Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Dresdner Shorttracker vor Olympia-Saison: "Wir sind enger zusammengerückt"

Dresdner Shorttracker vor Olympia-Saison: "Wir sind enger zusammengerückt"

Für die deutschen Shorttracker beginnt der olympische Countdown bereits morgen. Beim dritten Saison-Weltcup im italienischen Turin und eine Woche später bei der vierten Station in Kolomna (Russland) werden die Weichen für die Teilnahme an den Spielen in Sotschi gestellt.

Voriger Artikel
Dynamo Dresden tritt wieder als Mannschaft auf und wird dafür belohnt
Nächster Artikel
Bittere Diagnose: DSC muss lange auf Pencova verzichten

Die Dresdner Robert Seifert (vorn) und Paul Herrmann müssen in Turin und Kolomna Gas geben, um es zu den Spielen in Sotschi zu schaffen.

Quelle: imago sportfotodienst

Dresden. Von

Und die Trauben hängen für die Schützlinge von Bundestrainer Michael Kooreman ziemlich hoch. Um einen Olympia-Startplatz für Deutschland zu ergattern, müssen die Läuferinnen und Läufer über die drei Einzelstrecken 500 m, 1000 m und 1500 m bestimmte Platzierungen erreichen. Dabei werden die jeweiligen Ergebnisse der beiden Weltcups addiert. So werden über 500 m und 1000 m nur die besten 32 Athleten für Sotschi zugelassen, über 1500 m sind es die besten 36 Läuferinnen und Läufer. In den Staffel-Wettbewerben dürfen bei Olympia nur je acht Teams antreten.

Für die deutschen Shorttracker gibt es jedoch noch zusätzliche nationale Richtlinien, die strenger angesetzt sind, allerdings bei allen vier Weltcups erfüllt werden können. Die Dresdner Julia Riedel und Robert Seifert sind die einzigen, die diese Normen auf jeweils einer Strecke schon bei den ersten beiden Weltcups in Asien erreichten. So stand Seifert in Shanghai über 500 m im Halbfinale, Riedel erreichte in Seoul das B-Finale über 1500 m.

Enttäuschung herrschte dennoch in den Reihen der deutschen Eisflitzer, vor allem nach den Staffel-Entscheidungen, in denen weder die Frauen noch die Männer unter die Top-Acht liefen. Tina Grassow (EV Dresden) gab kurz vor der Abreise am Sonntag nach Turin zu: "Der Schock nach den Ergebnissen der ersten beiden Weltcups saß bei uns schon tief. Wir sind auf den Einzelstrecken und auch in der Staffel hinterhergelaufen, haben vor allem gegen Nationen wie den Niederlanden oder Italien, mit denen wir früher mithalten konnten, deutlich an Boden verloren. Deshalb saßen wir mit dem Trainerteam zusammen und haben in den vergangenen vier Wochen versucht, einiges umzustellen. Wir haben mehr auf Spritzigkeit geachtet und das Verhältnis von Belastung und Regeneration verändert. Inwieweit das jetzt greift, müssen wir abwarten, da wir keine Vergleichsmöglichkeiten hatten. Zumindest lief es in der letzten Woche vor unserem Abflug recht gut", blickt die 25-Jährige verhalten optimistisch auf die beiden entscheidenden Weltcups.

Allerdings musste die Vize-Europameisterin in der Staffel zwei Tage vor der Abreise noch einen Schock verdauen. Auf regennasser Fahrbahn stürzte sie beim Überqueren von Straßenbahnschienen mit ihrem Moped, zog sich dabei eine Oberschenkelprellung und eine leichte Blessur im Schulter- und Nackenbereich zu. "Das war natürlich nicht gerade optimal, aber mit unserem Physiotherapeuten Uwe Müller bekommen wir das in den Griff", hofft Grassow. Warum sie überhaupt mit dem Moped unterwegs war, zeigt, unter welch schwierigen Bedingungen die deutschen Shorttracker die Vorbereitungen auf Olympia absolvieren müssen. "Im Frühjahr wurde mein alter Honda vor der Haustür aufgeknackt und dabei so demoliert, dass wirtschaftlicher Totalschaden entstand. Meine Bemühungen, vielleicht einen Sponsor für ein neues Auto aufzutreiben, verliefen leider ergebnislos. Deshalb musste ich auf das Moped umsteigen", berichtet die Dresdnerin von ihrem Dilemma.

Ihre Mannschaftsgefährten kamen zum Glück ohne Blessuren über die Runden. Dennoch halten auch sie sich mit Prognosen zurück. "Wir waren bei den ersten Weltcups so weit weg von der Konkurrenz, da können wir jetzt nur hoffen, dass die Umstellungen im Training noch etwas gebracht haben", erklärt Paul Herrmann. "Die Zeiten sind besser geworden, aber ob es reicht, wissen wir nicht. Auf jeden Fall sind wir Sportler in dieser schweren Zeit noch enger zusammengerückt", betont Herrmann, der nach dieser Saison seine Laufbahn beenden will.

Auch Top-Sprinter Robert Seifert, inzwischen Vater einer Tochter, fühlt sich jetzt körperlich besser als noch beim Saisonstart, räumt aber ein: "Damals dachten wir auch, wir sind gut drauf, haben dann aber unheimlich auf die Mütze bekommen. Doch wir werden alles geben, um die Tickets nach Sotschi zu erkämpfen", so der ehemalige Junioren-Weltmeister. Tina Grassow unterstreicht das: "An unserem Willen und Kampfgeist soll es nicht liegen. Wir fokussieren uns jetzt voll und ganz auf Turin, damit wir dort schon die halbe Miete reinholen können."

Die deutschen Farben vertreten neben Grassow, Seifert und Herrmann noch Bianca Walter, Julia Riedel, Anna Seidel, Elisa Lenke, Daniel Zetzsche, Christoph Schubert (alle EV Dresden), Hannes Kröger (Rostock) und Jonas Kaufmann-Ludwig (München).

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.11.2013

Astrid Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr