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Dresdner Eislöwen wollen gegen drohendes Aus kämpfen – Geschäftsführerin geht

Dresdner Eislöwen wollen gegen drohendes Aus kämpfen – Geschäftsführerin geht

Dresden. Die Dresdner Eislöwen wollen das drohende Aus durch die Landeshauptstadt nicht akzeptieren. Wie der Club am Donnerstag mitteilte, sollen die Oberbürgermeisterin und die Stadträte doch noch überzeugt werden, das Sanierungskonzept mitzutragen.

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Peter Micksch und Veronika Petzold wollen für den Erhalt der DEL2 in Dresden kämpfen.

Quelle: Stephan Lohse

„Wir haben uns entschieden zu kämpfen“, sagte Geschäftsführerin Veronika Petzold.

Das erste Zeichen dafür will sie selber setzen, und zwar indem sie ihren Stuhl räumt. Am Montag soll dem Sportausschuss ein neuer hauptamtlicher Geschäftsführer vorgestellt werden, der das erarbeitete Konzept umsetzt. Der aktuellen Eislöwen-Führung um Petzold hatte die Stadtverwaltung das nicht zugetraut. Deswegen, und um persönliche Befindlichkeiten bei der Entscheidung auszuschließen, will Petzold den Weg frei machen, stehe der Betriebsgesellschaft aber weiter zur Verfügung.

Die Probleme werden damit aber nur geringfügig kleiner. Denn schon um die Bezahlung des neuen Geschäftsführers könnte es wieder Ärger geben, da die Eislöwen diesen aus dem Saisonetat und nicht aus der Tasche der Gesellschafter finanzieren wollen. Das Gehalt sei im Sanierungsplan sowieso eingestellt, erklärte Petzold.

Zudem wolle sie alle Anstrengungen unternehmen, um das Vertrauen der Stadträte zurück zu gewinnen. Denn laut Vorlage der Oberbürgermeisterin würde die Rettung nicht an den nackten Zahlen scheitern. Hier hatten die Wirtschaftsprüfer der Betriebsgesellschaft durchaus das Potenzial zur Rettung attestiert. Vielmehr trauen Stadt und Sportausschuss den Eislöwen nicht zu, dieses umzusetzen.

So hatten die damit betrauten Stadträte unter anderem bemängelt, dass die Eislöwen ihr Spielerbudget in der gerade beendeten Saison massiv überzogen haben. Petzold gibt das zu, argumentiert aber, dass alle Mehrausgaben durch Einsparungen an anderer Stelle gedeckt seien. Der Etat sei zu Saisonbeginn extrem niedrig angesetzt worden. Um sportlichen Erfolg und den damit verbundenen Zuspruch von Fans und Sponsoren zu erreichen, habe man den Spieleretat bewusst überschritten, gab sie zu. „Das Konzept ist aufgegangen“, rechtfertigte sie sich am Mittwoch. In Teilen handele es sich auch schlicht um Kommunikationsfehler, meinte Petzold. So würden auch fremdfinanzierte Spieler wie David Hajek erst einmal in den Personalkosten auftauchen.

Der Club schreibe in dieser Saison aller Voraussicht nach eine schwarze Null, habe keinerlei Mietrückstände. Weiterhin sei das Sanierungskonzept so weit optimiert worden, dass es in den Verhandlungen mit der Stadt nicht mehr um etwa eine Million Euro geht, sondern nur noch um rund 600.000 Euro. Die Gesellschaft brauche schlicht ein paar Jahre zum Durchatmen, hofft Petzold. Danach könne auch die Hallenmiete steigen, um die gestritten wird. Für die kommende Saison schlagen die Eislöwen 100.000 Euro vor, danach jede Saison fünf Prozent mehr. Nach Umsetzung des Konzeptes seien 150.000 Euro fair, in dieser Saison waren es 195.000 Euro.

Auch die Fans kündigten an, alles zu tun, um ihren Club zu retten. Laut Fanrat-Sprecher Lars Stohmann seien diverse Ideen in Arbeit. Unter anderem soll eine Online-Petition initiiert werden. Man sei bereit „eine weitere Schlacht zu kämpfen“. Die aktuelle Saison habe gezeigt, dass die Fans hinter den Eislöwen stehen. Auch für die entscheidende Stadtrats-Sitzung am 16. April haben sich zahlreiche Fans angekündigt. Dass dort neben dem Schicksal der Eislöwen auch über einen erhöhten Zuschuss für Dynamo abgestimmt werden wird, dürfte die Stimmung der Fans nicht eben verbessern.

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sl

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