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Dresdner Eislöwen schießen ihren Ex-Trainer und seine Pinguine aus der Saison

Eislöwen treffen jetzt auf Titelverteidiger Bietigheim Dresdner Eislöwen schießen ihren Ex-Trainer und seine Pinguine aus der Saison

Als Thomas Popiesch im Sommer 2015 den Kader der Dresdner Eislöwen zusammengestellt hatte, sagte er: „Wir wollen schnelleres Eishockey bieten und besser abschneiden als vergangene Spielzeit.“ Dass seine früheren Schützlinge diesen Traum nun in die Tat umsetzen, rief beim Coach allerdings nicht Freude, sondern blanke Enttäuschung hervor.

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So sehen Sieger aus: Die Dresdner Eislöwen bejubeln ihren 6:1-Auswärtserfolg.
 

Quelle: Foto: Sven Peter

Dresden.  Solche Geschichten schreibt nur der Sport. Als Thomas Popiesch im vergangenen Sommer den Kader für die zehnte Zweitliga-Saison der Dresdner Eislöwen zusammengestellt hatte, sagte er vor dem ersten Bully: „Wir wollen schnelleres, konstanteres Eishockey bieten und besser abschneiden als vergangene Spielzeit.“ Intern war das Erreichen des Halbfinales das klare Ziel. Dass seine ehemaligen Schützlinge diesen Traum jetzt in die Tat umsetzen, rief beim 50-jährigen Coach allerdings nicht Freude, sondern blanke Enttäuschung hervor. Schließlich hatten sich die Umstände inzwischen gravierend geändert.

Silvester wurde der gebürtige Berliner in Dresden entlassen und Bill Stewart übernahm das Ruder. Wenig später fand Thomas Popiesch bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven einen neuen, hochkarätigen Arbeitgeber, der als Vizemeister auch diesmal das Finale als Ziel ausgab. Doch dann treffen ausgerechnet beide Teams im Viertelfinale aufeinander und Thomas Popiesch erlebt am Gründonnerstag wohl eine seiner bittersten Stunden – seine Ex-Mannschaft mit Nachfolger Bill Stewart schickt ihn und seine Pinguine in die vorzeitige Sommerpause. Und das auch noch mit einem deutlichen Sieg. Im siebenten und entscheidenden Spiel schießen die Eislöwen die „Nordlichter“ mit 6:1 (4:1, 1:0, 1:0) regelrecht aus der eigenen Halle und erkämpfen sich auf fremdem Eis den Einzug ins Halbfinale, das bereits am Sonnabend in Bietigheim startet.

Sami Kaartinen hatte nach der sechsten Partie, in der Bremerhaven den 3:3-Ausgleich in der Serie schaffte, gesagt: „Entscheidend wird sein, welche Mannschaft cleverer spielt.“ Und das sind die Dresdner. Schon mit dem ersten Angriff erwischen sie die Hausherren eiskalt. Tomas Schmidt bringt die Gäste nach 22 Sekunden mit 1:0 in Führung. Zwar kann Jordan Owens fünf Minuten später ausgleichen, doch Teemu Rinkinen, der sich inzwischen in eine tolle Form gespielt hat, setzt in der 8. Minute den nächsten „Nadelstich“. Als Vladislav Filin zwei Minuten darauf sogar das 3:1 mit einem Bauerntrick erzielt, nimmt Thomas Popiesch eine Auszeit. Es nützt nichts. Kurz vor der Pausensirene trifft Teemu Rinkinen zum 4:1 (19.) und sorgt für eine Vorentscheidung.

Im Mitteldrittel versuchen die Gastgeber alles, aber ohne ihre Top-Scorer David Stieler, Brock Hooton und Jan Kopecky (verletzt) finden sie nicht ihre gewohnte Sicherheit. Dagegen agieren die Eislöwen, die mit Keeper Brett Jaeger, Kapitän Steven Rupprich (beide verletzt) und René Kramer (Infekt) ebenfalls drei gravierende Ausfälle kompensieren müssen, deutlich abgezockter. Dabei macht Marvin Cüpper im Tor einen super Job und die Mannschaft hilft ihm dabei mit großartiger Abwehrarbeit. Als Dominik Grafenthin zwei Minuten vor der Pause dann auch noch auf 5:1 erhöht, sind die Pinguine endgültig aus allen Träumen gerissen. Vladislav Filin (43.) bindet den Sack mit dem 6:1 zu. Nach der Schluss-Sirene ist der Jubel im blau-weißen Lager riesig. Beim abschließenden „Shakehands“ reiht sich auch Thomas Popiesch ein, klopft seinen ehemaligen Spielern auf die Schulter und gratuliert zum Einzug ins Halbfinale. Übrigens: 2011 gelang den Dresdnern – damals unter Leitung von Popiesch – zum letzten Mal der Einzug ins Halbfinale ebenfalls mit einem Viertelfinalerfolg gegen Bremerhaven.

Doch für die Eislöwen bleibt keine Zeit, sich ausgiebig zu freuen. Für sie geht es bereits an diesem Sonnabend bei Titelverteidiger Bietigheim in die nächste Runde, am Ostermontag folgt das erste Heimspiel der Serie „best of seven“. Deshalb übernachteten die Elbestädter noch in Bremerhaven, begaben sich am Freitag auf den weiten Weg nach Bietigheim. Vor Ort wird sich das Team auf die Steelers vorbereiten. Der Einsatz von Kai Wissmann und René Kramer ist noch fraglich. Steven Rupprich fällt definitiv aus. Brett Jaeger konnte das komplette Programm mit dem Team absolvieren, aber nach dem Sieg in Bremerhaven und einer starken Vorstellung von Marvin Cüpper dürfte Bill Stewart kaum die Notwendigkeit sehen, etwas zu ändern.

Der Coach meint vor dem Start der Serie: „Wir müssen uns sofort neu fokussieren und unsere Konzentration hoch halten. Im Viertelfinale hat man gesehen, wie wichtig und entscheidend der mentale Faktor ist. Wir haben unseren Rhythmus gefunden und müssen die Präsenz vom Donnerstag in Bietigheim sofort wieder an den Tag legen.“ Die Steelers, bei denen mit Bastian Steingroß, Max Prommersberger und Shawn Weller drei Ex-Eislöwen im Kader stehen und mit Marc St. Jean ein ehemaliger Dresdner als Co-Trainer fungiert, gehen als Titelverteidiger ins Rennen und gelten damit auch als Favorit.

Von Astrid Hofmann

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