines Kollegen reinkam, entspricht nicht ganz meinen Maximen, ich möchte mit Leistungen überzeugen. Das habe ich nachgeholt. Ich bin auch ein wenig stolz darauf, dass ich einen so starken Konkurrenten wie Wolfgang Hesl auf Distanz halten konnte. Wir haben uns gegenseitig gespusht und ich konnte viel lernen. Auch wenn es nur eine kurze Zeit war, war es für mich umso wichtiger, die Partien zu absolvieren.

Vor dieser Saison hat Dynamo mit Florian Fromlowitz einen erfahrenen Keeper verpflichtet, der bereits in der ersten Liga gehalten hat. Wie sehen Sie den Konkurrenzkampf mit ihm?

Ich konzentriere mich grundsätzlich auf mich selbst. Ich wusste, dass noch ein Torwart geholt werden muss. Es ist der Flo geworden. Wir haben ein gutes Verhältnis, respektieren uns. Das ist gerade auf einer Position, die nur einmal vergeben wird, wichtig. Mir war es egal, wer kommt. Ich hatte mein Ziel, die Nummer eins zu bleiben. Dafür habe ich hart gearbeitet und sogar meine geplanten Flitterwochen sausen lassen. Die werden aber nachgeholt.

Wie empfanden Sie die Situation, sich im Sommer neu beweisen zu müssen?

Der Trainer hat sich die Entscheidung offen gelassen, das ist ja auch richtig so. Ich habe versucht, mein Zeug zu machen, meine Leistung abzuliefern. Es ist für mich ein sehr wichtiger Punkt, als Nummer eins in eine Saison zu gehen. Jetzt möchte ich diesen Platz natürlich verteidigen. Ich bin froh, dass ich das Vertrauen des Trainers habe und versuche es zu rechtfertigen. Man kann nie wissen, wie eine Saison verläuft, aber ich will weiter hart an mir arbeiten, mich weiter verbessern.

Ein Spieltag ist absolviert. Wie schmerzhaft war die Auftaktniederlage in Bochum?

Wir haben einen kleinen Dämpfer bekommen. Vielleicht ist es auch ein Warnsignal, dass es eben nicht von selbst läuft. Wir waren gegen Gegner wie Manchester City oder West Ham zwei, drei Wochen in der Vorbereitung voraus, deshalb konnte man diese Spiele nicht überbewerten. Ich habe immer betont, dass diese zweite Saison nach dem Aufstieg eine unheimlich schwere wird, das hat man auch letztes Jahr am Beispiel von Aue gesehen. Wir müssen einfach auf das schauen, was uns letztes Jahr stark gemacht hat. Es wird bestimmt in den nächsten Wochen noch Veränderungen in der Mannschaft geben, aber wenn man einen so großen Kader hat, ist das völlig normal. Wir werden unsere Linie finden und dann wieder erfolgreich Fußball spielen.

Was kann Dynamo in Ihren Augen in dieser Saison leisten?

Für uns alle sollte das Ziel der Klassenerhalt sein. Alles was danach kommt, ist eine Zugabe. Daran sollte sich jeder orientieren. Man darf träumen, aber ich bleibe Realist. Wir sollten keine Luftschlösser bauen. Ich hatte in der vergangenen Saison gesagt, dass 32 Punkte reichen. Aber in diesem Jahr wird es anders zugehen. Meiner Meinung nach werden weniger Mannschaften unten spielen. Wir sollten so viele Punkte wie möglich holen und so früh wie möglich in eine Region gelangen, in der man dann die folgende Saison planen kann.

Dresden (DNN). Benjamin Kirsten ist bei Dynamo die Nummer eins zwischen den Pfosten. Gestern verlängerte der 25-Jährige seinen Vertrag vorzeitig bis Ende Juni 2015. Im Gespräch mit DNN-Mitarbeiterin Tina Hofmann sprach der Torwart über die kommenden Jahre, Rückschläge und die aktuelle Saison.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.08.2012

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