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Dresdens Trainer des Jahres: Sechs Übungsleiter mit Erfolgsgarantie

Dresdens Trainer des Jahres: Sechs Übungsleiter mit Erfolgsgarantie

Kanutrainer Jens Kühn vom KC Dresden ist der verantwortliche Landestrainer und hat mit Vizeweltmeister Tom Liebscher und der zweimaligen U23-Europameisterin Steffi Kriegerstein auch 2014 wieder zwei seiner Schützlinge zu herausragenden internationalen Leistungen und Titelehren geführt.

Dresden.

Der 56-Jährige ist immer für seine Athleten da, arbeitet mit ihnen fleißig und engagiert, damit sie ihre Ziele erreichen können. Mit den Brüdern Karl und Friedrich Weise und noch einigen anderen hat er in den letzten Jahren weitere Talente geformt und sie an die deutsche Spitze geführt. Er freut sich, wenn seine Schützlinge durch ihre Erfolge das Interesse auf sich und die Sportart lenken, aber selbst mag der ehemalige Junioren-Weltmeister nicht im Mittelpunkt stehen. Bereits zu DDR-Zeiten stieg Jens Kühn ins Trainergeschäft ein, musste zwischenzeitlich seine Brötchen jedoch als Handwerker verdienen, bevor er 1999 zum Sport zurückkehren konnte und seither den Kanurennsport in Dresden zu neuer Blüte verhilft.

Boris Rozenberg, Bundesstützpunkttrainer Wasserspringen, ist ebenfalls ein sehr zurückhaltender Mensch. Aber als Coach am Beckenrand ist er kompromisslos, ehrgeizig und akribisch. Mit Sascha Klein, den er schon seit vielen Jahren betreut, und Tina Punzel gelangen dem gebürtigen Ukrainer im vergangenen Jahr erneut große internationale Erfolge. Klein wurde mit dem Berliner Patrick Hausding zum siebenten Mal in Folge Europameister im Turm-Synchronspringen, holte Bronze im Turm-Einzel und gemeinsam mit Punzel auch Bronze im Team-Wettbewerb. Punzel gewann zudem mit der Berlinerin Nora Subschninski den Vize-Europameistertitel im Brett-Synchron und Bronze vom Einmeterbrett. Mit Martin Wolfram, Timo Barthel oder Louisa Stawczynski betreut Boris Rozenberg weitere vielversprechende Kader. In seiner Karriere sammelte der Coach international schon Erfahrungen in Spanien, wo er von 1998 bis 2001 in Barcelona arbeitete und dann zwei Jahre in Madrid die Nationalmannschaft betreute. 2003 wechselte er an den Stützpunkt nach Aachen, wo er Sohn Pavlo und Sascha Klein in die Weltspitze führte. Vor vier Jahren kam er nach Dresden. "Er hat ein unglaublich hohes Fachwissen, beschäftigt sich mit vielen technischen Details und ist immer über die Trends in der Welt auf dem Laufenden", spricht Trainerkollege Frank Taubert voller Hochachtung von ihm.

Ruder-Trainer Egbert Scheibe hat nach dem Olympiasieg seiner Schützlinge 2012 und dem Vizeweltmeistertitel 2013 auch im letzten Jahr wieder Erfolge einfahren können. Dem Doppelvierer, der diesmal mit den Olympiasiegern Tim Grohmann, Karl Schulze und Philipp Wende sowie Junioren-Weltmeister Kai Fuhrmann nur aus Athleten bestand, die am Dresdner Bundesstützpunkt trainieren, holte bei der WM die Bronzemedaille. Das war nach einer Saison mit einigen Rückschlägen ein sehr versöhnlicher Abschluss. Seit 2008 arbeitet der 56-Jährige als Bundesstützpunkttrainer im Bootshaus Cotta. Zuvor hatte der langjährige Nachwuchstrainer 15 Jahre in der Immobilienbranche sein Geld verdient. Doch als Brigitte Bielig das Amt als Junioren-Bundestrainerin übernommen hatte und ein Nachfolger gesucht wurde, packte der Ex-Ruderer seine Chance noch einmal beim Schopf.

Für Volleyball-Trainer Alexander Waibl erfüllte sich im vergangenen Jahr ein großer Traum. Der 46-jährige gewann mit den DSC-Damen die Meisterschale und krönte nach drei Vizemeisterschaften in Folge seine bisherige Trainer-Laufbahn. Zudem führte er das Team auf internationalem Parkett ins Halbfinale des CEV-Cups und bescherte dem DSC insgesamt die wohl erfolgreichste Saison in der Vereinsgeschichte. Der gebürtige Stuttgarter, der die Mannschaft seit 2009 betreut, sieht seinen Job nicht nur als Beruf, sondern als Berufung. Er lebt Volleyball praktisch 24 Stunden am Tag, bereitet jede Trainingseinheit und jedes Spiel ausführlich und akribisch vor. Der studierte Jurist gilt als kommunikativer Typ, der für seine Spielerinnen immer ansprechbar ist.

Leichtathletik-Trainerin Katja Hermann war selbst einst eine erfolgreiche Läuferin beim SC Einheit Dresden. Die 62-Jährige war DDR-Crossmeisterin, stellte 1975 einen DDR-Rekord über 3000 m auf und war 1970 Junioren-Europameisterin über 1500 m. Ab September 1976 arbeitete sie als Trainerin bei ihrem Heimatklub und betreute unter anderen Hindernis-Europameister und Vizeweltmeister Hagen Melzer. Bis 1996 war sie beim DSC beschäftigt, dann konnte die Trainerstelle nicht mehr finanziert werden. Sie fand im Sozialbereich eine neue Aufgabe, blieb ehrenamtlich "ihren" Läufern immer treu. "Für mich ist der Trainerberuf immer der schönste der Welt gewesen und das sehe ich auch heute noch so", bekennt Katja Hermann, die sich seit sechs Jahren wieder intensiver um den Nachwuchs kümmert und 2014 mit ihren Schützlingen Karl Bebendorf und Jonathan Schmidt zwei herausragende Erfolge feierte. "Ihr ist es zu verdanken, dass der Laufbereich im DSC wieder ins Rampenlicht gerückt wurde", weiß Abteilungschef Gerd Töpfer.

Galopp-Trainer Lutz Pyritz betreut zwar keine Sportler, aber seine Schützlinge sind nicht weniger sensibel und verlangen die ganze Aufmerksamkeit, großes Engagement und viel Fingerspitzengefühl, um Höchstleistungen bringen zu können. Der frühere Top-Jockey und dreimalige DDR-Champion versteht es mit Vollblütern umzugehen. Seit 1998 arbeitet er auf der Galopprennbahn in Seidnitz als Trainer, hat Höhen und auch schon manche Tiefpunkte erlebt. Im letzten Jahr feierte der 56-Jährige seine bislang erfolgreichste Saison. Mit nur zehn Pferden brachte es der ehemalige Berliner auf stolze 24 Saisonsiege und damit so viele wie noch nie. Besonders oft konnte er auf der Heimbahn jubeln und deshalb sicherte er sich auch erstmals das "Silberne Hufeisen" als erfolgreichster Trainer auf dem Seidnitzer Geläuf 2014.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.01.2015

Astrid Hofmann

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