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Dresdens Volleyballerinnen holen Titel-Hattrick

Meisterschaft Dresdens Volleyballerinnen holen Titel-Hattrick

Die Volleyballerinnen des Dresdner SC haben sich zum dritten Mal in Folge die deutsche Meisterschaft gesichert und das Double perfekt gemacht. Der DVV-Pokalsieger setzte sich im entscheidenden fünften Spiel der best-of-five-Serie vor heimischem Publikum mit 3:0 gegen Vizemeister MTV Stuttgart durch.

Die Volleyballerinnen des Dresdner SC haben sich zum dritten Mal in Folge die deutsche Meisterschaft gesichert.

Quelle: dpa

Dresden. Es war 20:55 Uhr, als Kapitän Myrthe Schoot die Meisterschale in den Konfettiregen der Margon-Hölle reckte. Es war der Moment, auf den die DSC-Volleyballerinnen die ganze Saison hingearbeitet hatten. Ein so klares 3:0 (25:18, 25:20, 25:18) im fünften und entscheidenden Finalspiel aber hatten die Schützlinge von Trainer Alexander Waibl selbst nicht erwartet. Ein besonderer Dank dafür ging überraschenderweise an den Gegner. „Danke für diese Extra-Motivation“, schrie Kristina Mikhailenko in die Mikrofone der Journalisten, Worte die eigentlich an die Stuttgarterinnen gerichtet waren. Denn mit kleinen Nickligkeiten am Spielfeldrand während der Auswärtspartie in Stuttgart am Sonnabend und danach in den sozialen Netzwerken hatte Stuttgart die Stimmung in der Elbestadt angeheizt.

Die Volleyballerinnen des Dresdner SC haben sich zum dritten Mal in Folge die deutsche Meisterschaft gesichert und das Double perfekt gemacht. Der DVV-Pokalsieger setzte sich im entscheidenden fünften Spiel der best-of-five-Serie vor heimischem Publikum mit 3:0 gegen Vizemeister MTV Stuttgart durch.

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Im Fokus des Spotts stand die beliebte „Fliegerpose“ von Myrthe Schoot und Laura Dijkema nach einem gewonnenen Punkt. Darüber machten sich die MTV-Damen lustig und verhöhnten die beiden niederländischen Nationalspielerinnen, wie auch Alexander Waibl erklärte und deshalb meinte, die Mannschaft habe mit Wut im Bauch gespielt. „So etwas macht man nicht. Und wir haben darauf die beste Antwort auf dem Spielfeld gegeben“, sagte Zuspielerin Laura Dijkema. Die 26-Jährige bewies absolut Charakter. Noch zwei Tage zuvor musste die Regisseurin wegen einer Sprunggelenksverletzung pausieren und bis zur Erwärmung unmittelbar vor der Partie blieb offen, ob sie würde auflaufen können. „Zehn Minuten vor dem Spiel habe ich entschieden, dass ich spiele“, erzählte sie später.

Von Beginn an zeigen die Gastgeberinnen vor der tollen Kulisse von über 3000 Zuschauern ihren Willen, die Meisterschale in ihren Besitz zu bringen. Sie starten konzentriert, schlagen druckvoll auf, Dijkema setzt ihre Angreiferinnen variabel in Szene und diesmal steht auch der „Monsterblock“ wieder sicher und auch in der Feldabwehr kratzen Kapitän Myrthe Schoot und ihre Kolleginnen viele Bälle noch vom Boden. Selbst kleine Schwächephasen bringen die Gastgeberinnen nicht aus der Ruhe, sie finden immer wieder in die Spur und lassen dem Gegner kaum die Spur einer Chance.

DSC – eine Erfolgsgeschichte

Mit der Gründung der Volleyball-Abteilung des DSC im Jahr 1990 begann eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Heute gehört der Frauen-Bundesligist zu den absoluten Top-Adressen in Deutschland und führt in der Frauen-Bundesliga seit einigen Jahren die Zuschauerstatistik an.
• 1997 Aufstieg in die 1. Bundesliga
• 1999 Double aus Deutscher Meister und Pokalsieger
• 2002 Pokalsieger und Deutscher Vizemeister
• 2005 Meisterschafts-Bronze
• 2006 Meisterschafts-Bronze
• 2007 Deutscher Meister
• 2008 Deutscher Vizemeister, Bronze im Challenge-Cup
• 2009 Meisterschafts-Bronze
• 2010 Pokalsieger, Challenge-Cup-Sieger
• 2011 Deutscher Vizemeister
• 2012 Deutscher Vizemeister, Champions League-Teilnehmer
• 2013 Deutscher Vizemeister, Champions-League-Teilnehmer
• 2014 Deutscher Meister, Champions-League-Teilnehmer/Halbfinale CEV-Cup
• 2015 Deutscher Meister, Top-12 Champions League
• 2016 Double aus Deutscher Meister und Pokalsieger, Top-12 Champions League

Schon Ende des dritten Satzes, als der DSC-Express zielsicher in Richtung Sieg rollt, stehen die Zuschauer in der Margon-Arena und klatschen rhythmisch Beifall. Als ausgerechnet Laura Dijkema nach 81 Minuten mit ihrem Aufschlag den ersten Matchball verwandelt und damit den Triumph perfekt macht, gibt es kein Halten mehr. Die Spielerinnen fallen sich jubelnd in die Arme, schreien und tanzen ihre Freude heraus. Kristina Mikhailenko, die mit 18 Punkten erfolgreichste Angreiferin war, wird unter dem Jubel der Fans zur „Wertvollsten Spielerin“ gekürt.

Grund zum Feiern wird die Weißrussin demnächst noch reichlich haben. Wie die Diagonalangreiferin verrät, läuten am 25. Juni in Warschau die Hochzeitsglocken. Erst danach will sie entscheiden, wie es sportlich bei ihr weitergeht. Auch bei der nächsten Ehrung gibt es Riesenbeifall: Angreiferin Michelle Bartsch wird als „Wertvollste Spielerin der Saison“ ausgezeichnet. „Wir waren uns sicher, dass wir gewinnen. Egal, ob in drei oder fünf Sätzen. Ich freue mich über die Auszeichnung zur MVP der Saison, aber das ist nur möglich, weil ich ein tolles Team um mich herum habe“, sagt die US-Amerikanerin, die ihre Zukunft ebenfalls noch offen lässt, bescheiden.

Während die Spielerinnen auf dem Siegerpodest zum Queens-Titel „We are the Champions“ hüpfen und feiern, freut sich Alexander Waibl nach dem ersten Titel-Hattrick in der Vereinsgeschichte und dem zweiten Double-Gewinn nach 17 Jahren – im Februar hatte der DSC ebenfalls nach einem Finalsieg gegen Stuttgart bereits den DVV-Pokal gewonnen – eher verhalten. „Ich fühle mich leer. Es war eine anstrengende Zeit. Wir haben von der ersten Sekunde an überragend gespielt und ich bin super stolz auf meine Mannschaft. Laura hat sich in Stuttgart respektlos behandelt gefühlt und hat sich auch deshalb entschieden, dass sie spielt. Ein Dank geht auch an unsere Geschäftsstelle um Sandra Zimmermann. Sie haben 3000 Euro in die Hand genommen, um uns einen Heimflug von Stuttgart und damit beste körperliche Voraussetzungen zu ermöglichen. Ich habe ein Triple, ich bin auch noch Vater geworden. Klaus Kaiser war da und sagte: ‚Jetzt macht das Double endlich’. Jetzt sind Klaus und ich die einzigen, die hier das Double geholt haben, das eint uns noch mehr, als wir es ohnehin schon sind“, so der 48-Jährige, dem Stuttgarts Trainer Guillermo Hernandez am Ende den Händedruck verweigert. Nach den Ehrungen feiern die DSC-Damen weiter mit Fans und Sponsoren und später in einer Disco. Für Alexander Waibl bleibt wenig Zeit, den Triumph zu genießen, er muss morgen nach Tschechien, um seinen Job als Nationaltrainer der Frauen im Nachbarland anzutreten.

Astrid Hofmann

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