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Dresdner Sportakrobaten finanzieren WM-Traum mittels Crowdfunding

Nach erfolgreicher WM in China Dresdner Sportakrobaten finanzieren WM-Traum mittels Crowdfunding

Zwölf Sportakrobaten des Dresdner SC nahmen vom 23. März bis 5. April an der WM im chinesischen Putian teil. Den Traum der Teilnahme wollten sich die Sportler auch durch immense Kosten nicht nehmen lassen und starteten ein Crowdfunding-Projekt auf der Dresdner Plattform „99 Funken“, um mit der Hilfe anderer den Traum wahr werden zu lassen.

Glückssprung auf chinesischem Boden: Die Sportakrobaten Erik Leppuhner, Florian Vitera, Tom Mädler und Sebastian Grohmann (v.l.) des Dresdner SC ergatterten eine WM-Medaille. Durch ein Crowdfunding-Projekt auf der Plattform „99 Funken“ konnte die teure Reise ins Reich der Mitte mithilfe von Unterstützern finanziert werden.

Quelle: PR/Sebastian Schipfel

Dresden. Sie haben hart trainiert, sich durchgekämpft und starke Nerven bewiesen. Sie haben gehofft und gebangt und immer ihr Ziel vor Augen gehabt. Hand in Hand machten sie sich auf eine Reise ins Reich der Mitte und kamen mit einer Sensation im Gepäck zurück. Die Rede ist von den Sportakrobaten des Dresdner SC, die vom 23. März bis 5. April mit zwölf Sportlern an der Weltmeisterschaft im chinesischen Putian teilnahmen. So groß die Vorfreude darauf auch war, blieb vor allem die Finanzierung der Reise zum größten sportlichen Ereignis in diesem Jahr ein Wermutstropfen. Auf der Crowdfunding-Plattform „99 Funken“ der Ostsächsischen Sparkasse starteten sie deshalb ein Projekt, um mit der Hilfe anderer ihren Traum zu finanzieren. Die DNN haben sie dabei begleitet.

Insgesamt 15 000 Euro kostete der sportliche Höhepunkt der Sportakrobaten. Diese müssen die Sportler zum großen Teil selbst tragen. Eine Förderung von außerhalb ist nur selten möglich, da die Sportakrobatik nicht zu den olympischen Disziplinen zählt. Der Traum der WM bedeutet damit eine hohe Belastung für die Familien der Sportler. So startete der Verein auf der Plattform „99 Funken“ ein Projekt zur Finanzierung, bei dem Außenstehende kleinere Beiträge zum großen Ganzen dazugeben können. So zeigten sie den Besucher auf der Plattform mit Fotos, Videos und Projektbeiträgen, dass sie mit Leidenschaft, Ehrgeiz und Fleiß an ihrem Traum arbeiten – und zwar ohne die Perspektive, damit jemals Geld zu verdienen. Am 29. Februar starten die Akrobaten ihre Aktion im Internet. Ab dann galt es, die Menschen da draußen von den Projekt zu überzeugen.

„99 Funken“ – der Name löst wohl bei jedem Leser direkt ein Bild im Kopf aus. Die Idee, die dahinter steht: Erfahrungen haben gezeigt, dass zur erfolgreichen Finanzierung eines Projektes etwa 100 unterstützende Personen gebraucht werden. Im November vergangenen Jahres ging die Plattform zur Schwarmfinanzierung online, die von der Ostsächsischen Sparkasse in Kooperation mit der erfolgreichen Dresdner Crowdfunding-Plattform „Startnext“ gegründet wurde. Doch warum noch eine solche Plattform in Dresden? „Wir wollten regionale Projekte in der Landeshauptstadt sowie in der Umgebung für diese Art der Finanzierung begeistern“, erklärt Projektkoordinatorin Petra von Crailsheim. Das Besondere: interessierte Personen können in jeder Filiale für ein Projekt, das ihnen am Herzen liegt, Geld einzahlen und müssen dies nicht zwingend im Internet machen. Damit kann auch die ländliche Gegend erreicht werden.

Projekttag 4. Die Sportakrobaten werben mittels Flyer und sozialen Netzwerken für ihr Projekt. Nach nur vier Tagen haben sie bereits ein Viertel der gewünschten Finanzierungssumme zusammen. Insgesamt 6000 Euro wollen die Sportler für ihren Traum sammeln, um ihre Familien zu entlasten. Zehn Tage, nachdem das Projekt online ist, können die zwölf Sportakrobaten den nächsten Erfolg verbuchen: die Marke von 1000 Euro ist geknackt. Das Ziel rückt näher.

Jedes Projekt auf „99 Funken“ wird vor der Veröffentlichung auf Herz und Nieren geprüft. Dabei steht die Ostsächsische Sparkasse den Projektinitiatoren beratend zur Seite und hilft bei Werbung, Kommunikation sowie technischen Abläufen. Dabei gilt es zuerst, Unterstützer zu finden, die sich von der Projektidee begeistern lassen und diese anschließend mit Nachrichten zum Fortschritt des Porjektes auf dem Laufenden zu halten. Für finanzielle Beiträge gibt es für die Projektinitiatoren Prämien. So erhielten Unterstützer der Sportakrobaten bei einem Betrag von 25 Euro eine Dankeskarte, bei 500 Euro wurde ein Auftritt von drei bis fünf Sportakrobaten bei einer privaten oder Firmenveranstaltung im Raum Dresden versprochen.

Projekttag 19. Die elf- bis 20-jährigen Sportler stehen kurz vor der Abreise zur WM in China. Es geht in den Endspurt. “Wir trainieren derzeit täglich bis zu sechs Stunden, damit bei der WM alles perfekt ist“, sagt Trainerin Petra Vitera. Am kommenden Tag gehen sie auf eine fast 24 Stunden lange Reise ins entfernte China. „Wir erhoffen uns eine abenteuerliche Reise“, sagt Sebastian Grohmann vom Junioren-Quartett. „Unser Traum ist es, eine Medaille mit nach Dresden zu bringen.“ Dafür müssen die verschiedenen Ensembles mehrere Gegner aus dem Weg räumen. Die WM-Platzierung ist zum Greifen nah. 47 Unterstützer konnten die Akrobaten für ihr Projekt gewinnen. Knapp 4000 Euro wurden bereits gespendet. Der Erfolg auf zwei Ebenen rückt näher.

Die Plattform „99 Funken“ arbeitet nach dem Prinzip „alles oder nichts“. Die Projektinitiatoren geben eine sogenannte Fundingschwelle an. Dabei handelt es sich um einen Betrag, der mindestens erreicht werden sollte. 3000 Euro hatten sich die Akrobaten des Dresdner SC dafür gesetzt. „Wenn diese Schwelle erreicht wird, bekommt der Initiator das Geld ausgezahlt und kann das Projekt realisieren“, erklärt Petra von Crailsheim. Wenn nicht, erhalten die Unterstützer ihr Geld zurück. Jedes Projekt durchläuft vier verschiedene Phasen vom Entwurf, dem Start auf der Plattform, der Finanzierung bis hin zum Erfolg oder Misserfolg.

Projekttag 30. Eine Sensation für Deutschland und Dresden: das Junioren-Quartett des Dresdner SC holt die erste WM-Medaille in China und schreibt damit Geschichte. Tom Mädler, Florian Vitera, Erik Leppuhner und Sebastian Grohmann holen in Putian Bronze und damit die erste Wm-Medaille für die DSC-Sportakrobatik überhaupt. „Die Vier sind über viele Jahre gemeinsamen Trainings zu einem Team gewachsen, das sich gegenseitig anspornen und beflügeln kann. Jetzt gemeinsam die beste Leistung abzurufen, gelingt nur bei bedingungslosem Zusammenhat. Alle sind im Moment einfach nur glücklich“, jubelt Trainerin Vitera nach dem Erfolg in China. Mit 4415 Euro und abermals mehr Unterstützern ist auch das Crowdfunding-Projekt auf einem guten Weg, die Sportler finanziell zu entlasten.

Die Emotionalität der Projekte auf „99 Funken“ begeistert die Macher selbst. Alle bisherigen Projekte seien mit viel Ehrgeiz und Leidenschaft geplant und realisiert worden. „Die Plattform hatte einen rasanten und erfolgreichen Start“, so die Projektleiterin. In neun verschiedenen Kategorien können die Projekte sich verwirklichen. Elf Projektideen konnten bereits erfolgreich finanziert werden, eine schaffte es nicht. „Unsere Namensidee: Jeder kann der hundertste Funke sein, der das Feuerwerk entfacht“, erzählt Petra von Crailsheim. Denn wenn ein Initiator andere Menschen von seinem Projekt überzeugen kann, springt ein Funke über und die Kraft der Gemeinschaft entscheidet über die Zukunft des Projektes.

Tag 42. Die Schwarmfinanzierung der Sporatkrobaten feiert Erfolge____

www.99funkden.de

Von Juliane Just

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