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Dynamo: Der Kapitän will zurück auf die Brücke

Dynamo: Der Kapitän will zurück auf die Brücke

Abstiegskampf in der Zweiten Liga ist nichts für schwache Nerven - da zählt Erfahrung doppelt. Cristian Fiel hat mehr als genug davon, er kann auf stolze 263 Spiele in den beiden höchsten deutschen Ligen verweisen.

Dresden .

Von Jochen Leimert

In dieser Saison durfte der Dynamo-Kapitän sein größtes Pfund aber erst bei drei Punktspielen in die Waagschale werfen, weil ihn ein übereifriger Schiedsrichter beim 0:1 in Fürth ungerechtfertigt vom Platz schickte und ihn anschließend Krankheiten stoppten. Doch rechtzeitig vor dem Montagspiel gegen Ligakrösus Eintracht Frankfurt darf Aufsteiger Dynamo auf die Rückkehr seines Spielführers hoffen.

"Seit Donnerstag letzter Woche trainiere ich wieder uneingeschränkt und es läuft ganz gut", freut sich der Spanier. "Ich möchte rasch wieder Kraft tanken", hat sich Fiel vorgenommen. Seine lange Pechsträhne will er schnell vergessen.

Begonnen hat seine schwarze Serie schon am 3. Spieltag in Fürth, als ihn Referee Tobias Stieler (30) aus Obertshausen kurz nach der Pause mit Rot vom Platz schickte. Unbeabsichtigt hatte der als ausgesprochen fairer Sportsmann bekannte Routinier einen Gegenspieler im Zweikampf mit dem Arm am Kopf getroffen. Dabei war Stephan Fürstner von hinten gekommen. "Er konnte ihn gar nicht sehen", beschrieb Augenzeuge Robert Koch am 6. August die umstrittene Szene. "So etwas habe ich noch nicht erlebt", war Fiels Stellvertreter außer sich über Stielers gnadenloses Strafmaß.

"Ich kann das immer noch nicht nachvollziehen", rätselt Fiel bis heute über Stielers Entscheidung. Dass er im 15. Profijahr erstmals den dunkelroten Karton vor die Nase gehalten bekam, ärgert ihn auch nach fünfeinhalb Wochen noch. "Meine Spielweise werde ich trotzdem nicht ändern", verspricht er trotzig.

Spielen, kämpfen, dirigieren und auch mal mit dem Schiedsrichter diskutieren, wie er es gewohnt ist, das würde Fiel am liebsten auch gegen Frankfurt. Ob die Form dafür schon reicht, muss Trainer Ralf Loose aus den Trainingseindrücken schließen. Vor dem wichtigen Heimspiel gegen die noch ungeschlagene Eintracht, die auswärts die Spitzenteams aus Fürth (3:2) und Braunschweig (3:0) bezwang und beim Ortsnachbarn FSV mit 4:0 triumphierte, schaut er genau hin, wie sich der Kapitän nach einer hartnäckigen Angina und einem schweren Magen-Darm-Infekt präsentiert.

Eigentlich sollte Fiel gestern Nachmittag bei einem internen Testspiel gegen die "Zweite" Spielpraxis sammeln, doch nach einem kurzfristig schon im Frühtraining abgehaltenen Spiel schonte Loose den Rückkehrer lieber. "Er war nach dem Spiel am Mittag etwas kaputt, da wollte ich ihm nicht noch mehr Belastung aufdrücken", erklärte Loose. Nach einer so langen Pause - Fiel verpasste immerhin fünf Spiele - müsse man "mit Fingerspitzengefühl rangehen", begründete der Trainer seine gestrige Entscheidung.

Die bedeutet nicht automatisch, dass das Spiel gegen Frankfurt für Fiel noch zu früh kommt: "Jeder, der trainiert, ist im Blickfeld, insbesondere der Kapitän", stellte Loose klar. Ob er ihn gegen die Eintracht zurück auf die Brücke holt, hänge von den nächsten Tagen ab, so der Trainer. Fragen muss er Fiel jedenfalls nicht, ob er Lust hätte: "Dass ,Fielo' immer spielen will, das steht fest."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.09.2011

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