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Dresdner SC feiert ausgelassene Meisterparty - Trainer Waibl: „Der Wahnsinn“

Dresdner SC feiert ausgelassene Meisterparty - Trainer Waibl: „Der Wahnsinn“

Shanice Marcelle hat sich endgültig einen Platz in den DSC-Geschichtsbüchern gesichert. Die kleine Kanadierin sorgte am Mittwochabend in einem Herzschlagfinale nach 139 Zitterminuten für den Jubelschrei aus mehr als 3000 Kehlen.

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Quelle: Stephan Lohse

Sie verwandelte im dritten Spiel der Finalserie „Best of Five“ gegen Pokalsieger Stuttgart den Matchball zum hart erkämpften 3:2-Sieg (28:26, 17:25, 23:25, 27:25, 15:12) und damit zur erfolgreichen Titelverteidigung. Mit drei Punkten in Folge avancierte die 24-Jährige Angreiferin, die schon im Vorjahr im letzten Finalspiel gegen Vilsbiburg den entscheidenden Ball verwandelt hatte, auch diesmal zur Heldin des Abends. Nachdem sich die Spielerinnen auf sie gestürzt und fast erdrückt hatten, umarmte Trainer Alexander Waibl seine Matchwinnerin minutenlang. Anschließend bekam er den Siegerkuss von Freundin Stefanie Karg, die auf der Tribüne mitgefiebert hatte.

„Das ist der Wahnsinn. Für mich war natürlich im Vorjahr der erste Meistertitel etwas Besonderes, aber aufgrund des dramatischen Verlaufs dieses dritten Finalspiels ist auch dieser Titel etwas ganz Außergewöhnliches“, sagte der 47 Jahre alte Waibl überglücklich. „Die Partie war ein Spiegelbild der ganzen Saison. Trotz einiger Schwächephasen konnten wir immer wieder einen Lösungsweg finden.“

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Der DSC ist wieder Meister: Eindrücke vom entscheidenden Spiel und der Meisterfeier

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Und dieses dritte Finalspiel war tatsächlich nichts für schwache Nerven. Doch einmal mehr bewies der souveräne Vorrundensieger in einem Kampfspiel Moral und Willen und riss am Ende den Sieg noch aus dem Feuer. Schon der erste Satz bot Nervenkitzel pur. Obwohl die Dresdnerinnen gut starteten, ließen sie Stuttgart immer wieder herankommen. Es war ein ständiges Auf und ab und auch die Schlussphase bot Spannung pur. Der DSC musste zwei gegnerische Satzbälle abwehren, ehe dann ein Abwehrball von Myrthe Schoot beim zweiten DSC-Satzball ins gegnerische Feld fiel.

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Jubel beim DSC: Mit einem 3:2 gegen den MTV Stuttgart machten die Dresdnerinnen die vierte deutsche Meisterschaft perfekt.

Quelle: Stephan Lohse

Erleichterung beim Team und den Fans. Doch leider gab der gewonnene Durchgang den Waibl-Schützlingen keine Sicherheit. Gleich zu Beginn des zweiten Abschnittes gerieten sie mit 3:8 ins Hintertreffen. Alexander Waibl versuchte es mit dem Doppelwechsel, brachte Laura Dijkema im Zuspiel für Molly Kreklow und Louisa Lippmann für Kristina Mikhailenko. Zwar kamen die Elbestädterinnen auf 7:10 heran, aber dann häuften sich erneut die Ungenauigkeiten und Fehler. Beim 8:15 kam Shanice Marcelle für Michelle Bartsch und beim 9:19 wechselte der Coach sogar Geburtstagskind Katharina Schwabe (wurde 22) für Lisa Izquierdo ein. Doch es half alles nichts. Beim Gastgeber ging die Konzentration völlig verloren, es lief gar nichts mehr zusammen. So konnte sich der Pokalsieger diesen Satz ohne Mühe sichern. Und auch in den dritten Akt starteten die Gäste deutlich besser. Alexander Waibl musste bereits beim 1:5 eine Auszeit nehmen, rüttelte seine Damen noch einmal auf. Nun ging ein Ruck durch die Mannschaft. Endlich agierten die DSC-Damen wieder aggressiver und kämpften sich heran. Aber auch die Stuttgarterinnen gaben nicht auf. Nun entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Die Zuschauer hielt es kaum noch auf den Sitzen. Bis zum 22:22 blieb alles ausgeglichen, doch in der engen Schlussphase hatten die Gäste die Nase vorn. Nichole Lindow verwandelte den zweiten Satzball.

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Auch im vierten Durchgang lagen die Dresdnerinnen wieder mit 7:10 zurück, kämpften sich aber wieder heran. Die Halle stand wie die „siebte Frau“ hinter ihrer Mannschaft und als Michelle Bartsch, die nach anfänglicher Schwächephase wieder auf dem Feld stand, verwandelte in der heißen Schlussphase den dritten Satzball zum 27:25. Damit war zumindest vorerst ein drohendes viertes Spiel abgewendet. Doch auch im fünften und entscheidenden Abschnitt schenkten die Stuttgarterinnen dem DSC keinen einzigen Punkt. Nach einem 6:9-Rückstand warfen die DSC-Damen die letzten Kraftreserven in die Waagschale. Um 22 Uhr und drei Minuten war das harte Stück Arbeit endlich vollbracht und der vierte Meistertitel der Vereinsgeschichte perfekt.

Um 22.30 Uhr konnte Kapitän Myrthe Schoot endlich die Meisterschale in die Höhe recken. „Das war ein ganz schweres Spiel für uns. Was aber die Mädels alles aus sich herausgeholt haben, ist unbeschreiblich. Jetzt wollen wir nur noch feiern“, sagte die 26 Jahre alte niederländische Nationalspielerin.

Der von der euphorischen Kulisse bejubelte Erfolg setzte den passenden Schlusspunkt unter eine Supersaison. Die Schützlinge des seit 2009 in Dresden tätigen Erfolgstrainers Waibl, der seinen Vertrag im März bis 2018 verlängerte, hatten schon die Bundesliga-Vorrunde mit nur einer Niederlage dominiert und verloren auch in den Playoffs nur einmal im Halbfinale gegen Wiesbaden.

Die Sektdusche, die in der Halle noch verboten war, wurde ausgiebig im VIP-Raum nachgeholt und bildete mit der Tortenschlacht eine klebrige Mischung, bei der spätestens dann jeder die richtige Dusche dringend nötig hatte. In einer Dresdner Diskothek tanzte das gesamte Team dann bis in die Morgenstunden. Nur für eine blieb am Donnerstag keine Zeit, die Erlebnisse zu genießen: Diagonalangreiferin Kristina Mikhailenko musste zur Weisheitszahn-Operation.

Astrid Hofmann/dpa

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