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Dresdner Kanutin Steffi Kriegerstein hat eine Medaille vor Augen

Olympia in Rio Dresdner Kanutin Steffi Kriegerstein hat eine Medaille vor Augen

Der neuformierte Viererkajak der Frauen hat einen großen Schritt zur erhofften Podestplatzierung geschafft. Das Team um die Dresdnerin Steffi Kriegerstein musste am Freitag zwar in den Hoffnungslauf, kam dann aber als Sieger in den Endlauf.

Steffi Kriegerstein (2.v.l.) und der K4 erreichten in Rio das Finale

Quelle: AFP

Rio de Janeiro. Dass der in dieser Saison neu formierte Viererkajak mit Steffi Kriegerstein am Freitag in den Hoffnungslauf musste, betrachteten weder die Kanurennsportlerin aus Dresden noch ihre drei Teamkolleginnen und Bundestrainer Kay Vesely als Beinbruch. Im Gegenteil. „Uns tut jedes Rennen vor dem Finale gut. So viel Wettkampfpraxis konnten wir ja in diesem Jahr noch sammeln“, meinte London-Olympiasiegerin Franziska Weber aus Potsdam, die in Rio an allen sechs Wettkampftagen Einsätze hat und mit Silber (K2) und Platz fünf (K1) ihre Top-Form schon zwei Mal unter Beweis gestellt hat. Tina Dietze aus Leipzig fand am Freitag nach zweitägiger Pause in den Wettkampfmodus zurück. Und neben Steffi Kriegerstein aus Dresden war mit Schlagfrau Sabrina Hering aus Hannover ein weiterer Olympianeuling heiß, dass es endlich losgeht.

Es kam wie prognostiziert: Im Vorlauf blieb das Quartett 250 Meter lang an Ungarn dran, doch den direkten Finaleinzug konnten die deutschen Frauen dem Top-Favoriten nicht streitig machen. Also schaltete Schlagfrau Hering zwei Gänge zurück, alle schonten sich für das schon eine Stunde später angesetzte Halbfinale, das die DKV-Frauen souverän gewannen.

„Im ersten Lauf war noch ein wenig Hektik drin, im Halbfinale stimmte der Rhythmus, lief das Boot wesentlich ruhiger“, analysierte Vesely: „Im Finale geht es zwischen Ungarn, Weißrussland, Neuseeland und uns um die Medaillen. Ich bin optimistisch, dass wir aus unseren zwei starken Zweiern inzwischen auch einen Top-Vierer formiert haben.“

Der 40-Jährige ist begeistert, dass Steffi Kriegerstein im Wettkampf immer über sich hinaus wachse, während sie im Training schon mal den Jammerton anschlage. Alle Mädels hätten ihren Anteil gebracht, als im Winter die Parole ausgegeben wurde: Zehn Kilo müssen bis Rio insgesamt noch runter. Denn nur ein leichtes Boot ist ein schnelles. Das mit Spannung erwartete Rennen steigt am Sonnabend um 14.47 Uhr deutscher Zeit, 25 Minuten später sind die Männer sogar Gold-Favorit.

Vesely musste zuletzt frustriert feststellen, dass die weltweite Doping-Problematik um den Kanurennsport keinen Bogen gemacht hat. Russen, Rumänen und Weißrussen wurden teilweise oder ganz suspendiert. „Wir haben uns manchmal gefragt, wo die Gegner am Ende die zweite Luft her nehmen“, so der Leipziger: „Sie sind voll angebrettert und trotzdem nicht eingebrochen.“ Mittlerweile sei bekannt, dass Wachstumshormone, Steroide et cetera im Spiel waren. Das Mittel Meldonium, das erst seit Januar verboten ist und bei Tennis-Queen Maria Scharapowa festgestellt wurde, hätten bei den Euro Games 2015 in Baku 30 Prozent der Athleten genommen „Die Russen haben uns ja schon fast schon belächelt und gefragt: Warum nehmt ihr denn nix?“ Die Suspendierungen seien richtig und konsequent. „Dadurch geht aber der sportliche Charakter verloren. Irgendwann fährst du gegen dich selber. So willst du auch nicht gewinnen“, beschreibt der Coach seine zwiespältigen Gefühle.

Weißrussland wurde letztlich nur bei den Männern gesperrt, angeblich reichte die Beweislage bei den Frauen nicht aus. Für den Vierer um Steffi Kriegerstein wäre es in vielerlei Hinsicht eine Genugtuung, die Osteuropäerinnen im Medaillenkampf hinter sich zu lassen.

Von Frank Schober

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