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Dynamo Dresden: Fans stellen Spieler zur Rede

Dynamo Dresden: Fans stellen Spieler zur Rede

Seit Wochen steckt Dynamo Dresden im Abstiegskampf - und mit jeder neuen Pleite wächst die Nervosität rund ums Glücksgas-Stadion.

Dresden .

Von Jochen Leimert

Dresden (DNN). Seit Wochen steckt Dynamo Dresden im Abstiegskampf - und mit jeder neuen Pleite wächst die Nervosität rund ums Glücksgas-Stadion. Nur noch das bessere Torverhältnis bewahrt den achtfachen DDR-Meister vor der Roten Laterne. Dass drei Teams noch einen Tick schlechter als die auf Rang 15 abgerutschten Schwarz-Gelben sind, das beruhigt die Fans keineswegs. Eine Minderheit der 3000 mitgereisten Anhänger forderte beim 0:2 in Cottbus erstmals die Beurlaubung von Trainer Ralf Loose, 150 tauchten am Sonntagabend am Rolltor des Dresdner Stadions auf, um die geschlagenen Heimkehrer zur Rede zu stellen.

Aus der Kabine kommend, mussten sich Cristian Fiel, Benjamin Kirsten, Toni Leistner und Bjarne Thoelke den Weg zu ihrem Auto durch die Menge bahnen. Etwa zehn Minuten nahmen sie sich Zeit, die Fragen der besorgten Fans zu beantworten und sich deren Frust anzuhören. "Sie wollten ihrem Ärger Luft machen und einfach nur reden. Das ist vollkommen in Ordnung, die Fans sind ja nicht ohne Grund sauer", sagte Routinier Fiel. Alles sei aber sachlich abgelaufen, obwohl den Fans die vierte Punktspielniederlage in Folge an die Nieren gegangen sei.

Manch einer aus dem Pulk warf der Mannschaft vor, sich nicht genug in den Abstiegskampf hineinzuknien. "Ich kann verstehen, wenn die Fans so was sagen, denn ich war selbst lang genug Fan", sagte Torhüter Kirsten. Er versuchte, die Schlachtenbummler zu beruhigen. "Es ist schwer für die Fans, draußen zu stehen und nicht wirklich etwas tun zu können", kann sich der 25-Jährige in die Lage der Anhänger hineinversetzen. Auch ihm mache die Situation zu schaffen, gleich nach der Rückkehr nach Hause habe er sich die Schlüsselszenen des Cottbus-Spiels auf DVD angeschaut.

Im Bus nach Dresden versuchten die Spieler, das Geschehene still für sich zu verarbeiten: "Da hast du keinen Ton gehört. Wenn du so ein wichtiges Spiel verlierst und das in so einer Art und Weise, dann musst du erst mal selber damit klarkommen", gestand Fiel. Nach der Atempause müsse die Mannschaft nun aber eine Reaktion zeigen: "Alle müssen sehen, dass wir die Situation ändern wollen. Wir müssen sie ehrlich einschätzen." Fiel betonte, dass man keine konkreten Ergebnisse versprechen könne ("Ich habe das in Aachen erlebt, das ist der größte Fehler, den man machen kann"), aber die Einstellung am Freitag gegen den FSV Frankfurt (18 Uhr) müsse stimmen.

Dem pflichtete auch Präsident Andreas Ritter bei: "Ich erwarte im nächsten Heimspiel eine deutliche Leistungssteigerung. Bevor wir eine Trainerdiskussion anfangen, erwarte ich, dass sich die Mannschaft ins Benehmen setzt und Klartext redet." Das Klima bei der am Sonnabend folgenden Mitgliederversammlung im Falle einer weiteren Enttäuschung wollte er sich lieber nicht ausmalen. Ritter forderte die Mannschaft auf, sich das letzte Spiel nicht schönzureden: "Ich glaube, dass noch nicht alle schon begriffen haben, dass es hier um Abstiegskampf geht und wie man den zu führen hat."

Sportchef Steffen Menze und Geschäftsführer Christian Müller halten dem Trainer vorerst weiter die Treue: "Nein, es gibt kein Ultimatum. Unser Ziel muss es aber sein, das Heimspiel am Freitag zu gewinnen", sagte Menze. "Wichtig ist, die Fehler zu erkennen und sie nicht zu wiederholen. Klar ist aber auch, dass wir das mit Ergebnissen unterlegen müssen."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.11.2012

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