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Dynamo-Dresden-Geschäftsführer Müller: "Wir dürfen uns nicht totsparen"

Dynamo-Dresden-Geschäftsführer Müller: "Wir dürfen uns nicht totsparen"

Frist-und formgerecht hat Dynamo gestern die Lizenzunterlagen bei der Deutschen Fußball-Liga und dem Deutschen Fußall-Bund eingereicht. Die DNN erklären die wichtigsten Eckdaten rund um die Lizenzierung.

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Dynamo Dresden

Für welche Ligen wurden die Papiere eingereicht?

Dynamo plant für die zweite und die dritte Liga. "Wir haben errechnet, dass es nicht mehr möglich ist, den dritten Tabellenplatz zu erreichen, deshalb haben wir dieses Mal keine Unterlagen für die erste Liga abgegeben", erklärt Geschäftsführer Christian Müller. Während man in der ersten und zweiten Liga von einem Lizenzierungsverfahren spricht, handelt es sich in der dritten Liga um ein Zulassungsverfahren.

Wie sieht die finanzielle Planung für die zweite Liga aus?

Dynamo kalkuliert wie in dieser Saison schätzungsweise mit einem Etat von 20 Millionen Euro. Dabei wollen die Verantwortlichen keine Kürzungen am Budget für Spieler, Trainer, Funktionsteam und die Geschäftsstelle vornehmen, das sich auf rund 7,4 Millionen Euro beläuft. Für die kommende Spielzeit rechnet Dynamo erneut mit rund 23400 Besuchern pro Spiel. Aufgrund des Verteilerschlüssels in der zweiten Liga würde der Verein in der zweiten Liga 600000 bis 700000 Euro mehr Fernsehgeld bekommen. Momentan erhält der Club 4,3 Millionen. Von dieser eventuellen - den Klassenerhalt vorausgesetzt - Mehreinnahme in der kommenden Spielzeit muss Dynamo aber 10 Prozent an Michael Kölmel sowie etwa ein Drittel an die DFL abtreten.

Mit welchen Finanzen würde Dynamo die dritte Liga angehen?

Für eine Etage tiefer rechnet der Verein mit einem Etat von etwa 10 Millionen Euro. Zwar muss Dynamo weniger Stadionmiete zahlen, doch es würden Fernsehgelder in Millionenhöhe wegfallen (in der dritten Liga gibt es nur noch rund 800000 Euro). Zudem muss der Club mit geringeren Zuschauerzahlen rechnen.

Weisen die abgegeben Unterlagen ein positives Ergebnis am Ende der Spielzeit 2013/14 aus?

Nein, doch das hat seinen guten Grund. Der Verein hat die Papiere mit einem eingerechneten Minus, das bei schätzungsweise 300000 Euro liegt, abgegeben. "Die Planung ist keine vorsichtige, sondern eine realistische. Clubs, die sich zu reich rechnen, müssen Sanktionen befürchten", so Müller. Bestes Beispiel dafür sind momentan Alemannia Aachen und Kickers Offenbach in der dritten Liga. Beiden Mannschaften werden zu Saisonende zwei Punkte abgezogen. "So etwas können wir auf keinen Fall gebrauchen", erklärt der Aufsichtsrats-Vorsitzende Thomas Bohn. Sprich: Dynamo gibt lieber ehrliche Zahlen ab und vermeidet dadurch weitere Probleme. Zudem ist es positiv zu bewerten, dass der Club versucht, vor allem das Budget für Personalkosten aufrecht zu erhalten und sich nicht an der Mannschaft oder Strukturen "totspart".

Was bereitet Dynamo Probleme?

"Die Situation von Dynamo Dresden ist immer noch nicht rosig" macht Müller klar. Dem Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr von 634000 Euro stehen etliche Altschulden gegenüber. Die haben sich aber bereits auf unter eine Million Euro verringert. Ein zentrales Problem sind die fehlenden Einnahmen aus dem DFB-Pokal. "Wir haben in den beiden Pokaljahren Einnahmen in Höhe von rund zwei Millionen Euro verzeichnet", erklärt Müller. Ein weiteres großes Problem stellt der verminderte Zuschuss der Stadt dar. Statt 1,2 Millionen Euro (1 Million für das Stadion, 200000 Euro für den Nachwuchs) bekommt Dynamo in der kommenden Spielzeit nur noch 800000 Euro. Dadurch muss der Verein von den 4 Millionen Euro Stadionmiete in der zweiten Liga mehr selbst übernehmen. Zumindest so lange, wie die momentan bestehenden Stadionverträge Gültigkeit haben. Die Kölmel-Verträge spielen in den Diskussionen um das negative Eigenkapital keine Rolle. Sie tauchen erst 2015 in den Bilanzen auf, dann ist der Rangrücktritt fällig.

Was sind die strategischen Ziele von Dynamo?

Der Club will vor allem strukturelle Probleme anpacken, weiter in den Nachwuchs investieren und die Stadionverträge neu verhandeln. "Bereits im Geschäftsbericht auf der Mitgliederversammlung im November 2011, als wir erstmalig ein kleines Plus aufweisen konnten, wurde von der damaligen Geschäftsführung darauf hingewiesen, dass die strukturellen Dinge verbessert werden müssen. Wir dürfen uns nicht totsparen", erklärt Bohn. Neben dem Budget für Personal steht der Nachwuchs im Fokus. Die Aufwendungen wurden deshalb planmäßig erhöht. Ab der neuen Saison wird es den sogenannten "Nachwuchs-Euro" auf Eintrittskarten geben - dadurch rechnet der Verein mit 400000 Euro für seine Talente.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.03.2013

tina

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