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Dresdner Frisbee-Sportverein zeigt, dass Mannschaftssport auch ohne Fouls und Rote Karten funktionieren kann

Dresdner Frisbee-Sportverein zeigt, dass Mannschaftssport auch ohne Fouls und Rote Karten funktionieren kann

Wenn Thomas Weiße (31) und seine Mitstreiter von "Drehst'n Deckel" Frisbee spielen, hat das nicht mehr viel mit der beliebten Freizeitbeschäftigung für Strand und Park gemeinsam.

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Fabian Gerstenberg (li.) und Sebastian Spieß von "Drehst'n Deckel" versuchen im Training, die schnelle Frisbeescheibe zu fangen.

Quelle: Hauke Heuer

Anstatt sich an der Flugbahn der Plastikscheibe zu erfreuen, versuchen sich die Ultimate-Frisbee-Spieler freizulaufen oder einen möglichst präzisen Pass nach vorne zu spielen. Seit 1995 gibt es den Frisbee-Sportverein in Dresden. Damals haben einige passionierte Spieler im Großen Garten die gerade modern werdende Adaption des Sports Ultimate Frisbee für sich entdeckt. Heute spielen 50 Dresdner bei "Drehst'n Deckel" - und das mit zunehmendem Erfolg. Im vergangenen Jahr konnte die Mixed-Mannschaft des Vereins bei der Deutschen Meisterschaft unter 30 Teams den sechsten Platz erreichen. Die Indoormannschaft der Frauen spielt seit vergangenem Jahr in der ersten von drei Bundesligen.

Ziel des in den 1960ern von amerikanischen Studenten entwickelten Spiels ist, die 175 Gramm schwere Kunststoffscheibe über das Spielfeld zu spielen und - ähnlich wie beim American Football - in der Endzone zu fangen. Gepasst werden darf nur im Stand. Dabei ist nicht erlaubt, dem Angreifer die Frisbeescheibe abzunehmen. Das Spielfeld ist ein 100 Meter langes und 37 Meter breites Rechteck, das Hauptspielfeld ist 64 Meter lang, mit einer Endzone an jeder Stirnseite von je 18 Metern Länge. Jeweils sieben Spieler stehen pro Mannschaft auf dem Platz. Ein Spiel dauert so lange, bis eine Mannschaft 17 Punkte erreicht hat. Die Halbzeit wird bei einem Stand von neun Punkten eingeläutet. Wesentlich für diese Mannschaftssportart ist der sogenannte "Spirit of the Game". Dieser sieht vor, dass die Spieler gemeinsam auf das Einhalten der Regeln achten und kein Schiedsrichter, wie in anderen Ballsportarten, den Oberlehrer spielt. Der gefoulte Spieler zeigt die Regelverletzung selbst an. Kann man sich nicht einigen, wird der vorangegangene Wurf wiederholt. Da eine andauernde unfaire Spielweise bei den Sportkameraden verpönt ist, löst sich das Problem von allein. Schließlich will man ja weiter dazugehören.

Für Weiße, der 2001 über den Universitätssport zum Ultimate Frisbee kam, ist der "Spirit of the Game" einer der Hauptgründe, sich langfristig bei "Drehst'n Deckel" zu engagieren. "Ich bin kein Freund von verbissenem, unfairem Spiel und männlichem Imponiergehabe. In meiner Sportart setzt man sich nach dem Spiel sogar mit der gegnerischen Mannschaft zusammen und legt sich gegenseitig seine Stärken und Schwächen offen", sagt Weiße. Durch den "Spirit of the Game" sei, so Weiße, eine deutschlandweite Community aus Mannschaften entstanden, mit denen man sich immer gerne auf Turnieren treffe.

Wer sich selber einmal an Ultimate Frisbee versuchen möchte, der kann an jedem Freitag jeweils um 18.45 Uhr am Outdoortrainig von "Drehnst'n Deckel" auf dem Gelände der Dresden Monarchs an der Bärnsdorfer Straße 3 teilnehmen. "Sofern man einigermaßen sportlich ist und Spaß an der Bewegung hat, ist man bei uns willkommen", sagt Weiße und hofft auch in Zukunft darauf, noch mehr Mitstreiter für seine körperlose und sehr faire Sportart zu gewinnen. Interessenten können den Verein jederzeit gern per E-Mail kontaktieren.

@info@drehstn-deckel.de  

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.04.2013

Hauke Heuer

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