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Dresdner Turnerin Marlene Bindig wird Deutsche Meisterin

Turnen Dresdner Turnerin Marlene Bindig wird Deutsche Meisterin

Die 18-Jährige Marlene Bindig holt den ersten Deutschen Meistertitel im Turnen für den Dresdner Sportclub (DSC) seit der Wende. Das ist umso bemerkenswerter, weil der DSC kein Bundesstützpunkt ist.

Zwar heißt ihre Paradedisziplin Bodenturnen, doch als Deutsche Meisterin steigt Marlene Bindig in hohe Sphären.

Quelle: Frank Dehlis

Dresden. Auf zwei Meisterinnen war der Deutsche Turner-Bund bei den Titelkämpfen in Gießen wohl nicht eingestellt. Deshalb konnte die neue Deutsche Meisterin am Boden, Marlene Bindig, gestern beim großen Empfang in der heimischen DSC-Halle leider keine Goldmedaille präsentieren. Weil es mit der punktgleichen Leah Grießer (TG Neureut) eine zweite Titelträgerin gab, bekam die Dresdnerin eine winzige Ersatzmedaille. „Die richtige soll in dieser Woche mein Trainer Olaf Große per Post erhalten. Er wird sie mir dann überreichen“, berichtete die 18-Jährige, die mit dieser Goldmedaille Vereinsgeschichte geschrieben hat.

Sie erkämpfte den ersten Meistertitel im Turnen für die Dresdner Farben nach der Wende. Das ist umso bemerkenswerter, weil der DSC kein Bundesstützpunkt ist. „Wir kümmern uns als Landesstützpunkt vor allem um den Nachwuchs und delegieren die besten Talente zum Bundesstützpunkt nach Chemnitz. Marlene ist diesen Weg nicht gegangen, sondern bei uns geblieben. Deshalb freut uns dieser Erfolg umso mehr. Marlene gehört zu den Top Ten in Deutschland und ist gerade für unsere jungen Turnerinnen ein Vorbild“, erklärte Präsidiumsmitglied Nicole Kirchner. Zur Sensation wurde der Titel vor allem, weil die Abiturientin als Achte erst gar nicht fürs Boden-Finale qualifiziert war und erst durch die Absage zweier anderer Athletinnen nachrückte.

Doch wie sie die Chance beim Schopf packte, überzeugte sogar Bundestrainerin Ulla Koch, die die Überraschungsmeisterin zum WM-Qualifikationswettkampf in zwei Wochen nach Stuttgart einlud. Zwölf Turnerinnen werden sich in einem Vierkampf den Preisrichtern stellen. Allerdings sind fünf der sechs Plätze für die WM Ende Oktober in Glasgow, wo es auch um die Olympia-Qualifikation gehen wird, jetzt schon so gut wie vergeben. „Eine echte Chance, noch ein WM-Ticket zu ergattern oder nächstes Jahr sogar bei Olympia zu turnen, rechne ich mir nicht aus. Da müssten schon alle Stränge reißen und sich viele verletzen“, bleibt Marlene Bindig realistisch. Die Dresdnerin, die seit ihrem vierten Lebensjahr turnt, weiß ihre Fähigkeiten einzuschätzen.

„Am Boden bringt sie künstlerisches Talent, ihre Beweglichkeit und Eleganz zum Tragen, aber sie hat durch Einschränkungen an den Armen Defizite am Stufenbarren und Sprung. Da fehlen ihr die Schwierigkeiten, um ganz vorn mitzuhalten“, erläutert Olaf Große, der mit Fingerspitzengefühl seinen Schützling so weit gebracht hat. „Dieser Titel gibt mir auf jeden Fall viel Schwung und Motivation für das weitere Training. In Stuttgart möchte ich mich dann so gut wie möglich präsentieren, habe ja nichts zu verlieren“, meint Marlene Bindig, die sich auf den Wettkampf freut und nächste Woche noch mal nach Chemnitz fahren wird, um sich vorzubereiten. „Leider haben wir in Dresden nicht den modernen Boden, der bei großen Wettkämpfen heutzutage Standard ist. In Chemnitz gibt es den jedoch, deshalb nutzt Marlene diese Möglichkeit“, erklärt Olaf Große, der hofft, dass die deutsche Meisterin auch noch zu ein paar internationalen Wettbewerben eingeladen wird.

Astrid Hofmann

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