Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -3 ° Nebel

Navigation:
Google+
Dresdner Langläufer träumt von Olympia

Talent auf dem Sprung Dresdner Langläufer träumt von Olympia

Es war ein erfolgreicher Winter für Richard Leupold: Der 18 Jahre alte Athlet vom Skiklub Niedersedlitz wurde in der U20 in Rumänien WM-Fünfter und gewann zwei Meistertitel beim nationalen Championat im Schwarzwald. Doch dabei soll es nicht bleiben, der ehrgeizige junge Mann hat große Pläne.

Richard Leupold genießt in diesen Tagen seine Trainingspause und erholt sich von einer langen Saison.

Quelle: Matthias Rietschel

Dresden. Egal ob es Fußball, Eishockey oder Volleyball ist, die Dresdner fiebern mit ihren Athleten mit. Das Interesse an Ballsportarten ist hoch. Andere Sportarten fristen jedoch oft ein Schattendasein. Wer weiß schon, dass eines der größten deutschen Langlauf-Talente ein waschechter Dresdner ist? Der 18-jährige Richard Leupold stammt aus der Südvorstadt und feierte im vergangenen Winter im Schwarzwald den Gewinn zweier nationaler Meistertitel in der Altersklasse U20. Sowohl im Team-Sprint als auch im Einzel über 50 Kilometer ließ er der Konkurrenz keine Chance. Aktuell genießt er nach dem Ende der Saison die wohlverdiente Regenerationspause. Die Frage, ob diese Titel seine größten sportlichen Triumphe seien, verneint er allerdings. „Der fünfte Platz bei der letzten Junioren-WM in Rumänien war mein größter Erfolg, weil ich mich mit den weltweit besten Akteuren in meinem Alter messen musste“, erzählt er stolz.

Die Leidenschaft für den Langlauf packte ihn als Kind am Fuße des Holmenkollens. Weil seine Mutter früher in Oslo arbeitete, lebte Leupold zwischen dem fünften und siebten Lebensjahr in der skandinavischen Metropole. „Norwegen ist das Mutterland des Wintersports. Dort habe mir den Langlauf-Virus eingefangen. Deswegen habe ich begonnen, in einem Verein zu trainieren. Vieles war anfangs auf Spaß ausgelegt“, erinnert sich Leupold.

Zurück in Dresden trat er in den Skiklub Niedersedlitz ein, für den er noch heute bei Wettkämpfen an den Start geht, obwohl er seit der siebenten Klasse im Internat in Oberwiesenthal wohnt und das dortige Sportgymnasium besucht. Den Schritt, Dresden zu verlassen, um eines Tages Profi zu werden, bereut er trotz anfänglicher Schwierigkeiten nicht. „Es war natürlich nicht immer einfach. Aber ich habe schnell Freunde gefunden, die mir das Leben leichter gemacht haben.“ Im vergangenen Winter war er so gut wie gar nicht zu Hause, trainierte im Erzgebirge oder war unterwegs.

Vor allem in der kalten Jahreszeit kostet ihn das Training viel Zeit: „Im Winter ist man viel damit beschäftigt, das aufzuholen, was man während der Saisonvorbereitung verpasst hat.“ In der intensivsten Trainingsphase schwitzt Leupold bis zu fünf Stunden am Tag. Umso bemerkenswerter ist es, dass er trotz der hohen sportlichen Anforderungen nächstes Jahr sein Abitur machen möchte.

Nach Erlangung der Hochschulreife hat er den Wunsch, den Sport zum Beruf zu machen. „Ich möchte mir eine Wohnung in Oberwiesenthal suchen, um mich dort weiterzuentwickeln. Die Distanz zur Heimat ist nicht groß. Außerdem kenne ich das Umfeld sowie die Trainer“, sagt Richard. In der nächsten Saison möchte er den Sprung in den deutschen B-Kader schaffen. Das hänge aber von den nötigen Platzierungen bei kommenden Junioren-Weltmeisterschaften ab. Aktuell gehört Leupold dem C-Kader an.

Sein großes Ziel ist klar: „Ich will zu Olympia“, verrät er mit leuchtenden Augen. Die nächsten Winterspiele kommen vielleicht noch etwas zu früh. Wenn Olympia 2022 in Chinas Hauptstadt Peking stattfindet, möchte er aber dabei sein. Dann wäre er 24 Jahre alt. Großen Druck macht er sich nicht: „Man braucht im Langlauf insgesamt ein bisschen länger, um sich die nötige Wettkampfhärte anzueignen. Die aktuellen Topathleten sind auch schon dreißig.“ Einen dieser Welklasse-Läufer hat sich Richard als Vorbild auserkoren: „Der Norweger Petter Northug ist mein Idol. Seine Willenskraft ist beeindruckend.“

Wer denkt, Leupold habe lediglich Sport im Kopf, hat weit gefehlt. In seiner Freizeit interessiert sich der 1,84 Meter große Athlet, der den klassischen Stil dem Skating vorzieht, auch für ganz andere Dinge: „Ich höre sehr gerne Musik und lege sogar ab und zu als DJ in Dresden auf. Im Winter ist es schwierig, aber wenn es reinpasst, mach ich das, weil es mir sehr viel Spaß bereitet.“

Eines ist sicher: Von diesem jungen Mann wird man in Zukunft nicht nur in Dresdner Diskotheken noch einiges hören. Vielleicht sieht man ihn bald auch im Fernsehen, wenn der Dresdner international um Medaillen kämpft. Er will auch gern weiter für den Skiklub Niedersedlitz starten: „Ich bin stolz, für meine Stadt und meinen Verein an den Start zu gehen!“

Von Lukas Butscher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr