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Dresdner SC siegt gegen VCO Berlin: Gänsehaut bei Tzscherlich-Jubiläum

Dresdner SC siegt gegen VCO Berlin: Gänsehaut bei Tzscherlich-Jubiläum

Magische Momente haben die Dresdner Volleyball-Fans mit DSC-Ikone Kerstin Tzscherlich in den vergangenen Jahren schon viele erlebt. Etwa, wenn die Ausnahme-Libera wieder einmal einen gegnerischen "Hammerangriff" noch vom Boden kratzte.

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Applaus von den Fans und den Mitspielerinnen: DSC-Idol Kerstin Tzscherlich (r.) wird zur Ehrung für ihren 400. Einsatz in der Volleyball-Bundesliga gerufen.

Quelle: M. Rietschel

Mit volleyballerischen Feinheiten konnte die 34-Jährige am Sonnabend nicht mehr glänzen, zu sehr macht ihr das operierte Knie noch zu schaffen. Doch das war auch nicht wichtig beim 400. Bundesliga-Einsatz des DSC-Urgesteins. Auch das Spiel gegen den VCO Berlin an sich und der 3:0-Pflichtsieg (25:13, 25:11, 25:21) des deutschen Vizemeisters gegen das Schlusslicht standen an diesem Abend nicht im Mittelpunkt. Die Bühne gehörte Kerstin Tzscherlich, auch wenn sie nur für einige Ballwechsel aufs Feld kam. Magische Momente gab es bei dem außergewöhnlichen Abend viele.

Schon beim Einlaufen jubelten die 1978 Zuschauer - welch "Zufall", genau Tzscherlichs Geburtsjahr - ihrer Nummer fünf zu. Auf einem Spruchband der Fans stand: "Danke Kerstin für 400 Spiele im DSC-Dress". Als die Partie lief, warteten die Anhänger auf den ersten Auftritt ihres Lieblings. Begleitet von Gesängen "Es gibt nur eine Kerstin Tzscherlich", kam die Jubilarin bei der 23:13-Führung endlich aufs Feld. "Bis dahin hielt sich bei mir die Aufregung noch in Grenzen. Doch dann hatte ich doch ein richtiges Gänsehautgefühl", gestand die schon immer nah am Wasser gebaute Dresdnerin.

Auch in Abschnitt zwei mussten die Fans lange auf den nächsten Einsatz ihres Idols warten. Bei der Dresdner 21:8-Führung erfüllte sich dann der Wunsch und beim 24:11 sprang der Ball sogar von Katharina Schwabe zu ihr. Unter besonderem Jubel berührte Tzscherlich ihn zum einzigen Mal in dieser Partie, spielte ihn nach vorn und trug zum Verwandeln des Satzballes bei. Nur im dritten Durchgang ließen sie "ihre Mädels" zittern. "Als es am Schluss so eng wurde, hatte ich schon Angst, es klappt nicht mit meinem Einsatz am Schluss", verriet sie später. Doch es ging gut und am Ende erwiesen die Zuschauer mit minutenlangen Ovationen ihr noch mal ihre Reverenz.

Vorstandschef Jörg Dittrich ehrte die bescheidene Sportlerin mit einer "Ehren-MVP-Medaille" und sagte: "Kerstin, du bist ein Vorbild für uns alle." Auch Gästetrainer Han Abbing verneigte sich vor der Ausnahmeathletin, indem er sie für diese Partie ebenfalls zur "MVP" wählte. "Es ist wohl schon etwas ganz Besonderes, wenn man die ganze Zeit immer nur für ein und denselben Verein spielt", mutmaßte Tzscherlich nach der Ehrung. Trainer Alexander Waibl unterstich das: "Dass zu dieser Partie fast 2000 Zuschauer gekommen sind, zeigt, wie der DSC den Leuten ans Herz gewachsen ist und was sich Kerstin Tzscherlich in Dresden erarbeitet hat. Es war ein tolles Volleyballfest, wo der Volleyballsport diesmal fast im Hintergrund stand." Auf die Frage, ob sie froh sei, dass sie es nun hinter sich hat, antwortete Tzscherlich gewohnt ehrlich: "Ein biss´l schon."

Einen zusätzlichen magischen Moment gab es in der zweiten Satzpause, als DSC-Fan Steffen Gehre aus Nünchritz vor den Zuschauern seiner Lebensgefährtin Anke Werner einen Heiratsantrag machte. Gerührt sagte sie unter Tränen laut und deutlich "Ja".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.01.2013

Astrid Hofmann

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