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Dynamo Dresden: Neuzugang Tobias Jänicke ist dankbar für jede Minute Spielpraxis

Dynamo Dresden: Neuzugang Tobias Jänicke ist dankbar für jede Minute Spielpraxis

Der Lustgewinn ist überschaubar, wenn es bei Sommerhitze von einem Trainingslager ins nächste geht, ein Testspiel auf dem Dorf das nächste jagt.

Dresden .

Dresden (DNN). Der Lustgewinn ist überschaubar, wenn es bei Sommerhitze von einem Trainingslager ins nächste geht, ein Testspiel auf dem Dorf das nächste jagt. Die Saisonvorbereitung gilt vielen Profis als Zeit der Leiden. Und doch wäre Tobias Jänicke froh, wenn er in diesem Sommer richtig gelitten hätte, denn dann müsste der von Hansa Rostock zu Dynamo Dresden gewechselte Mittelfeldspieler jetzt nichts nachholen.

Nachdem klar war, dass der 23-Jährige den sportlich wie finanziell ins Trudeln geratenen FC Hansa verlassen würde und es nicht gleich mit einem neuen Job klappte, musste Jänicke improvisieren: "Ich habe mich in Rostock bei der zweiten Mannschaft fit gehalten, war noch ein paar Tage in Bielefeld, habe da mittrainiert." Dass das nicht optimal war, verhehlt der gebürtige Neubrandenburger nicht: "Da fehlen schon noch Prozente." Bis zu seinem Blitzdebüt in Dresden, wo er am vergangenen Freitag beim 1:3 gegen Kaiserslautern nach 63 Minuten eingewechselt wurde, hatte er zehn Wochen kein Spiel bestritten.

"Das ist das Schlimmste für einen Fußballer, da geht die meiste Fitness verloren. Das ist bei mir der Fall. Aber wir haben jetzt zwei Wochen Zeit, ein paar Testspiele - da kann ich mich wieder ranarbeiten", freut sich Jänicke, der gleich am Sonnabend in Bautzen beim 2:0-Sieg gegen den Umm-Salal SC noch einmal 82 Minuten zuvor lang vermisste Spielpraxis sammeln konnte.

Dass er mal über jede Minute auf dem Platz froh sein würde, das ist für Jänicke neu. In Rostock war er in den letzten Jahren Stammkraft. Als er mit Hansa 2011 in die 2. Bundesliga aufstieg, absolvierte er 37 von 38 möglichen Pflichtspielen. Vergangene Saison kam er immer noch auf 32 Einsätze - kein anderer Hansa-Spieler verbuchte mehr.

Ein großes Plus ist seine Vielseitigkeit, denn der beidbeinig starke Offensivspieler kann über die rechte und die linke Außenbahn kommen. "Am liebsten habe ich es, wenn ich die Seite immer mal wechseln kann und hier und da mal auftauche. Dann bin ich unberechenbar", sagt er. Eine Schokoladenseite habe er nicht, gibt der 1,78 Meter große Mecklenburger vor: "Mir ist das egal." Wichtig ist für ihn vor allem, dass er wieder regelmäßig spielen und vielleicht ab und zu ein Tor schießen kann. Dass er durchaus torgefährlich ist, bewies er vor allem in der 3. Liga (9 Treffer in der Saison 2010/11). Aber auch eine Klasse höher traf er - in seiner ersten Zweitliga-Saison 2009/10 und im vergangenen Spieljahr schoss er jeweils vier Tore für Hansa.

Nach seinem Superjahr in der 3. Liga, das mit Hansas Aufstieg endete, verlängerte er seinen Vertrag trotz Anfragen anderer Klubs in Rostock bis 2013. Allerdings verlor der Kontrakt mit dem Abstieg seines Ausbildungsvereins an Gültigkeit, der erhoffte schnelle Absprung woandershin zerschlug sich. Als sich Dynamo nach ersten losen Kontakten kurz vor Transferschluss noch einmal meldete und den früheren U20-Nationalspieler (1 Einsatz am 7. April 2010 gegen Italien unter Trainer Ralf Minge) für zwei Jahre verpflichtete, war die Erleichterung bei Jänicke groß: "Die Kontaktaufnahme ist schon ein bisschen länger her, Dynamo hatte andere Prioritäten auf anderen Positionen. Ich bin froh, dass sich das noch so ergeben hat und ich hier sein darf." Ob Jänicke den Vertrauensvorschuss auch zurückzahlt, muss er in den nächsten Wochen und Monaten beweisen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.09.2012

Jochen Leimert

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