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Dynamo Dresden: Torjäger Mickael Poté forciert seinen Abschied

Dynamo Dresden: Torjäger Mickael Poté forciert seinen Abschied

Kommt er oder kommt er nicht? Die Frage, ob der von anderen Vereinen umworbene Torjäger Mickael Poté wie geplant aus dem verlängerten Urlaub zurückkehrt, stellten sich Verantwortliche, Mitspieler und Fans bei Dynamo Dresden seit Wochen.

Dresden .

Von Jochen Leimert

Dresden (DNN). Kommt er oder kommt er nicht? Die Frage, ob der von anderen Vereinen umworbene Torjäger Mickael Poté wie geplant aus dem verlängerten Urlaub zurückkehrt, stellten sich Verantwortliche, Mitspieler und Fans bei Dynamo Dresden seit Wochen. Und nachdem Benins Nationalspieler gestern beide Trainingseinheiten ausließ, schien sie beantwortet. Am Abend allerdings wurde Trainer Ralf Loose von der Nachricht überrascht, dass der Top-Stürmer doch noch in Dresden aufgetaucht sei und um ein Treffen gebeten habe. Das sollte auch noch stattfinden - und es ist unwahrscheinlich, dass es dem zwölffachen Torschützen der vergangenen Saison dabei nur darum ging zu erklären, welchen Flug er verpasst habe.

Nach dem Nachmittagstraining gestand Potés Vorgesetzter Loose um 17.15 Uhr offen ein, dass ihm das Verhalten Potés gar nicht schmeckte: "Ich habe bis jetzt keinen Kontakt gehabt. Fest steht, dass er sich nicht an meine Anweisungen gehalten hat, am 9. hier zu sein. Wenn ich keine Begründung gehört habe, ist das enttäuschend." Er habe bis dato keine Nachricht von ihm erhalten, "ich bin fest davon ausgegangen, dass er heute hier ist". Konsequenzen kündigte Loose bis dahin nur eine an: "Wer bei mir nicht trainiert, der spielt bei mir auch nicht. Die, die fleißig trainieren, haben den Vorteil - das ist ganz normal."

Dass sich der gebürtige Franzose mit doppelter Staatsbürgerschaft auf diese Art aus seinem noch bis 2014 laufenden Vertrag herauswinden will, mochte Loose noch nicht so sehen, aber er räumte ein: "Das könnte eine Strategie sein." Auch er kenne die Gerüchte, sagte Loose, wichtig sei für ihn aber nur, was der Spieler selbst sagt. "Wenn ich mit dem Spieler nicht gesprochen habe und keine Informationen kriege, dann kann ich auch nichts dazu sagen." Bis zum Mittag habe sich Poté seines Wissens auch nicht bei Sportchef Steffen Menze gemeldet.

Ein Missverständnis, wonach Poté das gestrige Datum nur als Anreise- und nicht als ersten Trainingstag verstanden haben könnte, schloss Loose aus. "Wenn am 9. Training ist, gehe ich davon aus, dass man am 8. anreist. Der 9. war von mir aus auch eine nette Geste, um seinen Urlaub etwas zu verlängern - nach den Spielen bei der Nationalmannschaft." Der neue Sportdirektor des FC Bayern, Matthias Sammer, habe schließlich festgestellt, dass eigentlich zwei Wochen Auszeit reichen.

Nach wie vor rechne er nicht mit dem Abgang Potés, sei aber auf die im Fußballgeschäft üblichen Überraschungen durchaus gefasst, sagte Loose. "Für mich ist die Situation mit Poté nichts Außergewöhnliches. Ich weiß auch, dass sich andere Vereine mit ihm beschäftigen. Ich muss mir eher Gedanken machen, wenn andere Vereine, die als seriös gelten, sich zweieinhalb Jahre zu früh bei ihm melden", gab der Trainer zu. "Ich muss erst mal ein Angebot machen, bevor ich ansatzweise diskutiere", geißelte Loose die offensichtlich unfeinen Praktiken anderer Klubs. Er stellte klar: "Solange Poté bei Dynamo Dresden einen gültigen Vertrag hat, hat er zu trainieren." Poté solle sich einmal daran erinnern, wo er vor einem Jahr war. Er solle sich auch vor Augen halten, dass nicht nur er für die Mannschaft gearbeitet hat, sondern auch sie für ihn. "Wir können nicht jeden Spieler gehen lassen, der gerade in der Stimmungslage ist, den Verein zu verlassen", betonte Loose, der sich auch menschlich von Poté enttäuscht zeigte. Schließlich galt der bisher als hochprofessionell und charakterstark. Loose vermutet aber, dass "da viele Leute mitreden, die Dynamo nichts Gutes wollen".

Ein Verkauf Potés ist auch deshalb heikel, "weil wir eine Alternative haben müssten, die wir nicht haben", so Loose. Dass sein Topkandidat Dimitar Rangelow lieber beim FC Winterthur unterschrieben hat, schmerzt ihn: "Ich war mir sicher, dass noch mehr aus ihm herauszuholen gewesen wäre." Probestürmer Tosaint Ricketts traut er eine ähnliche Rolle nicht zu. Ricketts trainierte zwar am Morgen noch einmal mit, verschwand dann aber, als ihm klar war, dass Dynamo jetzt mit ihm keinen Vertrag schließen würde.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.07.2012

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