Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Google+
Dynamo Dresden: Cristian Fiel wird noch gebraucht

Dynamo Dresden: Cristian Fiel wird noch gebraucht

"Ich will Fußball spielen - und das durfte ich in einem Pflichtspiel nach langer Zeit wieder." Cristian Fiel konnte Dynamos 0:1-Pleite bei Hertha BSC wenigstens etwas Positives abgewinnen.

Berlin/Dresden .

Von Jochen Leimert

Berlin/Dresden (DNN). "Ich will Fußball spielen - und das durfte ich in einem Pflichtspiel nach langer Zeit wieder." Cristian Fiel konnte Dynamos 0:1-Pleite bei Hertha BSC wenigstens etwas Positives abgewinnen. Von Freude oder gar Genugtuung aber war dem 32-Jährigen nichts anzumerken, als er nach Spielschluss auf dem Weg in die Kabine von den Reportern aufgehalten wurde. Der Spanier fühlte sich nicht als Gewinner des Abends.

Ob für ihn wirklich wieder bessere Tage angebrochen sind, das wird sich erst noch zeigen. Ein Hoffnungsschimmer für den früheren Aufstiegshelden war seine Einwechslung bei Halbzeit aber schon. Ungewöhnlich lange musste der letztjährige Leistungsträger (24 Spiele/1 Tor) auf seinen ersten Einsatz warten, denn zu Saisonbeginn fand sich der Routinier nur noch auf dem Abstellgleis wieder. Enttäuscht und verunsichert gab er am 31. Juli sein Amt als Kapitän ab. Nach 13 Jahren im Profigeschäft weiß der alte Fuchs genau, wie der Hase läuft: Als Kapitän wird man auf Dauer nur respektiert, wenn man auf dem Platz steht. Und das Gefühl, dass Trainer Ralf Loose noch ernsthaft mit ihm plant, wollte sich bei Fiel nicht so recht einstellen. "Es war keine Entscheidung, die ich über Nacht gefällt habe, denn sie ist mir nicht leicht gefallen. Ich war stolz, Kapitän dieser Mannschaft zu sein. Aber angesichts meiner persönlichen Eindrücke nach der Vorbereitung bin ich zur Erkenntnis gekommen, dass es besser ist, wenn ich das Amt abgebe. Ich werde aber weiter wie bisher jeden Tag mein Bestes für die Mannschaft geben", erklärte er damals.

Dass Fiel eine ehrliche Haut ist, weiß man. Der im Sommer 2010 von Looses Vorgänger Matthias Maucksch aus Aachen geholte Mittelfeldregisseur zog sich auch nicht in den Schmollwinkel zurück, sondern kämpfte entschlossen um sein Comeback. Seine Tore beim 2:1-Testspielsieg gegen Polens Meister Slask Breslau verhalfen ihm beim Auswärtsspiel in Sandhausen (1:1) erstmals in den Kader. Fiel war wieder dabei, wenn auch noch nicht mittendrin.

Aber schon gegen Ingolstadt (0:1) nahm ihn Loose wieder raus, Fiel saß erneut auf der Tribüne. Derweil wussten seine Mannschaftskollegen nur 30 Minuten zu überzeugen. Als das Tor trotz mehrerer guter Chancen nicht fallen wollte, schien das Team zu verkrampfen. Bis Spielende ging kaum noch was, die Mannschaft wirkte kopflos, verlor den Spielfaden. Als Looses Taktik in Berlin durch Romain Brégeries Eigentor (5.) früh über den Haufen geworfen wurde und Dynamo offensiv so gut wie gar nicht mehr stattfand, baute der Coach doch lieber auf Fiels Erfahrung (36 Erst- und 248 Zweitliga-Spiele) und gab ihm eine Chance. "In der zweiten Halbzeit hatten wir einige spielerische Momente, sicher durch die Einwechslung von Cristian Fiel, aber auch weil uns der Gegner mehr Raum gelassen und auf Konter gewartet hat", analysierte Loose später.

Ob er Fiel auch am Sonntag beim Kellerduell mit den ebenfalls kriselnden Auern noch einmal ranlässt, ist offen. Klar ist aber, dass der Musterprofi bereit steht: "Ich habe es schon immer gesagt: Mein Arbeitgeber ist Dynamo Dresden - und für den gebe ich, solange ich hier angestellt bin, alles." Bis 2013 läuft sein Vertrag noch.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.09.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr