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Dresdner Doppel-Vierer will bei den Ruder-EM in Belgrad an alte Erfolgs-Geschichten anknüpfen

Dresdner Doppel-Vierer will bei den Ruder-EM in Belgrad an alte Erfolgs-Geschichten anknüpfen

Wenn die Ruder-Olympiasieger Tim Grohmann, Karl Schulze und Philipp Wende sowie Juniorenweltmeister Kai Fuhrmann heute vom Flughafen Klotzsche via München in Richtung Belgrad abheben, können sie Geschichte schreiben.

Der neue Dresdner Doppelvierer beim Training auf dem Elster-Saale-Kanal in Leipzig: Schlagmann Tim Grohmann, Philipp Wende, Kai Fuhrmann und Karl Schulze (von links).

Quelle: Andreas Doering

Erstmals nach 28 Jahren kann ein Dresdner Boot Edelmetall bei einer internationalen Meisterschaft der Aktiven gewinnen. Zuletzt holten der heutige DRC-Präsident Olaf Förster mit Thomas Greiner und Steuermann Udo Kühn im Zweier mit Steuermann 1986 bei der WM in Nottingham eine Bronzemedaille. Der Erfolg eines Vierers liegt noch weiter zurück. Es war 1980, als die Gebrüder Walter und Ullrich Dießner gemeinsam mit ihren Vereinsgefährten des damaligen SC Einheit Gottfried Döhn, Dieter Wendisch und Steuermann Andreas Gregor im Vierer mit Steuermann in Moskau Olympia-Gold gewannen. "Das waren aber alles Riemenruderer, in den letzten Jahren haben wir uns in Dresden auf den Skull-Bereich konzentriert", weist Bundesstützpunkttrainer Egbert Scheibe auf den "kleinen Unterschied" hin.

Zudem gehören die Athleten ganz unterschiedlichen Vereinen an. Karl Schulze vertritt die Farben des USV TU, Tim Grohmann des DRC, Philipp Wende seinen Heimatverein Wurzener RV und Kai Fuhrmann fährt für den Laubegaster RV. "Damit wird auch die Arbeit an der Basis gewürdigt, ohne die unsere Erfolge am Bundesstützpunkt gar nicht möglich wären", findet Scheibe die Vielfalt gut. "Am Ende ziehen wir alle an einem Strang, denn wir sind uns durchaus bewusst, dass wir eine Randsportart sind und nur durch außergewöhnliche Erfolge auf uns aufmerksam machen können", betont Egbert Scheibe. Der Londoner Olympiasieg des Trios Grohmann, Schulze, Wende habe schon für eine gewisse Euphorie im Umfeld gesorgt. Ein WM-Sieg eines rein Dresdner Bootes Ende August in Amsterdam könnte die Erfolgsgeschichte fortsetzen und zudem an die großen Traditionen anknüpfen.

"Da würde sich schon ein Kreis schließen", meint Egbert Scheibe, dessen erster Trainer in Cotta Dieter Grahn hieß und zum legendären Dresdner Vierer ohne, der 1968 und 1972 zweimal Olympiasieger wurde, gehörte. "Dieter Grahn war es auch, der mich 2010 und 2011 bei meiner Arbeit am Stützpunkt sehr unterstützt hat. Wenn ich damals mit Karl Schulze und Tim Grohmann unterwegs war, kümmerte er sich um Philipp Wende und die anderen Sportler der Trainingsgruppe. Auch Ullrich Dießner fragt bei uns häufig nach, wie es läuft. Er freut sich besonders, dass wir jetzt wieder einen Dresdner Vierer formieren können", berichtet Scheibe, der mit seinen Schützlingen aber jetzt einen Schritt nach dem anderen gehen will. "Bei der EM am Wochenende in Belgrad wird es für die Jungs der erste richtige Härtetest. Zumindest Karl und Tim waren schon im Vorjahr Europameister mit dem Doppelvierer und haben einen Titel zu verteidigen", so der Coach, der nach den Trainingsergebnissen überzeugt ist: "So viel Power hatten wir noch nie im Boot." Dafür habe vor allem Youngster Kai Fuhrmann gesorgt, der sich nicht nur als der stärkste deutsche Ruderer auf dem Ergometer erwies, sondern sich auch bei der Kleinbootmeisterschaft den Respekt der drei erfahrenen Olympiasieger verschaffte. "Die Alten merken, da ist einer, der zieht richtig durch. Das akzeptieren sie und das spornt zugleich alle an", ist Scheibe überzeugt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.05.2014

Astrid Hofmann

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