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Durchwachsene Bilanz der Dresdner Eislöwen: Grandiose Derbys, viele Tiefpunkte

Durchwachsene Bilanz der Dresdner Eislöwen: Grandiose Derbys, viele Tiefpunkte

Mit der Niederlage gegen Ravensburg kam für die Dresdner Eislöwen am Freitag früher als erwartet und erhofft das Ende der Saison. Die Cracks mussten die Enttäuschung ebenso verarbeiten wie Trainer und Verantwortliche.

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Sie jubelten in dieser Saison zu selten: die Eislöwen Patrick Jarrett, Sami Kaartinen, Carsten Gosdeck und Dylan Gyori (von links).

Quelle: soccerfoto

Morgen Abend ab 18 Uhr steigt in der Energie-Verbund-Arena die Abschlussfete mit Fans, Mannschaft und Sponsoren. Bereits gestern wurden mit einer wichtigen Personalentscheidung die Weichen für die Zukunft gestellt. Trainer Thomas Popiesch verlängerte seinen Kontrakt bei den Eislöwen um weitere zwei Jahre bis 2015. Der 47-jährige Eishockeylehrer und Geschäftsführer Danilo Klee sprechen im DNN-Interview über die abgelaufene Saison und geben Ausblicke in die Zukunft.

Frage: Herr Klee, was gab den Ausschlag, den Kontrakt mit Thomas Popiesch zu verlängern?

D. Klee: Er ist ein ausgewiesener Eishockeyfachmann, hat in den letzten vier Jahren hervorragende Arbeit geleistet und er kennt die Rahmenbedingungen und das Umfeld bestens. Wir haben natürlich die sportlich schwierige Situation zu Beginn des Jahres genau analysiert, waren mit dem Trainer ständig im Gespräch. Es war ein längerer Prozess, in dem wir auch über den weiteren Ausbau der Zusammenarbeit mit Chemnitz und dem eigenen Nachwuchs gesprochen haben und uns in den Zielen einig sind. Das Saisonziel haben wir nur knapp verfehlt und es bringt nichts, alles in Frage zu stellen. Bei der Gestaltung des Vertrages hat diesmal der Leistungsgedanke stärker Einzug gehalten, es gibt sportliche und nichtsportliche Ziele.

Herr Popiesch, sind Sie froh, ihre Arbeit in Dresden fortsetzen zu können?

Th. Popiesch: Natürlich freue ich mich, dass es geklappt hat. Ich bin schon vier Jahre hier und habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich auch gern länger bleiben würde. Gerade nachdem es zuletzt sportlich schlechter lief, freut es mich umso mehr, dass die Gesellschafter und Geschäftsleitung mir weiterhin vertrauen.

Haben Sie als Trainer das Saison-Aus schon abgehakt?

Abgehakt ist das noch lange nicht. Viele Dinge haben wir aber schon im Vorfeld erkannt. Wir hatten einige Höhen wie zum Beispiel die emotionalen Derbys vor grandioser Kulisse, aber auch viele Tiefpunkte, wo die Mannschaft nicht das gezeigt hat, was wir uns erhofft hatten. Die genaue Analyse braucht jedoch noch Zeit, da werde ich mit den Spielern sprechen, mich aber auch mit Fans oder Sponsoren austauschen, um vielleicht auch eine andere Sicht zu bekommen.

Hatte die Mannschaft das Potenzial, die Playoffs zu schaffen?

Th. Popiesch: Ja, das Leistungsvermögen war da. Die Jungs haben gezeigt, dass sie gutes Eishockey spielen können. Ein Knackpunkt war das Spiel gegen Schwenningen, als sich Torhüter Kellen Briggs verletzte. Danach haben wir einfach keine Ruhe mehr ins Team bekommen. Sicher haben wir uns von dem einen oder anderen Spieler auch mehr erwartet und die Verletzungen einiger Leistungsträger wie Patrick Jarrett oder Justin Kurtz haben uns schon wehgetan. Trotzdem waren wir bis zum Schluss noch mit im Rennen.

Welche ersten Schlussfolgerungen ziehen Sie aus der Saison?

Th. Popiesch: Wir müssen die Mannschaft jünger, frischer und schneller machen. Und wir wollen wieder mehr Spaß, Leidenschaft und Stimmung in die Halle bringen. Wir brauchen zudem mehr Qualität im unteren Bereich der Mannschaft, um mehr Konkurrenzdruck zu erzeugen. Dazu muss man nicht unbedingt mehr Geld ausgeben, sondern vor allem im Sommer härter arbeiten. Gerade die jungen Spieler müssen sich quälen. Bruce Becker oder Jari Pietsch haben gezeigt, wie es geht. Auch Florian Lüsch hat sich in Chemnitz hervorragend gemacht, dann auch bei uns eine gute Leistung gezeigt. Diese Entwicklung brauche ich aber von fünf oder sechs Spielern.

Welche Spieler haben noch Verträge, wie sieht es mit Leistungsträgern wie Sami Kaartinen oder Patrick Jarrett aus? Wie ist Ihre Planung auf der Torhüterposition?

Th. Popiesch: Nur André Mücke hat noch einen Kontrakt. Natürlich wollen wir die Leistungsträger gern halten, einige wollen auch gern in Dresden bleiben, aber es gibt auch andere, die sich vielleicht noch einmal in einer höheren Liga versuchen möchten. Bei Patrick gebe ich die Hoffnung sicher nicht auf, weil ich weiß, dass es sich wohlfühlt. Aber man muss auch damit rechnen, dass er geht. Wir wollen jetzt mit jedem reden, bisher gibt es noch keine Entscheidung für oder gegen einen Spieler. Sicher werden wir aber auf der Torhüterposition positive Veränderungen vornehmen.

Herr Klee, wie wird die wirtschaftliche Bilanz ausfallen?

D. Klee: Da müssen wir den genauen Abschluss Ende des Monats abwarten. Genaue Zahlen kann ich noch nicht nennen. Da spielen unter anderen die Schadensersatzforderungen hinsichtlich des Arena-Daches, aber auch die Insolvenz von Hannover und die dadurch wegfallenden Playdowns eine Rolle. Bis Ende der Woche müssen wir bei der ESBG unseren finanziellen Ausfall beziffern. Insgesamt wird die finanzielle Situation etwa wie im vergangenen Jahr sein, aber wir wollen möglichst auf den Etat noch etwas draufpacken und haben jetzt mit Falk Terjek einen fähigen Marketingmann, der dabei ist, einiges aufzubauen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.03.2013

Astrid Hofmann

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