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Dresdner Eislöwen kämpfen um Existenz: Hoffnungsträger im Rathaus kühl empfangen

Dresdner Eislöwen kämpfen um Existenz: Hoffnungsträger im Rathaus kühl empfangen

Die Zukunft der Eislöwen steht weiter in den Sternen. Eine Rettung des bei der Stadt mit über 400 000 Euro in der Kreide stehende Zweitligist ist auch nach der Sportausschuss-Sitzung am Montagabend noch nicht in Sicht.

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Volker Schnabel (l) mit Vorgängerin Veronika Petzold und Aufsichtsratschef Harald Baumann-Hasske.

Quelle: Stephan Lohse

Vor einer Woche hatte Oberbürgermeisterin Helma Orosz in einer Vorlage dem Stadtrat die stille Liquidation der Betriebsgesellschaft empfohlen und damit erst einmal einen Schock bei den Verantwortlichen ausgelöst. Doch Interimsgeschäftsführerin Veronika Petzold und ihre Mitstreiter wollten kämpfen und alle Auflagen und Empfehlungen in ihr Sanierungskonzept aufnehmen.

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Volker Schnabel soll die Eislöwen in ruhigeres Fahrwasser manövrieren.

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Und vor allem die wohl wichtigste Forderung erfüllen, einen neuen Geschäftsführer zu installieren. Deshalb glühten seit vergangener Woche die Telefondrähte, um einen kompetenten Kandidaten noch vor der Sitzung zu präsentieren. Das gelang – vor allem auch mit Hilfe der Kontakte von Trainer Thomas Popiesch. Er empfahl Volker Schnabel. Der gebürtige Frankfurter war bis August 2013 Geschäftsführer der Bietigheim Steelers. In seiner Amtszeit feierten die Schwaben zwei Zweitliga-Meisterschaften und in dieser Zeit wurde auch die neue Arena gebaut. Nachdem Schwenningen den Steelers praktisch die DEL-Lizenz von Hannover vor der Nase wegschnappte, verzichtete der 56-Jährige auf eine Verlängerung seines Vertrages. „Die Motivation war erst einmal weg“, gab der Vater dreier Kinder am Montagabend zu.

Doch nach einer Auszeit ist der Eishockey-Fachmann zu neuen Taten bereit. Was ihn in Dresden erwartet, weiß er und bekam es vor Ort gleich mit aller Schärfe zu spüren. „Ich habe das Geschehen natürlich schon länger verfolgt und mich in den letzten drei Tagen ausführlich informiert. Sicher ist es ein Ritt auf der Rasierklinge, aber Dresden hat mit seiner Halle, seinem tollen Umfeld großes Potenzial, gehört bei den DEL-Verantwortlichen sogar zu einem von drei bevorzugten künftigen Standorten. Doch vorerst gilt es natürlich, das Profi-Eishockey überhaupt zu erhalten“, weiß Schnabel, der seit Jahren auch als Revisor im Ehrenamt beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB) tätig ist.

Wie haarig es allerdings in Dresden zugeht, erlebte er im Rathaus am Abend persönlich. An der Sitzung des Sportausschusses durfte der neue Geschäftsführer nicht teilnehmen. Nur Veronika Petzold, ESCD-Präsident Peter Micksch und Aufsichtsratschef Harald Baumann-Hasske wurden um 18.50 Uhr in den Sitzungssaal gebeten. Als die drei Vertreter nach über eineinhalb Stunden wieder den Saal verließen, wirkten sie völlig geschafft. Veronika Petzold, die in den letzten Wochen und Monaten die wohl größte Last getragen hatte, standen sogar die Tränen in den Augen. „Die Diskussion war sehr kontrovers. Obwohl unser Konzept stimmig ist, wir die Forderungen erfüllt haben, scheint man dem nicht so richtig zu glauben. Es waren sehr viele Vorbehalte zu spüren“, zeigte sich Baumann-Hasske etwas ratlos. Micksch erklärte: „Wir sollen jetzt noch einmal ein Konzept für die Oberliga vorlegen, obwohl ich eigentlich versucht habe darzulegen, warum das der Verein nicht schultern kann. Dazu kann es sogar sein, dass wir vom Landesverband gar keine Spielgenehmigung bekommen würden. Doch wir werden das alles zu Papier bringen.“

Noch während seiner Erklärungen trat die OB zur Runde und verpasste den Verantwortlichen in scharfem Ton eine Rüge. Sie begrüßte Schnabel kurz und erklärte: „Leider habe ich erst 16.40 Uhr aus dem Internet erfahren, dass es einen neuen Geschäftsführer gibt. Das war zu spät, um zu reagieren. Das liegt aber nicht an uns, wenn es der Partner nicht für nötig hält, die Stadt vorher zu informieren. Das hat uns schon getroffen. Ich hoffe, wir haben bald Gelegenheit, uns unter geordneten Verhältnissen kennenzulernen.“ Schnabel wirkte leicht irritiert, meinte dann aber: „Ich werde versuchen, einen Termin bei ihr zu erhalten.“

Eine Empfehlung des Sportausschusses gab es am Abend noch nicht, nur den Hinweis, dass man sich auf kommenden Montag vertage.

Astrid Hofmann

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