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Dresdner Eislöwen gastieren am Sonntag bei den Lausitzer Füchsen

Derby gegen „gallisches Dorf“ Dresdner Eislöwen gastieren am Sonntag bei den Lausitzer Füchsen

Nach sechs Spieltagen rangieren die Dresdner Eislöwen auf dem elften Tabellenplatz – weit weg von jenen Ansprüchen, die sie vor Saisonbeginn selbst formulierten. Am Donnerstag feierte der Kanadier seinen 59. Geburtstag und hofft, dass die Mannschaft ihm nun ein nachträgliches Geschenk macht.

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Die Duelle zwischen den Eislöwen und den Lausitzer Füchsen versprechen immer viele Zuschauer. Zum Winterderby, das im Januar im Stadion Dresden stattfand, kamen fast 32 000. Der damalige Dresdner Schlussmann Brett Jaeger (l.) musste dreimal hinter sich greifen, die Weißwasseraner kassierten vier Gegentore und verloren nach Verlängerung.

Quelle: dpa

Dresden. Nach sechs Spieltagen rangieren die Dresdner Eislöwen auf dem elften Tabellenplatz – weit weg von jenen Ansprüchen, die sie vor Saisonbeginn selbst formulierten. Man habe noch kein Top-Sechs-Team geschlagen und deshalb sei er „extrem enttäuscht“, gibt Trainer Bill Stewart zu. Am Donnerstag feierte der Kanadier seinen 59. Geburtstag und hofft, dass die Mannschaft ihm nun am Sonntag beim prestigeträchtigen Sachsen-Derby in Weißwasser mit drei Punkten ein nachträgliches Geschenk macht. Vor allem die Leidenschaft, den richtigen Biss vorm eigenen und vor dem gegnerischen Tor vermisst Stewart bislang bei seinen Schützlingen.

Der schlechte Start habe in Dresden schon Tradition. „Das ist ja seit sieben Jahren hier so“, behauptet der Coach. Was allerdings nicht ganz richtig ist, denn in der Spielzeit 13/14 hatten die Eislöwen nach sechs Spieltagen schon elf Punkte auf dem Konto und 11/12 waren es zehn – unter teilweise schwierigen Bedingungen. Zum Vergleich: Jetzt bringen es die Elbestädter auf sechs Zähler. Deshalb hat der Trainer in dieser Woche seinen Jungs noch einmal per Video deutlich ihre Fehler vor Augen gehalten und analysiert und dann im Training besonders an der Zweikampfhärte und der harten Arbeit vorm Tor gefeilt. Zudem fordert er gerade von den gestandenen Cracks mehr Cleverness.

Stürmer Steven Rupprich geht vor dem Derby selbstkritisch mit sich ins Gericht: „Ich erwarte viel mehr von mir, bin mit meiner Leistung bislang nicht zufrieden. Es wird jetzt Zeit, dass wir uns für die harte Arbeit belohnen. Schließlich werden wir an Ergebnissen gemessen“, weiß der 27-Jährige, der zumindest privat gerade auf „Wolke sieben“ schwebt, denn er wird im April zum zweiten Mal Vater. Was die Mannschaft angeht, sieht der gebürtige Berliner keine Probleme: „Wir gehen ehrlich miteinander um, halten zusammen und arbeiten daraufhin, dass am Ende alles passt. Jetzt geht es darum, das Feuer zu entfachen und da kommt natürlich das Derby gerade richtig. Es wird Zeit, dass wir das zeigen, wovon wir immer reden. Genau diese Mentalität, die uns derzeit noch gefehlt hat, braucht man in einem solchen Derby“, redet Rupprich Klartext.

Ganz anders ist die Ausgangslage bei den Lausitzer Füchse. Nach dem mehr als beachtlichen Saisonstart, der ihnen aus bisher sechs Spielen immerhin zehn Punkte bescherte, stellt sich die Frage, ob eventuell doch die berühmten „ersten Pflaumen madig“ sein könnten oder das stark veränderte, vor allem auch verjüngte Team doch schon den Weg in die Erfolgsspur gefunden hat. „Die Zähler, die wir haben, kann uns niemand mehr nehmen. Aber wir sind darauf vorbereitet, dass es auch einmal Durststrecken geben kann“, erklärt EHC-Kapitän André Mücke, der mit 33 Jahren der Senior bei den Blau-Gelben ist.

Dabei hat sich die Art des Eishockeys, das die Weißwasseraner spielen, seit der Amtsübernahme durch den neuen Trainer Hannu Järvenpää schon verändert. Die Mannschaft kommt über ein hohes Spieltempo, greift früh und intensiv an, um so dem Kontrahenten den Spielfluss zu nehmen. Bei eigenem Scheibenbesitz wird schnell auf Angriff umgeschaltet. Während das Defensivverhalten über weite Strecken der bisherigen Matches schon gut funktionierte, gibt es beim Spielaufbau und der Chancenverwertung noch Reserven. Vielleicht deshalb waren bisher fast alle Partien sehr eng. Denn viermal mussten die Ostsachsen in die Overtime.

Während die Dresdner Eislöwen an diesem Freitag spielfrei haben, müssen die Füchse beim SC Riessersee antreten. „Das ist natürlich nicht ganz optimal. Wir sind Samstag gegen 8 Uhr zurück in Weißwasser. Da bleibt wenig Zeit, die Beine zu lockern und zu regenerieren“, sagt EHC-Co-Trainer Robert Hoffmann, der seinen „Chef“ Järvenpää schon auf die Bedeutung des Derbys hingewiesen hat: „Ich habe ihm erklärt, dass es so etwas ist wie die große Stadt gegen das kleine gallische Dorf“, schmunzelt „Hoffe“. Einen Favoriten für Sonntag sieht er nicht: „Solche Duelle haben stets ihre eigenen Gesetze. Wir wollen unser Spiel durchziehen und schauen, wofür das dann reicht.“

Von Astrid Hofmann und Sebastian Matthieu

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