Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Google+
Dresdner Eislöwen droht Insolvenz: Stadt lehnt Sanierungskonzept vorerst ab

Dresdner Eislöwen droht Insolvenz: Stadt lehnt Sanierungskonzept vorerst ab

Sportlich läuft es bei den Dresdner Eislöwen glänzend, die Schützlinge von Trainer Thomas Popiesch fiebern schon jetzt den Playoffs entgegen. Doch die "schönste Eishockey-Jahreszeit" kann beim Zweitligisten keinesfalls sorgenfrei genossen werden.

Voriger Artikel
Dresdner Eislöwen hoffen zum Derby gegen Crimmitschau auf Thomas Supis
Nächster Artikel
Dynamo-Coach Janßen fordert Brutalität, Charakter und Konsequenz
Quelle: Archiv

Seit Wochen, ja Monaten schwebt wieder einmal das Damoklesschwert einer Insolvenz über der Betriebsgesellschaft, die in den vergangenen Jahren immer wieder über ihre Verhältnisse lebte, am Rande des Ruins balancierte und schon mehrfach nur durch die Hilfe der Stadt gerettet werden konnte. Doch jetzt scheint die Luft langsam dünn zu werden, denn das von den Eislöwen vorgelegte Sanierungskonzept will die Stadtverwaltung diesmal nicht so einfach akzeptieren.

Denn es sollen danach, wie Sportbürgermeister Winfried Lehmann gestern den DNN erläuterte, dem Zweitligisten eine halbe Million Euro an Altschulden erlassen und zudem in den nächsten Jahren die Mietzahlungen so drastisch gesenkt werden, dass damit noch einmal etwa 400000 Euro weniger an die Stadt fließen würden. Oberbürgermeisterin Helma Orosz hat der Betriebsgesellschaft jetzt in einem Brief mehrere Auflagen erteilt und erwartet bis Montag eine Aktualisierung des Sa-nierungskonzeptes. "Bisher haben die Eislöwen pro Jahr 200000 Euro Miete bezahlt, sind aber an den Cateringeinnahmen beteiligt. Jetzt wollen sie aber nur noch 76000 Euro Miete in diesem Jahr und dann steigend bis 87000 Euro in der Saison 2014/15 zahlen. Damit sind wir nicht einverstanden, das ist ja eine Miete für einen Amateurverein. Wir wollen pro Sanierungsjahr 120000 Euro ansetzen", erklärt Lehmann die erste Auflage.

Die zweite wichtige Forderung der Stadt sei die Eigenkapitalerhöhung durch die Gesellschafter. Dazu der Sportbürgermeister: "Es gab schon 2010, als die Eislöwen damals am Rand der Insolvenz standen, die Ansage, das Kapital um 125000 Euro zu erhöhen. Gemacht wurde das nicht. Das fällt ihnen jetzt auf die Füße. Deshalb ist eine Kapitalerhöhung von 110000 Euro dringend notwendig, denn wir erwarten schon, dass die Gesellschafter selbst einiges für die Rettung investieren", betont Lehmann. Er stellt außerdem fest: "Dem Sanierungskonzept fehlt es zudem an wirklicher Substanz. So bereitet es uns schon Sorgen, dass kein wirklich nachvollziehbarer Weg aufgezeigt wird, wie man weggebrochene Sponsoren ersetzt und neue hinzugewinnt."

Lehmann bemängelt zudem: "Wenn die Eislöwen die Forderungen nicht erfüllen können, wäre eine Liquidation der Gesellschaft möglicherweise unausweichlich. Doch in dieser Richtung hat die Betriebsgesellschaft offenbar keine Alternative erarbeitet. Das heißt, einen Plan B, eventuell in der Oberliga den Spielbetrieb fortzusetzen, gibt es nicht. Das ist erschreckend." Eislöwen-Geschäftsführerin Veronika Petzold sagte gestern nur so viel: "Wir haben ein vertrauliches Dokument erhalten, zu dessen Beantwortung uns bis zum 3. März Zeit bleibt. Wir arbeiten hinter den Kulissen mit Hochdruck an Lösungen, werden die Inhalte aber vorab nicht kommentieren."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.02.2014

Astrid Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr